She read books as one would breath air, to fill upd and live - Annie Dillard
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Warum ich lese – Den eigenen Horizont erweitern

von Franzi S.
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Hallo ihr Lieben,

schon seit Monaten überlege ich, einfach mal auch einen kleinen Plauderbeitrag zu machen. Immer wieder ploppte der Gedanke zum Thema „Warum lese ich“ auf. Natürlich, so wie vermutlich viele, um einfach abzuschalten, mich zu unterhalten, in andere Welten zu flüchten. Aber eben auch, wie vermutlich ebenfalls die meisten von euch, um über den eigenen Tellerrand zu schauen, Geschichte hautnah zu erleben, neue Themen und Bereiche wie Botanik, Kunst, Klassik, Musik im Allgemeinen, zu erleben und interessante Informationen zu bekommen.

Und was gibt es dafür schon besseres als Bücher? Nichts, oder? Ich liebe Bücher, die es schaffen, mich mit einer guten Story, und einem einnehmenden Schreibstil in den Bann zu ziehen. Und solche, die mir gleichzeitig etwas Neues beibringen. Zu tief braucht es natürlich nicht ins Thema gehen, wissenswerte Fakts reichen da vollkommen, die dezent platziert sind oder um die eine Geschichte aufbaut, beispielsweise zu einem Kunstwerk, wie in der Distelfink von Donna Tartt. Biografische Verwebungen zu Künstlern, Hinweise zur Geschichte eines Landes oder eines Ortes, Hintergründe zu Kriegen, Apartheid, Sklavenhaltung und vielen weiteren historischen Eckpfeilern. All das macht mich neugierig, macht das Buch für mich wahnsinnig authentisch und führt meistens dazu, dass ich mehr über das Thema wissen möchte. Dass ich losgehe und nach Sachbüchern zum Thema suche, Reportagen ansehe, einfach noch tiefer eintauche. Und dabei hallt dann meistens immer wieder das Buch nach, zumindest, wenn es eines von denen war, die mich wirklich mitnehmen konnten.

Die Tochter des Malers von Gloria Goldreich (c) Aufbau Verlag

Und dann lerne ich auch noch etwas dabei. Denn, lesen bildet eben, egal ob man nun weiter gräbt oder nicht. So schaffte es beispielsweise Die Tochter des Malers von Gloria Goldreich, dass ich mehr zu Chagall und seinen Werken wissen wollte, nach Madame Picasso von Anne Girard war ich wissbegierig zu allem rund um Picasso und Die Königin der Orchard Street von Susan Jane Gilman lässt uns tief eintauchen in das alte New York, eine Stadt, deren Geschichte mich danach nicht mehr los lies.

Madame Picasso von Anne Girard, Buchcover (c) Aufbau

Aber es bildet mich nicht nur, es erweitert auch meinen Horizont, gibt mir Einblicke in heikle, verschwiegene, vernachlässigte Themen. Themen wie psychische Erkrankungen (wie Reasons to Stay Alive von Matt Haig), körperliche Erkrankungen, Sterbebegleitung (Zwanzig Zeilen Liebe von Rowan Coleman). Unbequeme Themen, die knallhart und ungeschönt vermittelt werden, weil man drüber reden muss, weil die Welt offener werden muss, weil wir immer noch in so vielen Bereichen zu engstirnige, veraltete Bilder im Kopf haben. Themen, die ständig in den Nachrichten sind, aber im Grunde können wir es kaum nachvollziehen, wissen kaum etwas darüber, kennen nicht alle Seiten. Ich liebe Bücher, die mich in mir unbekanntes Terrain mitnehmen, wie beispielsweise Hool von Philip Winkler, der uns mit nimmt in das Leben eines Hooligans.

Ich lese Bücher mit unbequemen, unbekannten Themen und auch interessanten, historischen, künstlerischen oder auch wissenschaftlichen und körperlichen Themen wahnsinnig gerne. Weil ich lerne, weil ich meinen Horizont erweiter, weil ich darüber reden kann und sie weiter verbreiten kann. Und tatsächlich sind Bücher, die solche Themen aufarbeiten oder sie nur etwas einfließen lassen, auf wahren Begebenheiten beruhen oder reale Ereignisse zum Hintergrund haben die, die mich mit am meisten berühren, bewegen und lange mitnehmen.

Dazu zählten in den letzten Jahren zum Beispiel Bücher von Susan Albulhawa – Während die Welt Schlief und Als die Sonne im Meer verschwand – von Khaled Hosseini – The Kite Runner oder A Thousand Splendid Suns ebenso wie: Der Zug der Waisen von Christina Baker Kline, Ismaels Orangen von Claire HajajDer Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne, To Kill a Mockingbird von Harper Lee oder Das Lachen und der Tod von Pieter Webeling.

Während die Welt schlief von Susan Abulhalwa (c) Diana
Während die Welt schlief von Susan Abulhalwa (c) Diana
Als die Sonne im Meer verschwand von Susan Abulhawa (c) Diana Verlag
Als die Sonne im Meer verschwand von Susan Abulhawa (c) Diana Verlag
Der Zug der Waisen von Christina Baker Kline, Buchcover (c) Goldmann
Der Zug der Waisen von Christina Baker Kline, Buchcover (c) Goldmann
Ismaels Orangen von Claire Hajaj (c) Blanvalet
Ismaels Orangen von Claire Hajaj (c) Blanvalet
The Kite Runner by Khaled Hosseini (c) Penguin/Riverhead Books
he Kite Runner by Khaled Hosseini (c) Penguin/Riverhead Books
Der Junge gestreiften Pyjama von John Byone (c) Fischer
Der Junge gestreiften Pyjama von John Byone (c) Fischer

Was mir zukünftig noch am Herzen liegt – mehr Bücher zu psychischen Erkrankungen, zu Erkrankungen wie MS oder Krebs, aber ohne diese ganze Schnulzen-Roman-Sachen, sondern gerne auch Sachbuch und Erfahrungsbericht. Themen, die noch viel zu unbeachtet sind, wie LGBT. Aber darüber hinaus freue ich mich weiterhin über jedes Buch, das mich für interessante Themen begeistert, von verschiedenen Kulturen über unterschiedliche Generationen und Lebenswandel, bis hin zu Kunst, Musik, Geschichte und Wissenschaft – Hauptsache vielfältig, bunt, interessant und auch unterhaltsam.

Wie sieht es bei euch aus. Schaffen es Bücher, das ihr mehr über bestimmte Themen erfahren möchtet? Warum lest ihr? Und habt ihr Bücher, die euren Horizont erweitert haben, euch etwas beibrachten oder einfach viel mehr Aufmerksamkeit brauchen, weil sie ein wichtiges Thema anschneiden? Dann lasst mir doch gerne euren Buchtipp in den Kommentaren da!

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Hey! 🙂

Wow, gleich schon wieder so ein toller Post! Du hast absolut Recht mit allem was du sagst und noch dazu sagst du es einfach wunderschön!
Ich versuche auch immer wieder, mithilfe von Büchern bewusst mehr über meinen Tellerrand zu schauen – kürzlich habe ich mir zum Beispiel vorgenommen, mehr nicht-amerikanische und nicht-europäische Bücher zu lesen, weil mir aufgefallen ist, dass ich wirklich erschreckend wenig Literatur aus dem afrikanischen, asiatischen oder südamerikanischen Bereich kenne.

Liebe Grüße,
Sarah

Liebe Franzi,

ein wirklich schöner Beitrag aus dem man deine Leidenschaft herauslesen kann!
Ich kann mich da nur anschließen und habe schon viele Bücher für mich entdeckt, die mich nicht nur gut unterhalten konnten, sondern mir auch ganz andere Welten und Sichtweisen aufgezeigt haben.
Meine Chemieprüfung damals habe ich nur Dank Simon Becket bestanden, Colleen Hoover hat mir zu einem ernsten Thema die Augen geöffnet und Angie Thomas hat mir so vieles bestätigt, was ich immer befürchtet habe. Es gibt unzählige Geschichten, die mich geprägt haben und die ich wohl nie vergessen werde.
Danke für deine schönen Worte.

Liebste Grüße <3 Jill

Hey Franzi! Toller Beitrag und auch sehr schöner Blog!
Ich denke, ich konnte bisher viel aus Büchern mitnehmen und selbst wenn es nur Kleinigkeiten waren. Dadurch, dass ich auch selbst schreibe, recherchiere ich viel. Momentan Astronomie und Astrologie, also ich denke, Bücher können einen durchaus begeistern, so das man seinen Horizont in die verschiedensten Richtungen ausstreckt 🙂

LG Lia, die Geschichtenabenteurerin

Hallo Franzi,

jetzt schaffe ich endlich den Gegenbesuch.
Was für ein schöner Beitrag, in dem ich viel von mir selbst wiederfinde.
Früher habe ich kaum Bücher gelesen, um meinen Horizont zu erweitern, aber mittlerweile tue ich das häufig. Wenn ich einem Buch zum Beispiel historische Ereignisse erwähnt werden, über die ich nichts weiß fange ich sofort an zu recherchieren. Manchmal kaufe ich mir sogar Sachbücher zu den Themen.
Aktuell versuche ich meinen Horizont zu erweitern, in dem ich mehr Literatur aus anderen Ländern lese, da ich gemerkt habe das meine bisherigen Lektüren sehr US, UK und Deutschlandlastig waren.

Liebe Grüße
Elisa

Hey 🙂 Ein sehr schöner Beitrag, in dem sich viele sicher wiederfinden können. Lesen ist für mich auch immer damit verbunden, über den Tellerrand hinwegzublicken und um seinen Horizont zu erweitern. Das schöne an Büchern ist ja auch, dass man sich dazu nicht unbedingt Sachbücher kaufen muss, sondern man kann immer noch fiktionale Geschichten lesen. Gerade dank des Aufschwungs in dem Aufschrei nach mehr Diversität in Büchern ist es immer einfacher Bücher zu finden, die einem helfen die Perspektiven marginalisierten Menschen zu verstehen und man bekommt tolle Einblicke, durch die man selber lernen kann und durch die man zu einem… Weiterlesen »

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