Das Mondmalheur von Anette Kannenberg (c) Anette Kannenberg

*Werbung: Das Buch wurde mir von Anette Kannenberg zur Rezension zur Verfügung gestellt. Die Rezension spiegelt dennoch meine ehrlich und eigene Meinung wieder.

Headerbild: Das Mondmalheur von Anette Kannenberg (c) Anette Kannenberg

Cornelius Wichgreve ist Gravitationsexperte und Erfinder der Skylevitys. Sein Leben gerät vollkommen durcheinander, als er vom Millionenkonzern CosmOre Industries einen Job auf dem Mond angeboten bekommt. Dort arbeitet er gemeinsam mit dem soziophoben Murray, der Bakteriologe ist und dem Lunalogen Vladimir. Gemeinsam sollen sie den Abbau des Superelements Tuttofarium erleichtern. Doch dann kommt alles anders als Gedacht und Cornelius landet mitten einer einer Verschwörung und einer die Menschheit betreffenden Katastrophe.

Schreibstil

Der Schreibstil von Anette ist wunderbar locker, leicht und humorvoll. Ich konnte mich vom ersten Satz an super in das Buch einfinden und mich fallen lassen. Anette brachte mich mehrmals lauthals zum Lachen und sehr oft zum Schmunzeln. Ich habe das Buch ruckzuck durchgehabt, weil ich einfach unbedingt wissen wollte, wie viele skurrile und unfassbare Dinge den Protagonisten noch passieren werden.

Das Mondmalheur ist keinen Falls einfach ein Sciencefiction-Buch, sondern irgendwie auch eine Satire die gesellschaftliche und politische Entwicklungen aufs Korn nimmt aber auch irgendwie eine Komödie mit vielen wundervoll skurrilen Charakteren.

Charaktere

Das Buch ist gespickt mit wundervollen Charakteren. Murray, Cornelius später Konrad, Vladimir, Elena und noch ein Cornelius. Murray eher introvertiert und pingelig, der es hasst berührt zu werden.
Cornelius extrovertiert und nur am Labern. Vladimir mürrisch aber liebenswert. Alle auf ihren gebieten der Technik, Biologie und Physik hochbegabt ergeben ein einzigartiges und amüsantes Trio, die gemeinsam auf ihrer Mondstation arbeiten.
Auch Cornelius zwei und Elena, die im zweiten Teil des Buches wichtige Rollen spielen sind beide auf ihre Art und Weise durchgeknallt und genauso amüsant und liebevoll ausgearbeitet. Alle Charaktere haben mich unterhalten und ich habe mit jeden einzelnem von ihnen mitgefiebert.

Geschichte

Das Buch ist kurzweilig und humorvoll und lässt sich nicht einfach in ein Genre einsortieren. Ich habe gelacht und vor Spannung den Atem angehalten, habe sogar kurze Momente der Ergriffenheit gehabt und geschmunzelt.

„Der Bazillus ocanorensis lebte, gras, schied Tuttofarium aus und pupste zu alledem auch noch Sauerstoff in ansehnlichen Mengen […]“ (Pos. 1424 von 5787)

Die Geschichte unserer durchgeknallten aber realistischen Protagonisten spielt in einer gar nicht so fernen Zukunft, etwas zwischen 2032 und 2037, was aber nie so richtig erwähnt wird. Stattdessen musste ich als Leser nach und nach mit verschiedenen Handlungsbrocken selber in etwa darauf kommen, was ich aber super finde.

Anette schafft es mit ihrer witzigen und total abgedrehten Geschichte auch Politik und Gesellschaftsstrukturen aufs Korn zunehmen, wie zum Beispiel den Flughafen in Berlin, der auch in dieser Zukunft noch immer nicht fertig war. Das macht sie aber so Geschickt, dass man fast aufpassen muss, es nicht zu überlesen. Somit stört das die eigentlichen Handlungsstränge nicht im geringsten.

Und wenn ich Handlungsstränge schreibe, dann mein ich auch wirklich viele verschieden Handlungsstränge. Wir starten mit der Vorstellung der einzelnen Charaktere, die wir aber direkt in der Geschichte selbst kennenlernen und somit ist dies sehr kurzweilig. Auch die Zukunft und wie es in ihr aussieht wird schlüssig, humorvoll und sehr kurzweilig erklärt und brachte mich ebenfalls viel zum Schmunzeln. Anette schafft es, zahlreiche verschiedene Geschichtsstränge, Personen und Ereignisse am Ende dieses Buches geschickt und schlüssig zu verknüpfen und sie vorher so zu streuen, dass ich vor Neugier fast platzte und mich kaum vom Buch losreißen konnte.

Die Protagonisten erleben allerlei abgedrehte Katastrophen und Ereignisse und müssen dabei nicht gegen einen wirklichen Bösewicht als Gegner kämpfen sondern Gegen simple widere Umstände und reines Pech. Das fand ich richtig erfrischend und hat dem Mondmalheur gemeinsam mit witzigen Gadges wie dem Laptop oder wiederauferstandenen Dodos und Erdnüssen noch das i-Tüpfelchen verpasst.

„Der Poop-Eater 3000 war nämlich eigentlich der ultimative Hygienelokus, das beste, was der Teleshopping-Kanal zur Zeit im Angebot hatte und das Nonplusultra der Sanitäreinrichtungen.“ (Pos. 368 von 5787)

Ein bisschen störte mich allerdings, dass Teil eins quasi mitten in einer weltumfassenden Katastrophe endete, mitten drinnen im Abenteuer von Cornelius und Teil zwei dann aber erst mal komplett all das wieder außen vorlässt.

Cornelius, der mittlerweile Konrad heißt, Murray und alles, was nach dem Mondmalheur passiert ist vorerst egal und wir lernen Elena und den neuen Handlungsstrang kennen. Mehr will ich dazu nicht schreiben, da ich sonst zu viel verrate. Es dauerte aber wenigstens nicht lange, bis auch das wieder einen Sinn ergab und dieser für mich kleine Störfaktor wieder vergessen war und die Spannung der Geschichte wieder rasant anstieg.

Schade auch, dass der Dodo, den ich echt lustig fand, doch nur so kurz eigentlich dabei ist :).  Zwar wirklich treffend aber auch irgendwie klischeehaft, ist die Machtgeilheit und Geldgierige einiger Megakonzerne und Politiker, die eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt.

Das Mondmalheur war ein humorvolles und kurzweiliges Buch, dass nicht einfach nur Science-Fiction ist. Im Gegenteil, mich hat das Buch nicht so sehr daran erinnert, sondern war eher auch Komödie und Satire.

Ich kann euch das Buch nur wärmstens empfehlen, wenn ihr mal kurz in einer durchgeknallten Geschichte, mit wunderbar skurrilen Charakteren verschwinden wollt, die ganz anders ist, als das was man sonst so liest. Und schaut unbedingt auf der Website vorbei, die ist nämlich auch super gemacht.

Infos zum Buch

Autorin: Anette Kannenberg

Erscheinungsjahr: 2014

Titelbild, Inhalt und Gestaltung: Anette Kannenberg

Website zum Buch