Erichkästner Schuber aus dem Atrium-Verlag

Gestern, am 23. Februar 2018, ist Erich Kästners Geburtstag 119 Jahre her gewesen. Ein Autor, den wohl so gut wie jeder vor uns kennt und der uns Helden schriebe wie Emil, Pünktchen und Anton oder die Kinder aus dem fliegenden Klassenzimmer. Auch ich liebte seine Geschichte und auch die Verfilmungen dazu. Vor einigen Jahren schenkte mir meine Schwester einen zauberhaften Schuber mit den Kindergeschichten Erich Kästners.

Wunder erleben nur diejenigen, die an Wunder glauben. – Erich Kästner

Doch Erich Kästner war noch viel mehr, als nur ein Kinderbuchautor. So schrieb er auch Gedichte und Romane für Erwachsene. Erfolgreicher waren jedoch stets seine Kinderbücher. Geboren wurde Kästner in meiner eigenen Geburtsstadt Dresden. Dort verbrachte er auch seine Kindheit und ging zur Volksschule. Anschließend begann er mit einem Lehrerseminar des Freiherrn von Flechter. Die Ausbildung brach er jedoch kurz vor Ende ab. Seine Eltern hatten keine besonders glückliche Beziehung. Die Verbindung von Erich Kästner zu einer Mutter war hingegen sehr eng. Was wohl einer der Gründe dafür ist, dass in vielen seiner Werke die sogenannte “Urmutter” vorkommt.

1917 war seine Kindheit mit dem Beginn des Krieges zu Ende. Wie viele wurde er in den Krieg geschickt. Nach dem Ende holte er sein Abitur nach und begann 1919 schließlich ein Studium der Geschichte, Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaft in Leipzig. Um sein Studium zu finanzieren, startete er zunächst mit diversen Nebenjobs bis er begann erste Kolumnen zu schreiben. 1927 ging er nach Berlin und verbrachte dort seine produktivsten Jahre. Seine bekannten Werke “Emil und die Detektive”, “Pünktchen und Anton” und “Das fliegende Klassenzimmer” entstand zu dieser Zeit.

Das wir wieder werden wie Kinder, ist eine unerfüllbare Forderung. Aber wir können zu verhüten versuchen, dass die Kinder so werden wie wir. – Erich Kästner

Im Zweiten Weltkrieg war er einer der wenigen Schriftsteller, die Deutschland nicht verließen. Seine Bücher wurden verbrannt, seine Wohnung zerbombt und er aus dem deutschen Schriftstellerbund ausgeschlossen. Schließlich zog es in nach München, wo er Feuilletonleiter der Neuen Zeitung wurde und auch die Kinderzeitschrift “Pinguin” herausbrachte. Er lebte bis 1974 und war stets ein bedeutender Charakter und Schriftsteller Deutschlands.

Seine Kinderbücher waren damals etwas ganz Besonderes. Die sachliche, schnörkellose Erzählweise war zu dieser Zeit einzigartig. Noch heute wirkt der Ton und die sachliche Sprache zeitgemäß. Bis heute lesen viele Kinder und auch Erwachsene wie ich noch seine Geschichten. Kästner nahm Kinder stets ernst und hielt sie wie manch anderer nicht für dumm.

Nur wer Erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch. – Erich Kästner

Seine Geschichte sind ein heller Lichtstreif im Alltag. Denn Schlechtes wendet sich in Ihnen stet zum Guten. Da bringt man Diebe zur Strecke, hilft Armen oder vereint getrennte Zwillinge. Ihm war es wichtig zu zeigen, dass es sich stets auszahlt, mutig zu sein. Seine Kindheitshelden duften daher auch im Erwachsenenalter bei mir einziehen und ich liebe alle seine Geschichten noch immer.

(Quelle – Wikipedia)

Die drei Bücher aus dem Erich Kästner Schuber (c) Atrium-Verlag

Die drei Bücher aus dem Erich Kästner Schuber (c) Atrium-Verlag

Erich Kästner Schuber – Buch 1

Buch eins aus dem Schuber versammelte folgende Geschichten: Emil und die Detektive, Emil und die drei Zwillinge, Das doppelte Lottchen und Der 35. Mai.

Emil und die Detektive

Emil Tischbein verbringt seine Ferien in Berlin. Von der Mutter hat er 120 Mark für seine Großmutter in Berlin mitbekommen. Im Zug schläft Emil jedoch ein und als er aufwacht, ist alles Geld geklaut. Und der Mann mit dem komischen Hut, der vorher auch im Abteil saß, ist ebenfalls verschwunden. So beginnt eine wilde Verfolgungsjagd, bei der Emil die Unterstützung von Detektiven bekommt. Unter anderem von Pony Hütchen, seiner Kusine und Gustav, dem Jungen mit der Hupe.

Emil und die drei Zwillinge

Und auch die weitere Emil Geschichte darf nicht fehlen. Die Detektive – Pony Hütchen, Gustav mit der Hupe, der Professor und der kleine Dienstag und Emil sind an der Ostsee. Hier hat der Professor ein Haus geerbt. Er lädt die Detektive, Emil und seine Großmutter ein, dort die Sommerferien zu verbringen. Ein Riesenspaß der zu einem wahren Abenteuer wird, als sie die Byron-Zwillinge kennen lernen.

Das doppelte Lottchen

Neben Emil war “Das doppelte Lottchen” eine meiner liebsten Geschichten. Zwei Mädchen begegnen sich in einem Internat. Am Anfang können sie sich überhaupt nicht ausstehen. Doch am Ende des Schuljahres tauschen die zwei Rollen. So fährt Lotte als Luise nach Wien und Luise als Lotte nach München. Beide erleben spannende Abenteuer und die Krönung des Ganzen – beide sind eineiige Zwillinge, was sie am Ende schließlich herausfinden.

Der 35. Mai

Jedes Lachen, dass du aussendest, kehrt doppelt zu dir zurück. – Erich Kästner

Eine Geschichte, die ich tatsächlich erst durch den Schuber kennenlernte. Hier geht es um Konrad, der Donnerstags immer seinen Onkel, den Apotheker Ringelhut, besucht. Da gibt es immer nur verrücktes Zeug zu essen, wie Kochschinken mit Sahne, Fleischsalat mit Himbeersaft oder sogar Kirschkuchen mit englischem Senf. Anschließend turnen sie über die Möbel und springen vom Bücherschrank, sofern ihnen nicht schlecht wurde. Doch am Donnerstag den 35. Mai, ist alles etwas anders. Auf der Straße werden die beiden vom Rollschuhlaufenden Zirkuspferd Negro Kaballo angesprochen. Da Konrad einen Aufsatz über die Südsee schreiben muss, bietet sich es natürlich an, einfach mal dorthin zu reiten. Was die beiden an diesem Tag erleben, kann nun wirklich nur an einem 35. Mai stattfinden.

Erich Kästner Schuber – Buch 2

Auch im zweiten Buch versammeln sich viele Herzensgeschichten: Das fliegende Klassenzimmer, Der kleine Mann, Der kleine Mann und die kleine Miss und Das verhexte Telefon.

Das fliegende Klassenzimmer

Eine klassische Internatsgeschichte, die Kästner selbst als eine seiner besten ansieht. Hier wird deutlich, dass die Kindheit doch nicht nur aus Konfetti und Kuchenteig besteht. Mit etwas Melancholie aber auch Humor erzählt er von den Internatjungen und lässt uns ihre kleinen und großen Sorgen erleben.

Der Ernst des Lebens beginnt wirklich nicht erst mit dem Geldverdienen. Er beginnt nicht damit und er hört nicht damit auf. Ich betone diese stadtbekannten Dinge nicht etwa, dass ihr euch einen Stiefel darauf einbilden sollt, bewahre! Und ich betone sie nicht, um euch Bange zu machen. Nein, nein. Seid glücklich, so sehr ihr könnt! Und seid lustig, dass euch vor Lachen der kleine Bauch weh tut! – Erich Kästner

Der kleine Mann

Mäxchen Pichelsteiner wird von allen nur der kleine Mann genannt. Denn er ist nur 5 cm groß und kann bequem in einer Streichholzschachtel schlafen. Und so ungewöhnlich wie seine Größe ist auch sein Beruf: Er ist Artist. Er tritt beim bekannten Professor Jokus von Pokus im Zirkus Stilke als Zauberlehrling auf. Er lernt sein Handwerk auf dem schönen Waldemar und lässt sich auf der Nase herumtanzen. Mit der Nummer “Der kleine Mann und der große Dieb”, wird er weltberühmt und bekommt verlockende Angebot von den größten Zirkussen der Welt. Eines Tages ist er plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Der Professor ist am Verzweifeln und die Polizei ist ratlos, was ist nur mit ihm passiert?

Der kleine Mann und die kleine Miss

Der kleine Mann ist so berühmt, dass Mister Drinkwater aus Amerika höchstpersönlich anreist, um sein Leben zu verfilmen. Und ungewöhnliche Helden erleben ungewöhnliche Abenteuer – nach aufregenden Dreharbeitern ist er endlich weltweit im Fernsehen zu sehen. Vor dem Fernseher in Alaska sitzt ein kleines Mädchen und traut seinen Augen kaum. Sie heißt Emily Simpson und ihre Mutter ist eine geborene Pichelsteiner. Und ratet, wie groß Emily wohl ist?

Das verhexte Telefon

Lasst euch die Kindheit nicht austreiben. – Erich Kästner

Es ist egal, was passiert: Ob der Opernintendant singen muss, um das Telefon zu testen. Ob Ferdinand mit dem Staubsauger die Wohnung ruiniert. Ob Ursula mit geklauten Luftballons nach Afrika fliegt oder ob Peter mit dem Vertilgen von 30 Klößen angibt. Stets enden die Streiche aus dem Buch in einem Fiasko.

Erich Kästner Schuber – Buch 3

Das dritte und letzte Buch vereint schließlich meine absolute Lieblingsgeschichte mit drei weiteren wundervollen Geschichten: Pünktchen und Anton, Als ich ein kleiner Junge war, Das Schwein beim Friseur und Die Konferenz der Tiere.

Erichkästner Schuber aus dem Atrium-Verlag

Erichkästner Schuber aus dem Atrium-Verlag

Pünktchen und Anton

Ich liebe Pünktchen und Anton, sie ist definitiv meine allerliebste Geschichte von Erich Kästner. Pünktchen, die eigentlich Luise heißt, verkauft jeden Abend auf einer Brücke mitten in Berlin Streichhölzer. Ihre Eltern, Herr und Frau Pogge, wissen das natürlich nicht. Die haben eh mal wieder was anderes zu tun. Ihr Kindermädchen nimmt ihr alle Einnahmen ab. Dabei würde Pünktchen mit dem Geld viel lieber ihrem Freund Anton und seiner Mutter helfen. Doch das ist noch nicht genug, denn bald geraten die beiden auch noch in einen Kriminalfall, in dem das gemeine Kindermädchen wohl eine größere Rolle spielt.

Als ich ein kleiner Junge war

In dieser Geschichte erzählt Kästner von den Jahren 1907 bis 1914 in seiner Heimatstadt. Aber auch sehr anschaulich von der Kindheit seiner Eltern und seiner Großeltern. Er schreibt vom Alltagsleben seiner Familie, von den gesellschaftlichen Zwängen und Konventionen, vom Treiben auf den Straßen in Dresden. Besonders liebevoll erinnert er sich an seine Mutter, der er mit diesem Buch ein Denkmal setzt.

Das Schwein beim Friseur

Welches Kind geht schon gerne zum Friseur. Der kleine Berthold zumindest würde sich nie freiwillig die Haare schneiden lassen. Bis ihn seine Mutter eines Tages mit zum “Friseur am Zoo” nimmt. Da staunt er, denn statt auf Stühlen sitzen die Kinder auf lebendigen Tiere. Ein Pony, ein Esel sogar ein kleiner Elefant. Für ihn ist gerade das grunzende Schwein frei. Und was passiert, als Berthold sich darauf setzt, ist definitiv haarsträubend.

Die Konferenz der Tiere

Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie. – Erich Kästner

Eine seiner wohl bekanntesten Geschichten. Der Löwe Alois trifft sich mit Oskar, dem Elefanten und der Giraffe Leopold zum Abendschoppen am Tschadsee. Über kurz oder lang kommt die Unterhaltung zu den Menschen. Über die ist man schnell einer Meinung: schreckliche Leute, die mit ihrer Tüchtigkeit nichts anzufangen wissen. Sie können zwar Tauchen wie Fische, Fliegen wie Adler und klettern wie Gämse, doch sie bringen nichts anderes Zustande als Kriege, Revolutionen und Hungersnöte. Den Tieren tun sie so leid, dass diese endlich etwas unternehmen wollen. Und so wird die erste “Konferenz der Tiere” einberufen. Aus der ganzen Welt strömen sie zusammen, um den Frieden unter den Menschen durchzusetzen.

War Erich Kästner auch euer Held der Kindheit bzw. hat Kindheitshelden für euch erschaffen? Welche Geschichte mögt ihr am liebsten und was haltet ihr von den Verfilmungen? Teilt eure Erfahrung und Meinungen doch gerne in den Kommentaren.

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