Wir sind zurück mit einem neuen Drüber Nachgedacht. Heute denken wir mal darüber nach, ob die äußerliche Gestaltung eines Buches die Kaufentscheidung beeinflusst oder ob das alles überflüssiger Schnickschnack ist. Und da gehts bei mir direkt mit einem – phu, beides – los :D. Denn ich muss tatsächlich sagen, dass ich mich hier für kein Lager entscheiden kann.

Eycatcher ja – kaufentscheident nein

Klar, am Ende hilft es nicht, wenn du das schönste Buch in Händen hältst, aber der Inhalt einfach absoluter Mist ist für dich. Abgesehen von einem hübschen Dekobobjekt im Regal, hast du nicht viel gewonnen. Aber andererseits kann die Aufmachung eines Buches ja überhaupt erst dafür sorgen, dass man im Laden nicht an ihm vorbei geht. Und wenn dann Inhalt und Aufmachung auch noch zusammen passen – a Traum! Das bedeutet natürlich nicht, dass ich nur Bücher kaufe, die irgendwas Besonders an sich haben und besonders hübsch aussehen. Meistens achte ich da tatsächlich nicht viel darauf. Es kommt bei mir immer darauf an, wo und wie ich an dem jeweiligen Tage einkaufe.

Wenn ich beispielsweise Verlagsvorschauen oder Newsletter durchgehe oder auch auf Twitter und Instagram Buchtipps mitbekommen, dann schaue ich mir in der Regel erst den Inhalt an. Cover bzw. Aufmachung sind mir da echt egal. Auch bei andern Blogs gehe ich nicht danach suchen, welche Bücher besonders hübsch sind, sondern, welche gut bewertet wurden oder welche vom Thema und Genre interessant sein könnten. Auch hier interessiert mich nicht, wie toll es aussieht. Wenn ich jetzt aber einfach nur ziellos in der Stadt durch Buchhandlungen schlendere und gerade nicht Ausschau nach einem Wunschlistenbuch halte, dann sind Cover und Co. tatsächlich wichtig. Denn eine tolle Aufmachung ist ja auch immer ein Eyecatcher. Aber, es ist eben vor allem ein Eyecatcher, nicht viel mehr. Zumindest bei mir noch unbekannten Büchern. Denn hat das Buch meine Aufmerksamkeit bekommen, dann lese ich natürlich den Klappentext bzw. die Inhaltsangabe durch. Wenn die mich nicht überzeugen kann, wird es nicht gekauft, egal wie hübsch das Buch aussehen mag.

Und dann gibt es da für mich noch die Lieblingsbücher. Die kaufe ich mir zunächst einfach irgendwie. Aber, wenn das Buch einen Platz in meinem Herzensbücher-Regal bekommt, dann kann mich nichts mehr halten. Wenn da eine neue Auflage kommt und das Buch dann anders aussieht, vielleicht besser aussieht, ein Gimmick hat oder sowas, dann muss ich es haben. Ganz egal, ob ich es schon hab. Da sind die Schmuckausgaben von Harry Potter und spezielle Schuber und Boxen mit Gesamtausgaben oder ähnlichem die besten Beispiele dafür.

Spezialfall Buchcover

Zwar hat das Buchcover bei mir in der Regel auch keine direkte Kaufentscheidung zur Folge, vor allem nicht, wenn der Inhalt mir nicht so richtig zusagt. Aber einen kleinen Buchcover Exkurs möchte ich hier mit einbauen. Denn das Buchcover ist für mich auch eine Art Versprechen zum Inhalt des Buches, zwar weniger wichtiger als die Inhaltsangabe, aber eben auch wichtig. Ein Buchcover kann einem, wie ich finde, auch vollkommen leere Versprechen geben, einen auf eine falsche Fährte führen oder mich richtig, richtig aufregen. So kann ich es zum Beispiel gar nicht leiden, wenn auf dem Buch eine blonde Frau ist und im Buch ist die Protagonistien dann aber rothaarig. Why, einfach why? Ich finde immer, dass das Cover schon  auch den Inhalt, die Protagonisten, das Thema widerspiegeln sollte, wenn es denn schon mehr als einfach ein farbiger Einband ist. Dabei kann das Cover gerne auf den ersten Blick vollkommen gegensätzlich zum Titel sein, wenn es beim Lesen Sinn ergibt.

Oder wenn Elemente auf dem Cover vorkommen, die dir gewisse Dinge inhaltlich suggerieren, dann aber absolut nichts mit dem zu tun haben, was im Buch ist. Auf den Ersten Blick von Danny Wallace war für mich da so ein Fall. Cover, Titel und Inhaltsangabe suggerierten hier, dass es eben um ein Buch mit Liebe auf den ersten Blick geht. Wir eine spannende Suche anhand eines Fotos erleben, und dann viel erste Liebe eben. Aber dieses Versprechen wurde nicht gehalten und ich war enttäuscht. Weniger enttäuscht wäre ich gewesen, wenn die Aufmachung schon eine andere Richtung vorgegeben hätte. Hier hat das Cover also für mich auch eine wichtige Aufgabe. Verspreche ich mir aufgrund des Covers etwas anderes, als dann wirklich auf mich wartet, fließt das dann auch negativ in die Bewertung am Ende mit ein, wobei ich natürlich schon klar abgrenze, ob ich jetzt nur wegen der Text-Bild-Schere enttäuscht bin oder ob es konkret was Inhaltliches ist. Ersteres ist dann ja keine Kritik am Text selbst, sondern eben speziell nur an der Aufmachung, was ich dann auch beispielsweise nicht in Sternebewertungen auf Goodreads und Co einfließen lasse, aber in der Rezension erwähne (quasis mehr als Hinweis für Verlage als den Autor).

Liebingsaufmachungen aus meinem Regal

Drüber nachgedacht Never judge a book by its cover - Ein paar meiner Bücher mit besonderer Aufmachung

Ein paar meiner Bücher mit besonderer Aufmachung

Der Idealfall ist natürlich ein Buch, dass mich inhaltlich interessiert, im besten Fall noch überzeugen konnte und noch dazu eine tolle Aufmachung hat. Und da gibts es auch in meinem Regal einige Schätze. Also hab ich mir natürlich nicht nur Gedanken darüber gemacht, ob Schnickschnack für mich Kaufentscheiden ist, sondern auch mal geschaut, was für unterschiedliche Aufmachungsarten hab ich denn in meinem Regal stehen? Es gibt ja so vielfältige Dinge, von Rough Cut, Schmuckausgaben, spezielle Bucheinbände, farbige Schnitte, mit oder ohne Lesebändchen, mit oder ohne Schutzumschlag, aus Stoff mit tastbaren Elementen, Glitzer oder wundervollen Illustrationen, Grafiken und Bildern. Und hier sind meine Lieblinge aus dem Bücherregal. Noch nicht auf dem Bild ist allerdings ein Neuzugang – North Mythologies von Neil Gaiman, ein Buch mit sogenannten Rough Cut und meine Harry Potter Schmuckausgabe gehört selbstverständlich auch dazu.

Wundervolle Buchumschläge

Ich liebe Hardcover. Vor allem die mit einem Schutzumschlag. Meistens sind diese Bücher richtige Hingucker und können oft auch zweimal Punkten – den auch unter dem Schutzumschlag verbirgt sich meist eine wundervolle Verpackung. Ganz besonders verliebt bin ich in folgende:

Lieber Daddy-Long-Legs aus dem Königskinderverlag von Jean Webster

Die Geschichte der Bienen, Maja Lunde, Buchcover (c) BTB Verlag

Die Geschichte der Bienen, Maja Lunde, Buchcover (c) BTB Verlag

Die Schlange von Essex von Sarah Perry - ohne Schutzumschlag (c)

Die Schlange von Essex von Sarah Perry – ohne Schutzumschlag (c)

Die Ermordung des Commendatore von Haruki Murakami (c) Dumont

Die Ermordung des Commendatore von Haruki Murakami (c) Dumont

Glitzer, tastbare Elemente, farbige Buchschnitte und Illustrationen

Auch Hardcover ohne Schutzumschlag und Taschenbücher, die ja direkt noch viel praktischer sind, können wundervolle Merkmale haben. Die Entdeckung es Glücks mit dem goldenen Highlight, dass sich auch wie aufgeklebter Goldstaub anfühlt, ist einfach zauberhaft, und der Inhalt überzeugte mich genauso. Und diese traumhafte Ausgabe von „Die unheimliche Bibliothek“ von Haruki Murakami überzeugt Innen und Außen mit wundervollen, etwas gruseligen Illustrationen und der Papierwahl. Außerdem finde ich farbige Schnitte auch immer wunderschön, hier bei einer seeehr alten Ausgabe von The Group mit roten Seitenrändern.

Pappe, Strukturen und Stoff

Und dann gibt es da noch die Bücher, die eine Art Stoffüberzug haben, wie meine zauberhafte Ausgabe von Emma aus dem DTV Verlag. Bücher, deren Cover keine glatte, sondern eine strukturierte Oberfläche haben wie „Und du bist nicht zurück gekommen“ von Marceline Loridan-Ivens vom Insel Verlag. Und die letzten Besonderheiten in meinem Regal sind Bücher, die schon eher total Oldschool sind, mit einem schlichten und doch so außergewöhnlichem Buchcover aus Pappe wie Echt oder Qualityland.

Wie sieht ges bei euch aus? Ist für euch die Buchaufmachung relevant für die Kaufentscheidung? Wie wichtig findet ihr das Cover? Und welche Buchaufmachungen liebt ihr besonders?

Hier findet ihr die Beiträge der anderen Mädls: