Sherlock Holmes und die schwarze Kobra von Franziska Franke (c) KBV
Rezensionsexemplar

Ein neuer Fall für Sherlock Holmes und David Tristram aus der Feder von Franziska Franke – den musste ich natürlich lesen. Diesmal ist das Duo aber ein Trio, denn Tristram hat in der Zwischenzeit seine Violetta geheiratet, die aus Florenz stammt. Durch einen Auftrag für einen Verwandten von Violetta schlittert Tristram dann auch direkt in den nächsten Fall für sie hinein.

Alles beginnt, als die Drei nach Indien reisen. In Bombay soll David im Auftrag seines Schwagers eine Büste an den Konsul McGregor abliefern. Doch als Tristram bei ihm vor der Tür steht, kann sich dieser überhaupt nicht mehr daran erinnern, jemals eine Büste bestellt zu haben und seine Reaktion ist sehr verwirrend und verdächtig. Zurück im Hotel erzählt David von den eigenartigen Gegebenheiten und Holmes wird sofort neugierig.

Er nimmt die Ermittlungen auf, die ihn, gemeinsam mit Violetta, zu einem Empfang im Hause des Konsuls führen. Warum verhielt sich dieser nur so eigenartig? David soll erst einmal untertauchen. Auf dem Empfang stirbt der Diener des Konsuls an einem Schlangenbiss. Und Holmes Vermutungen dunkler Machenschaften scheinen sich zu bestätigen. Und dann wird kurze Zeit später auch noch ein Kultgefäß aus der Bibliothek der Asiatic Society gestohlen. Ein Zusammenhang zwischen dem Tod des Dieners, vielen weiteren Gegebenheiten und dem Diebstahl scheint zu bestehen.

Zu dritt nehmen sie die Fährte auf…nein..sagen wir, eher Holmes, während die anderen beiden absolut im Dunkeln tappen und damit auch ich als Leser. Wir reisen durch halb Bombay, lernen lauter verquere, schrullige und zwielichtige Charaktere kennen, landen auf der geheimnisvollen Insel Elephanta und auf dem Hof des Raja von Adipur. Dank Franziskas wundervoller Szenenbeschreibungen fühlen wir uns als wären wir direkt vor Ort. Der Fall war spannend, aber zu lang. Wie Tristram tappen wir zulange vollkommen im Dunkeln und werden dorthin geführt und dorthin geführt, ohne dass es so richtig vorangeht. Ich hatte Spaß beim Rätseln, aber leider haben mir dieses Mal die kleinen Hinweise und Details gefehlt, die mir zwar nichts verraten, dank denen man aber erfährt, auf welcher Spur Holmes da gerade ist. Hinweise, mit denen ich selber Nebenei hätte rätseln können.

Ich hatte zwar Spaß mit Sherlock, Tristram und auch Violetta, deren Kapitel Abwechslung brachten. Insgesamt habe ich zwischendurch aber etwas die Lust und den Faden verloren. Zwei, drei Gegebenheiten und Wendungen weniger, etwas mehr Einblicke in Holmes Erkenntnisse und Sherlock und die schwarze Kobra wäre wieder fast perfekt gewesen. So jedoch habe ich zwar den Ausflug nach Indien genossen und hatte meinen Spaß mit einigen Protagonisten, war vom Fall selbst jedoch nicht ganz so gepackt wie sonst.

*Das Buch wurde mir vom KBV Verlag und Franziska Franke zur Rezension zur Verfügung gestellt.

Headerbild: (c) Franziska Franke – KBV Verlag

Infos zum Buch

Autorin: Franziska Franke

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: KBV

Seiten 344

Format: Taschenbuch

Preis: [D] 10,95 €

Weitere Sherlock Fälle von Franziska Franke:

Sherlock Holmes und das Geheimnis der Pyramiden

Sherlock Holmes und das Ungeheuer von Ulmen

Sherlock Holmes und der Ritter von Malta

Autorin:

Franziska Franke wurde in Leipzig geboren. Ihre Schulzeit verbrachte sie in Essen, Schwetzingen und Wiesbaden. Anschließend studierte sie an der Uni von Mainz und Frankfurt Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Kunstpädagogik. Heute wohnt sie gemeinsam mit ihrem Mann in Mainz und ist freiberuflich in der Erwachsenenbildung tätig. Mit ihrem Debüt „Sherlock Holmes und die Büste der Primavera“ erweckst sie den berühmten Meisterdetektiv zum Leben und versucht mit ihren Sherlock-Büchern die Lücke, die es in dessen Lebenslauf nach dem Sturz bei den Reichenbachfällen gibt, zu schließen.