Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs (c) Knaur

Jacobs Großvater war vollkommen anders, als anderen Großeltern. Statt ihm die typischen Märchen vorzulesen, erzählte er von einer abgelegenen Insel. Auf dieser sollen Kinder mit ganz besonderen Fähigkeiten gelebt haben und sich dort versteckt halten vor Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Für Jacob waren dies stets nur leere Geschichten, eben eine andere, verrücktere Art Märchen.

Aber dann, ein paar Jahre später, als ich fünzehn war, passierte etwas Schreckliches. Von da an gab es nur noch jenes Vorher und Nachher. (S. 15)

Doch einige Jahre später stirbt sein Großvater unter mysteriösen Umständen. Jacob erinnert sich wieder an all die eigenartigen Geschichten von damals. Am Abend, als sein Opa stirbt, meint er, ein eigenartiges Monster gesehen zu haben. Seine Eltern, Polizei und Psychiater sind sich sicher – eine Reaktion aufgrund des Schocks und Stresses. Aber Jacob entdeckt nach und nach immer mehr Hinweise darauf, dass es die Insel wirklich gibt und er begibt sich auf die Suche nach ihr.

Wir begleiten ihn auf den Weg nach Wales, gemeinsam mit seinem Vater. Und da findet er sich in einer anderen Welt, einer, in der die Zeit stehen geblieben ist. Einer, in der er Freundschaften schließt. Wahre Freundschaften, zu ganz besonderen Kindern. Doch die Idylle währt nicht lange, den die Monster sind ebenso real und ihm auf die Insel gefolgt…

Ich wollte diese Geschichte rund um Jacob ja schon vor Ewigkeiten lesen. Alleine das Cover hat mich schon in seinen Bann gezogen und der Titel selbst natürlich auch. Dank dem wundervoll nerdigen neuen Buchclub #BakerStreetBookworms hat es sich nun endlich ergeben. Voller Vorfreude startete ich also in dieses mysteriöse Buch, in dem uns Ransom Riggs auf malerische aber auch sehr düstere Art die Geschichte um Jacob und die Kinder mit den besonderen Fähigkeiten näher bringt. Leider hatte ich es nur als eBook, will es unbedingt noch als wirkliches Buch – denn die Fotos, die im Buch integriert sind, haben mich wahnsinnig fasziniert, wenn sie auch teilweise echt creepy waren.

Auszug aus den Bilder in Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs (c) Knaur

Gemeinsam begleiten wir Jacob auf diese Insel und lernen zahlreiche eigenartige, aber überwiegend liebenswerte Charaktere kennen. Dennoch bleiben alle sehr blass. Da es sich jedoch um eine Trilogie handelt, ist dieser Umstand ok. Es gibt ja noch Chancen, dass jeder noch etwas mehr Spielfläche bekommen wird. Dennoch erfahren wir das Wichtigste, um zu jedem einen grobe Ahnung zu haben. Geschickt verwebte Riggs geschichtliche Geschehnisse mit mysteriösen, fantastischen und teilweise sehr dunklen Elementen.

Er schafft es, mich mit dieser wundersamen, ungewöhnlichen Geschichte in seinen Bann zu ziehen. Wenn es auch zwischenrein Stellen gab, die nach meinem Geschmack etwas lang waren und ich doch ein bisschen mehr Schauer erwartet habe. Der Spannungsbogen war leider nicht optimal aufgebaut, das Cover verspricht für mich sehr viel mehr Mystisches, als ich dann bekommen habe. Ein bisschen ruht er sich auch zu sehr auf der Wirkung der Bilder aus. Dennoch bin ich sehr gespannt, wie es mit den Kindern weitergehen wird, und bin auch neugierig auf den Film.

Das Buch hat mich gerade durch die Bilder begeistern können und auch durch die Botschaft, die, wie ich finde, vermittelt wird. Denn, nur weil jemand anderes ist, eigenartig, in mancher Augen vielleicht kuriose Gewohnheiten pflegt, heißt das nicht, dass derjenige nicht ein ebenso vollwertiger, liebens- und beachtenswerter Mensch ist. Insgesamt fehlt aber etwas die Tiefe, die eventuell in weiteren Teilen zu finden sein wird.

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Infos zum Buch

Autorin: Ransom Riggs
Erscheinungsjahr: 2011
Verlag: Knaur
Seiten 416
Format: eBook
ISBN: 978-3-426-41195-7
Preis: [D] 9,99 €; Taschenbuch [D] 12,99

Autor:

Ransom Rich, der in Ohio und Los Angeles Literatur und Filmproduktion studierte, wuchs in einem kleinen Fischerdorf im südlichen Florida auf. Als Zeitvertreib in dem eher ruhigen Ort seiner Kindheit, begann in Musikbands zu spielen und gemeinsam mit Freunden eigene Filme zu drehen. Heute dreht er Werbefilme für Firmen wie Absolut Vodka und Nissan. Außerdem arbeitet er als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf.