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1919: Das Jahr der Frauen von Unda Hörner

von Franzi S.
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Werbung/Rezensionsexemplar

Das Jahr 1919 war ein wichtiger Meilenstein für Frauen – denn im Januar dieses Jahres durften Frauen zum ersten Mal das von ihnen hart erkämpfte Frauenwahlrecht nutzen. 1919 – Ein Jahr des Umbruchs, in denen mehr und mehr Frauen sich ihren Stand in der Gesellschaft erkämpften und ihnen denen viele bekannte Persönlichkeiten ihre eigenen persönlichen Meilensteine und Meilensteine für Frauen aller Welt schafften.

Sie schauen sich wie erlöst an, denn sie haben etwa erreicht, nicht nur für ihr eigenes Leben, sondern für alle Frauen.

1919. Das Jahr der Frauen, Unda Hörner, Seite 55

1919 – das ist das Jahr, in dem Rosa Luxemburg für ihr politisches Engagement mit ihrem Leben bezahlen muss. Das Jahr, in dem Käthe Kollwitz als erste Frau den Professoren Titel an der Akademie der Künste erhält. In dem Marie Curie ihr Radiuminstitut in Frankreich eröffnet, Maria Juchaz als erste Frau eine Rede im Parlament hält und die AWO ins Leben ruft, Sylvia Beach „Shakespeare and Company“ gründet und Coco Chanel das berühmte Chanel No. 5 erfindet. Das Jahr, in dem Suzanne Lenglen Tennis auch als Frauensport etabliert und sich mehr Frauen als Männer im neu gegründeten Bauhaus einschreiben.

All diese Lebenswege, Meilensteine und persönlichen Biografien verwebt Unda Hörner in diesem interessanten, faszinierenden und wichtigen Buch. Gerade in Zeiten, in denen viele den Feminismus fast schon als Schimpfwort nutzen und er als Print und Werbezweck genutzt wird, sind Bücher, die uns daran erinnern, was für wichtige Persönlichkeiten mal solche Meilensteine für Frauen der Welt erreichten, besonders wichtig.

1919: Das Jahr der Frauen von Unda Hörner - Seitenansicht (c) Ebersbach und Simon

Und Hörner verpackt diese Lebenswege und Ereignisse hoch interessant, wenn auch nur kurz angerissen ohne zu viele Hintergrunddetails. Das machte es mir gerade bei Ereignissen, die ich nicht so auf dem Schirm hatte, etwas schwierig, dem Buch auch gut zu folgen. Gleichzeitig machte mich gerade das auch extrem neugierig darauf, mir noch mehr Hintergrundwissen zu einigen der vorkommenden Frauen anzueignen und mich stärker in deren Biografien zu vertiefen.

Kleiner Wermutstropfen ist allerdings die fehlende Vielfalt. Zwar reißt Unda Hörner die Biografie von Frauen aus den verschiedensten Bereichen wie Politik, Kunst und Sport an, allerdings überwiegend Frauen der oberen und mittleren Schicht und nur weiße Frauen. Hier wäre eine vielfältigere Mischung toll gewesen, auch wenn ich weiß, dass es auf dem engen Raum schwer ist, allem gerecht zu werden, da sich das Buch ja auch nur auf 1919 begrenzt.

Weitere Rezensionen:

  1. Paper and Poetry

Die Autorin:

Unda Hörner wurde 1961 in Kaiserslautern geboren. Sie studierte Germanistik und Romanistik an der Freien Uni Berlin. 1993 promovierte sie über die Schriftstellerin Elsa Triolet. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin, Herausgeberin, Journalistin und Übersetzerin in Berlin. Bisher veröffentlichte sie überwiegend Biografien, unter anderem „Die realen Frauen der Surrealisten“. 2000 erschien ihr erster Roman „Unter Nachbarn“.


Infos zum Buch

Verlag: Ebersbach und Simon

Erscheinungsjahr: 2018

Seiten: 256

Genre: Sachbuch

Format: Gebunden mit Schutzumschlag

ISBN: 978-3-86915-169-4

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