Mein SuB Teil 2

Hallo ihr Lieben,

schon seit Monaten überlege ich, einfach mal auch einen kleinen Plauderbeitrag zu machen. Immer wieder ploppte der Gedanke zum Thema „Warum lese ich“ auf. Natürlich, so wie vermutlich viele, um einfach abzuschalten, mich zu unterhalten, in andere Welten zu flüchten. Aber eben auch, wie vermutlich ebenfalls die meisten von euch, um über den eigenen Tellerrand zu schauen, Geschichte hautnah zu erleben, neue Themen und Bereiche wie Botanik, Kunst, Klassik, Musik im Allgemeinen, zu erleben und interessante Informationen zu bekommen.

Und was gibt es dafür schon besseres als Bücher? Nichts, oder? Ich liebe Bücher, die es schaffen, mich mit einer guten Story, und einem einnehmenden Schreibstil in den Bann zu ziehen. Und solche, die mir gleichzeitig etwas Neues beibringen. Zu tief braucht es natürlich nicht ins Thema gehen, wissenswerte Fakts reichen da vollkommen, die dezent platziert sind oder um die eine Geschichte aufbaut, beispielsweise zu einem Kunstwerk, wie in der Distelfink von Donna Tartt. Biografische Verwebungen zu Künstlern, Hinweise zur Geschichte eines Landes oder eines Ortes, Hintergründe zu Kriegen, Apartheid, Sklavenhaltung und vielen weiteren historischen Eckpfeilern. All das macht mich neugierig, macht das Buch für mich wahnsinnig authentisch und führt meistens dazu, dass ich mehr über das Thema wissen möchte. Dass ich losgehe und nach Sachbüchern zum Thema suche, Reportagen ansehe, einfach noch tiefer eintauche. Und dabei hallt dann meistens immer wieder das Buch nach, zumindest, wenn es eines von denen war, die mich wirklich mitnehmen konnten.

Die Tochter des Malers von Gloria Goldreich (c) Aufbau Verlag

Und dann lerne ich auch noch etwas dabei. Denn, lesen bildet eben, egal ob man nun weiter gräbt oder nicht. So schaffte es beispielsweise Die Tochter des Malers von Gloria Goldreich, dass ich mehr zu Chagall und seinen Werken wissen wollte, nach Madame Picasso von Anne Girard war ich wissbegierig zu allem rund um Picasso und Die Königin der Orchard Street von Susan Jane Gilman lässt uns tief eintauchen in das alte New York, eine Stadt, deren Geschichte mich danach nicht mehr los lies.

Madame Picasso von Anne Girard, Buchcover (c) Aufbau

Aber es bildet mich nicht nur, es erweitert auch meinen Horizont, gibt mir Einblicke in heikle, verschwiegene, vernachlässigte Themen. Themen wie psychische Erkrankungen (wie Reasons to Stay Alive von Matt Haig), körperliche Erkrankungen, Sterbebegleitung (Zwanzig Zeilen Liebe von Rowan Coleman). Unbequeme Themen, die knallhart und ungeschönt vermittelt werden, weil man drüber reden muss, weil die Welt offener werden muss, weil wir immer noch in so vielen Bereichen zu engstirnige, veraltete Bilder im Kopf haben. Themen, die ständig in den Nachrichten sind, aber im Grunde können wir es kaum nachvollziehen, wissen kaum etwas darüber, kennen nicht alle Seiten. Ich liebe Bücher, die mich in mir unbekanntes Terrain mitnehmen, wie beispielsweise Hool von Philip Winkler, der uns mit nimmt in das Leben eines Hooligans.

Ich lese Bücher mit unbequemen, unbekannten Themen und auch interessanten, historischen, künstlerischen oder auch wissenschaftlichen und körperlichen Themen wahnsinnig gerne. Weil ich lerne, weil ich meinen Horizont erweiter, weil ich darüber reden kann und sie weiter verbreiten kann. Und tatsächlich sind Bücher, die solche Themen aufarbeiten oder sie nur etwas einfließen lassen, auf wahren Begebenheiten beruhen oder reale Ereignisse zum Hintergrund haben die, die mich mit am meisten berühren, bewegen und lange mitnehmen.

Dazu zählten in den letzten Jahren zum Beispiel Bücher von Susan Albulhawa – Während die Welt Schlief und Als die Sonne im Meer verschwand – von Khaled Hosseini – The Kite Runner oder A Thousand Splendid Suns ebenso wie: Der Zug der Waisen von Christina Baker Kline, Ismaels Orangen von Claire HajajDer Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne, To Kill a Mockingbird von Harper Lee oder Das Lachen und der Tod von Pieter Webeling.

Was mir zukünftig noch am Herzen liegt – mehr Bücher zu psychischen Erkrankungen, zu Erkrankungen wie MS oder Krebs, aber ohne diese ganze Schnulzen-Roman-Sachen, sondern gerne auch Sachbuch und Erfahrungsbericht. Themen, die noch viel zu unbeachtet sind, wie LGBT. Aber darüber hinaus freue ich mich weiterhin über jedes Buch, das mich für interessante Themen begeistert, von verschiedenen Kulturen über unterschiedliche Generationen und Lebenswandel, bis hin zu Kunst, Musik, Geschichte und Wissenschaft – Hauptsache vielfältig, bunt, interessant und auch unterhaltsam.

Wie sieht es bei euch aus. Schaffen es Bücher, das ihr mehr über bestimmte Themen erfahren möchtet? Warum lest ihr? Und habt ihr Bücher, die euren Horizont erweitert haben, euch etwas beibrachten oder einfach viel mehr Aufmerksamkeit brauchen, weil sie ein wichtiges Thema anschneiden? Dann lasst mir doch gerne euren Buchtipp in den Kommentaren da!