Ich toure weiter durch die Verlagsvorschauen für das Frühjahr 2018. Mein nächster halt ist der Dumont Verlag – von Literatur über Sachbücher, Kunst und Leben bis hin zum Taschenbuch habe ich alle Vorschauen durchstöbert. Hier meine acht Favoriten für euch:

Literatur, Sachbuch, Kunst & Leben

Die Ermordung des Commendatore von Haruki Murakami (c) DumontHaruki Murakami – Die Ermordung des Commendatore I

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Dumont Verlag)

Ein gesichtsloser Mann – und sein Porträtist

Nach der Trennung von seiner Frau reist ein erfolgreicher junger Maler ziellos durch Japan. Schließlich zieht er sich in das abgelegene Haus eines berühmten Künstlers zurück. Eines Tages erhält er ein lukratives Angebot: Er soll das Porträt eines reichen Mannes anfertigen. Nach einigem Zögern nimmt er an, und Wataru Menshiki sitzt ihm fortan Modell. Doch der Ich-Erzähler findet nicht zu seiner alten Fertigkeit zurück. Wer ist dieser Mann, dessen Bildnis er keine Tiefe verleihen kann? Durch einen Zufall entdeckt der Maler auf dem Dachboden ein meisterhaftes Gemälde. Es trägt den Titel ›Die Ermordung des Commendatore‹. Er ist wie besessen von dem Bild, mit dessen Auffinden zunehmend merkwürdige Dinge um ihn herum geschehen, so als würde sich eine andere Welt öffnen. Mit wem könnte er darüber reden? Er kennt nur Menshiki, doch soll er sich ihm wirklich anvertrauen? Als er es tut, erkennt der Ich-Erzähler, dass Menshiki einen ungeahnten Einfluss auf sein Leben hat.

Die Ermordung des Commendatore Band zwei von Haruki Murakami (c) DumontHaruki Murakami – Die Ermordung des Commendatore II

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Dumont Verlag)

Lesen Sie in ›Die Ermordung des Commendatore Band 2: Eine Metapher wandelt sich‹ wie die Geschichte des jungen Malers weitergeht.

Menshiki gibt ein zweites Bild in Auftrag: Der junge Maler soll die 13-jährige Marie porträtieren. Das Mädchen, so glaubt Menshiki, könnte seine Tochter sein. Während der Sitzungen entwickelt sich allmählich ein vertrautes Verhältnis zwischen dem Ich-Erzähler und seinem Modell. Marie ist eine aufmerksame Beobachterin, und so hat sie vieles, was sich rund um das Haus des Malers abspielt, bemerkt. Eines Tages ist Marie verschwunden. Der Ich-Erzähler ist überzeugt davon, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen ihrem Verschwinden und dem Gemälde ›Die Ermordung des Commendatore‹. Darüber könnte ihm allerdings nur der alte, demente Maler des Bildes Aufschluss geben. Wozu ist ein Mensch fähig, von dem er nichts ahnt und das er weit von sich weisen würde? Diese Frage stellt sich der junge Maler, als er erfährt, was er tun muss, um Marie zu finden. Wäre er bereit, einen Menschen zu töten?

Ein anderes Leben als dieses von Virginia Reeves (c) DumontVirginia Reeves – Ein anderes Leben als dieses

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Dumont Verlag)

Ein Südstaatenroman in der Tradition von Harper Lee

Alabama in den 1920ern. Roscoe T. Martin ist Mitte dreißig und in seiner Zeit eine Art Pionier: Er arbeitet als Elektriker, und das mit großer Leidenschaft. Als seine Frau Marie aber die Farm ihres Vaters erbt, sieht er sich gezwungen, mit ihr aufs Land zu ziehen. Er findet sich in einem Leben wieder, das er so nie gewollt hat. Die Ehe kriselt, auch aufgrund wirtschaftlicher Probleme. Um der Farm zu neuem Aufschwung zu verhelfen, zapft Roscoe mithilfe des schwarzen Hilfsarbeiters Wilson staatliche Stromleitungen an. Eine Weile geht alles gut – bis ein Techniker bei einer Routinekontrolle einen tödlichen Stromschlag erleidet. Roscoe wird wegen Mordes und Diebstahls zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, während Wilson als Zwangsarbeiter in einer Kohle-
mine quasi-versklavt wird. Anhand der Schicksale dieser beiden Männer erzählt Virginia Reeves von Segregation, Schuld und Gerechtigkeit – und von einer Ehe, die an den Verhältnissen zerbricht. ›Ein anderes Leben als dieses‹ ist gleichzeitig ein Porträt Alabamas zu Beginn des
20. Jahrhunderts und ein großer Gefängnisroman, der eindrücklich einen Sozialraum zeigt, in
dem sich alle moralischen Regeln verkehren.

Longlist Man-Booker-Preis 2016

Das Mädchen, das in der Metro las von Christine Féret-Fleury (c) DumontChristine Féret-Fleury – Das Mädchen, das in der Metro las

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Welches Buch wird dein Leben verändern?

Jeden Morgen sitzt Juliette in der Metro auf dem Weg zu ihrer eintönigen Arbeit in einem Maklerbüro und taucht ein in die Welten ihrer Romane. Mal begibt sie sich mit Marcel Proust auf die Suche nach der verlorenen Zeit, mal begleitet sie Hercule Poirot im Orientexpress Richtung Istanbul – manchmal beobachtet sie auch einfach die Menschen um sich herum, die in ihre Lektüre vertieft sind. Es sind die Bücher, die Juliettes Leben Farbe verleihen. Als sie eines Tages beschließt, zwei Stationen früher auszusteigen, begegnet sie dem schrulligen Soliman, der mit seiner Tochter Zaïde inmitten seiner Bücherstapel lebt. Soliman glaubt, dass jedes Buch, wenn es an die richtige Person übermittelt wird, die Macht hat, ein Leben zu verändern. Auserwählte Boten liefern für ihn diese kostbare Fracht aus, an die, die sie nötig haben. Bald wird Juliette zu einer Botin, und zum ersten Mal haben die Bücher einen wirklichen Einfluss, auch auf ihr Schicksal.

#ichbinhier von Hannes Ley (c) DumontHannes Ley – #ichbinhier

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Dumont Verlag)

Mit Fakten und Freundlichkeit gegen hemmungslose Hetze

Hate Speech hat eine lange Tradition im Internet. Anfangs waren vor allem Einzelne davon betroffen, schlimm genug. Doch längst wissen wir um das destruktive Potenzial dieser Pöbeleien für die Gesellschaft. Eine gravierende Folge ist neben der Verrohung der Diskussionskultur auch die Unterminierung der Demokratie. Hannes Ley kämpft gemeinsam mit den 37.000 Mitgliedern der von ihm gegründeten Facebook-Gruppe #ichbinhier entschlossen gegen den Hass im Netz.
Wann immer gezielt Lügen verbreitet werden und mit Frauen-, Fremden- und anderer Meinungs-Feindlichkeit niederste Instinkte angesprochen werden, stellt sich #ichbinhier gegen den Strom und positioniert sich gegen Hate Speech. Unaufgeregt, faktensicher und ohne große Emotionen. Denn wo sich Fake News und Hassreden zusammentun, entfaltet sich ein Potenzial, das die Gesell-schaft spalten kann, wenn nicht gegengesteuert wird. Mit Zivilcourage und gegenseitiger Unter-stützung können engagierte Bürger viel bewirken – Hannes Ley zeigt, wie es gelingen kann.


Taschenbuch

Mariana Leky – Die HerrenausstatterinDie Herrenausstatterin von Mariana Leky (c) Dumont

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Dumont Verlag)

»Der bezauberndste und lustigste Liebesroman seit Langem.« TAZ

Katja Wiesberg verschwimmt die Welt vor Augen. Ihr Mann ist fort, sie ist ihren Job los und allein. Da sitzt auf einmal ein älterer Herr auf dem Rand ihrer Badewanne und stellt sich als Dr. Blank vor. Und noch ein Fremder taucht auf: ein Feuerwehrmann, der behauptet, zu einem Brand gerufen worden zu sein, und nicht wieder geht. Eine abenteuerliche Dreiecksgeschichte nimmt ihren Lauf, zwischen einer aus dem Alltag gefallenen Frau, einem überaus selbstbewussten Liebhaber und einem lebensweisen Toten. Mariana Lekys Roman entführt in eine Welt, die komischer und trauriger ist als unsere – und dabei geisterhaft menschlich.

Nedim Gürsel – Der Sohn des HauptmannsDer Sohn des Hauptmanns von Nedim Gürsel (c) Dumont

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Dumont Verlag)

»Ein bewegendes, scharfsinniges und sehr persönliches Buch« LE FIGARO

Ein ehemaliger Journalist in Istanbul, der bereits die Nähe des Todes spürt, vertraut einem Tonbandgerät seine Lebensgeschichte an. Von Frau und Tochter verlassen, denkt er an seine Kindheit in einer Garnisonsstadt in der türkischen Provinz zurück, an die Großmutter, an den unnahbaren und kalten Vater, der als Mitglied des Militärs am Putsch von 1960 beteiligt war. Der alte Mann erzählt mal unverblümt, mal bitter von den Jahren in einem Internat in Istanbul, seinen Freundschaften dort und den ersten sexuellen Erfahrungen. Er hört die Stimme des Vaters, hat den Geschmack seiner geliebten Lebensbonbons auf der Zunge und kehrt immer wieder zu einer Person zurück, die er mit zunehmendem Alter mehr vermisst denn als kleiner Junge: seine Mutter.
Er erkennt, wie sehr seine Kindheit und Jugend sein Leben bestimmt haben: die Mutter und ihr Tod, der ihm stets fremde Vater und dessen politische Ansichten.

Jules Verne – Der grüne BlitzDer grüne Blitz von Jules Verne (c) Dumont

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Dumont Verlag)

In Liebesdingen nie mehr irren

Die hübsche Helena wächst auf dem schottischen Landsitz ihrer »Zieheltern« Onkel Sam und Onkel Sib auf, die sich nicht nur eine Schnupftabakdose teilen, sondern auch stets die Sätze des jeweils anderen vollenden. Als Helena achtzehn wird, beschließen die beiden, sie mit dem hochseriösen Gelehrten Aristobulus Ursiclos zu verheiraten. Doch Helena fordert Bedenkzeit: Aus der Zeitung hat sie vom »grünen Blitz« erfahren, einem seltenen Naturphänomen, das nur an besonders klaren Tagen bei Sonnenuntergang am Meer beobachtet werden kann. Wer ihn gesehen hat, wird sich, so besagt die Legende, in Gefühlsfragen nie mehr täuschen. Mit ihren Onkeln im Schlepptau begibt sich Helena auf eine Reise entlang Schottlands Westküste, auf der Suche nach dem grünen Blitz – und der großen Liebe. Jules Vernes einziger Liebesroman, 1882 im Original erschienen und gut hundert Jahre später von Éric Rohmer als ›Das grüne Leuchten‹ fürs Kino adaptiert, liegt hiermit erstmals im Taschenbuch vor. Mit humorvollem Understatement und hinreißender Leichtigkeit entführt uns der Autor auf diese abenteuerliche Entdeckungsreise, die schließlich eine Entdeckungsreise des Herzens ist.


Ach, so viele Schätze! Ist für euch auch was passendes dabei? Ich freue mich ja besonders auf Murakami und bin sehr neugierig aud #ichbinhier.