Beim Leben meiner Mutter von Rowan Coleman (c) Piper Verlag

Beim Leben meiner Mutter von Rowan Coleman (c) Piper Verlag

Werbung: *Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Piper Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Rezension spiegelt dennoch meine ehrlich und eigene Meinung wieder.

Luna und Pia haben vor wenigen Monaten ihrer Mutter verloren. Marissa kämpfte ihr halbes Leben lang gegen eine schwere Depression an. Nur der Gedanke, dass die beiden Töchter sie brauchen hielt sie am Leben. Doch eines Tages bricht ihr die Depression das Genick und sie verlässt dieses Leben. Ein Leben, das seit dem Sommer 1977 ein einziger Kampf war. Seit diesem Sommer hatte Larissa ein dunkles Geheimnis, dass sie mit niemanden teilte und welches sie immer mehr zugrunde richtete.

Bevor sie geht, fertig sie Videos für Luna und Pia an und sendet diese nach New York. Beide Töchter reisen nach Brooklyn. Das alte Haus ihrer Mutter soll endlich verkauft werden. Gemeinsam machen Sie sich daran, diesen schweren Weg zu gehen. Sie tauchen in die Vergangenheit von Marissa ein und wandeln an den Orten, die sie bisher nur aus Erzählungen kennen. In der Hoffnung, endlich Antworten auf Ihre Fragen zu bekommen. Doch stattdessen wird das Ganze noch verwirrender. Allen voran für Luna, die eines Tages, am alten Haus ihrer Mutter, eine magische und rätselhafte Erfahrung macht: Sie begegnet ihr im Sommer 1977.

Genau – ihr lest richtig. Luna kann durch die Zeit reisen. Wir erleben, wie Luna und Pia versuchen, sich gemeinsam Halt zu geben, während sie in der Vergangenheit ihrer Mum wühlen. Sie wollen wissen, warum ihre geliebte Mum von ihnen gehen musste. Eine berührende, unter die Haut gehende Story mit zwei sehr sympathischen und authentischen Protagonistinnen. Auch bei „Beim Leben meiner Mutter“ konnte mich Coleman wieder mit Ihrem Schreibstil überzeugen: Tiefgehend, locker-leicht, mitreisend.

„Niemand ist jemals bereit dafür, dass die Welt wie er sie zu kennen glaubt, um ihn herum auseinander fällt.“ (S. 95)

Doch wer denkt, mit „Beim Leben meiner Mutter“ bekommt er ähnliches wie bei „Zwanzig Zeilen Liebe“ oder „Einfach unvergesslich“, der irrt. Denn diese Werke waren mitten aus dem Leben heraus, bodenständig, realistisch, es hätte jeden um die Ecke betreffen können. Doch „Beim Leben meiner Mutter“ ist surreal und vollkommen unrealistisch. Gemeinsam mit Luna erleben wir, wie es ist, sich plötzlich im Jahr 1977 wiederzufinden. Wie es ist, als sie auf einmal ihr Mutter in jungen Jahren gegenübersteht.

Ich finde die Idee eigentlich sehr schön und zu großen Teilen konnte mich Coleman damit auch mitreisen. Doch obwohl ich mich auf die Idee einließ und sie spannend und mitreißend umgesetzt fand, ist es gegen Ende einfach etwas überzogen. Denn Luna versteht bald, was mit ihr passiert – sie reist wahrhaftig in die Vergangenheit und hat kaum Einfluss auf das wann, wohin und wie. Sie weiß nur, sie hat nur wenige Tage, um das Leben ihrer Mutter eventuell zu retten, denn immer, wenn sie dort ist, kann sie die Zukunft verändern.

So richtig beschreiben kann man das Ganze gar nicht. Ich war verliebt in die Grundidee, den einnehmenden, mitreisenden Schreibstil. Zudem waren Luna und Pippi authentisch gezeichnet und ich konnte mit beiden mitfühlen und mitfiebern. Auch das Prinzip gefiel mir, aber gegen Ende hätte es zwei, drei Dinge weniger geben können, die die Geschichte schlussendlich etwas überzogen hatten. Dennoch konnte mich Coleman unterhalten und an vielen Stellen auch sehr berühren.

Weitere Rezensionen:

Blogger hoch zwei

Weitere Bücher von Rowan Coleman:

Einfach unvergesslich
Zwanzig Zeilen Liebe

Infos zum Buch

Autorin: Rowan Coleman
Übersetzung: Mareike Heimburger
Verlag: Piper
Seiten: 416
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 2.11.2017
Format: WMEPUB
ISBN: 978-3-492-97797-5
Preis: 12,99 [D]; 12,99 [AT]

Autorin:

Gemeinsam mit ihrer Familie lebt Rowan Coleman in Hertfordshire. Ihre Zeit verbringt sie am liebsten mit dem Schreiben, wenn sie sich nicht mit ihren fünf Kindern beschäftigt. Ein Wunsch von Rowan Coleman ist es, dass ihr Leben ein Musical wäre, doch ihre Tochter findet die Idee gar nicht gut. Mit „Einfach unvergesslich“ brachte sie bereits ihren elften Roman heraus.