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Goldmann (ehemals Wilhelm Goldmann Verlag) ist ein Verlagshaus in München und Teil der Bertelsmann-Gruppe, die zur Verlagsgruppe Random House gehört. Er ist der umsatzstärkste Publikumsverlag in Deutschland, vor allem bei Taschenbüchern.

Programm

Goldmann veröffentlichte zunächst Werke von Edgar Wallace. Daraufhin versuchte Wilhelm Goldmann, die Rechte für den Begriff Krimi zu erhalten. Heinrich Hussmann und später Kurt Gundermann entwarfen die markanten Buchcover, die später für Bühnenbilder verwendet wurden.

Schwerpunkt der Roten Reihe waren vorwiegend angelsächsische Krimis, bei denen die Cover in der entsprechenden Farbe gestaltet wurden. Der erste Titel der Reihe war Der Frosch mit der Maske von Edgar Wallace, der zusammen mit Agatha Christie die Reihe zunächst dominierte, später kamen Victor Gunn, Arthur Upfield und Thomas Muir, noch später Francis Durbridge und Rex Stout. Weitere bekannte wiederkehrende Autoren waren Louis Weinert-Wilton, Earl Derr Biggers, John Creasey, Ellery Queen, Dick Francis und Bill Knox. Darüber hinaus erschien in der Gelben Reihe auch anspruchsvolle Literatur von Stefan Heym, Walter Kempowski, Manfred Bieler und Ingeborg Drewitz.

Heute wird im Goldmann Verlag ein breites Spektrum an Belletristik sowie an Sachbüchern angeboten. Bekannte Autoren sind unter anderem Bill Bryson, Joy Fielding, Elizabeth George, Wladimir Kaminer, Richard David Precht, Lucinda Riley, Michael Robotham und Donna Tartt. In jüngster Zeit wurde der Goldmann Verlag durch die Fifty Shades-Trilogie der britischen Autorin E. L. James bekannter, allein in Deutschland wurden bis zum Frühjahr 2013 mehr als sieben Millionen Exemplare verkauft.

Neben der Marke Goldmann verlegte der Verlag seit 1980 Bücher zu den Themen Mystik, Spiritualität und Alternativmedizin, zunächst unter der Bezeichnung Goldmann Esoterik, später unter der Marke Goldmann Arkana. Seit 1998 erscheinen bei Goldmann Ratgeber unter der Marke Mosaik. Aus der ursprünglichen Goldmann Esoterik wurde 1998 der Arkana Verlag, der heute als eigenständiger Verlag von der Random House Publishing Group geführt wird. Das Gleiche gilt für den Mosaik Verlag.

In den 1980er Jahren veröffentlichte Goldmann deutsche Übersetzungen einiger Doctor-Who-Romane, meist Geschichten mit den Daleks.

Geschichte

Gründung in Leipzig

Der Verlag wurde 1922 in Leipzig von Wilhelm Goldmann gegründet, der zuvor als Reisevertreter für andere Verlage tätig war. Der neue Verlag verlegte zunächst Kunstbücher und Abenteuerromane und feierte Mitte der 1920er Jahre mit den Kriminalromanen von Edgar Wallace erste Erfolge. Dazu kam die ausdrucksstarke moderne Gestaltung der Buchumschläge durch Heinrich Hussmann und die Tatsache, dass Goldmann neben den traditionellen leinengebundenen Büchern auch eine preiswerte "Broschurausgabe" herausgab, die eine frühe Form der später für die Bahnhofsbuchhandlungen entwickelten Taschenbücher wurde.

In der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlichte Goldmann auch zunehmend populärwissenschaftliche Bücher zu Umwelt- und Wirtschaftsfragen; zu den auflagenstarken Autoren dieser Zeit gehörten beispielsweise Anton Zischka, Walter Pahl, Paul August Schmitz und Ferdinand Fried. Während des Zweiten Weltkriegs produzierte Goldmann Sonderausgaben zur Truppenunterstützung und profitierte von bevorzugten Papierzuteilungen. Obwohl das Verlagshaus am Leipziger Rossmarkt bei einem Luftangriff im Dezember 1943 völlig zerstört wurde, konnte die Produktion bis zum Kriegsende aufrechterhalten werden.

Nach dem Krieg wurde Wilhelm Goldmann im Februar 1946 von der sowjetischen Geheimpolizei unter dem Vorwurf des "faschistischen Buches" verhaftet und vier Jahre lang ohne Prozess in den Speziallagern Mühlberg und Buchenwald festgehalten. In der Zwischenzeit produzierte der Verlag bis Ende 1949 weiter.

Neuanfang in München

Nach seiner Entlassung im Januar 1950 siedelte Wilhelm Goldmann nach Westdeutschland über und leitete von München aus seinen Verlag. Er widmete sich verstärkt der Produktion preiswerter Taschenbücher: 1952 erschienen die ersten Goldmann-Taschenkrimis (wegen der vorherrschenden Umschlagfarbe auch Rote Reihe genannt); ein Jahr später starteten die gelben Goldmann-Taschenbücher (Gelbe Reihe) mit Klassikern der Weltliteratur und zeitgenössischer Belletristik, die das Profil des Verlages für fast drei Jahrzehnte prägten. Später kamen weitere Reihen hinzu, etwa Science-Fiction-Literatur (Goldmanns Weltraum-Handbücher) sowie Sachbücher und Ratgeber. Im Hardcover-Bereich verlegte Goldmann weiterhin Kunstbücher, Werkausgaben und ab 1955 Atlanten (Goldmanns Großer Weltatlas, Goldmanns Handatlas) (Luigi Visintin, Herbert Bayer, Wilhelm Goldmann).

1970 verlegte Goldmann über 2.900 Titel mit einer Gesamtauflage von über 110 Millionen Exemplaren, Mitte der 1970er Jahre war man, was den Umsatz betrifft, als mittelmäßig einzustufen und, was die produzierten Titel betrifft, einer der größten Taschenbuchverlage in der Bundesrepublik. Nach dem Tod des Verlagsgründers 1974 erlebte der Verlag eine Phase der Stagnation. Kritiker hatten ihm einen schlechten Ruf gegeben und betrachteten das Programm als "Gemischtwarenladen mit höchst unterschiedlichem Qualitätsniveau". Vor allem habe sich Goldmann "nicht um die aktuelle Literatur gekümmert" und im internationalen Lizenzgeschäft "bisher nur eine untergeordnete Rolle" gespielt.

Verkauf an Bertelsmann

1977 wurde der Goldmann Verlag von Bertelsmann übernommen, die durch diesen Kauf in das wachsende Taschenbuchgeschäft einstiegen und die Lücke in ihrer Produktion füllten. Bis dahin erreichte Goldmann eine Produktion von etwa 4.400 Titeln und machte einen Umsatz von 15 Millionen D-Mark. Nach der Übernahme wurde das Programm auf umsatzstarke Titel konzentriert und die Backlist radikal reduziert. Auch weniger profitable Bereiche, wie das Hardcover-Portfolio, wurden bereinigt und Personal abgebaut. Erst seit 1986 verlegt Goldmann wieder gebundene Bücher und erweiterte das Programm auch auf Sachbücher.