Rezensionsexemplar/Werbung

Das Buch wurde mir vom Thiele Verlag als Rezensionsexemplar zugesendet. Die Rezension spiegelt dennoch meine eigene und ehrliche Meinung wider.

Emma de Tessten ist 30 Jahre alt. Sie ist klug, hübsch, hat exzellente Uni-Abschlüsse und einen sehnlichen Wunsch: Endlich einen richtigen Arbeitsvertrag bekommen. Denn sie ist schon seit sechs Jahren immer nur als ewige Praktikantin mit mieser Bezahlung bei einer kleineren Film-Produktionsgesellschaft in Rom angestellt. Ihr Traum von Glück ist: Einen Mann wie aus einem Jane-Austen-Roman finden und in einer verlassenen Glyzinienvilla leben. In deren Garten flüchtet sie sich immer dann, wenn es ihr schlecht geht, denn seit Jahren steht das alte Haus leer und zum Verkauf. Und dann kommt es anders, als gedacht und die Filmfirma verlängert den Vertrag nicht mehr. Emma sieht den Weltuntergang schon na. Und laut Klappentext kämpft sie nun alleine gegen die Widrigkeiten des Schicksals und stolpert schon bald in eine wundervolle zauberhafte kleine Kinderboutique. Ist das nun der Wink des Schicksals, ein neuer Anfang?

Doch das ist es nicht, es ist vielmehr eine kurze Verschnaufpause vor der Realität bis eine neue Chance in der Filmbranche um die Ecke kommt und ein attraktiver Chef, denn ich als arroganten Vollidioten empfand. Und Emma, die war für meinen Geschmack viel zu verträumt und viel zu abhängig von anderen. Allein gegen den Rest? Ganz und gar nicht. Denn sie lebte bei ihrer Mama, hatte sie immer im Rücken. Wird von der lieben Inhaberin der Kinderboutique aufgefangen, als sie von einem Vorstellungsgespräch kommt, das unter aller Kanone war. Und an welches sie nur durch Vitamin-B kam. Einer ihrer größten Wünsche ist es, einen gut aussehenden Kerl zu bekommen und Kinder mit ihm zu machen. Was an sich ja legitim ist und sich ja viele langfristig wünschen. Kritisch fand ich nur, dass sie sich irgendwie zu sehr darüber definiert. Erst trauert sie dem Ex nach, der doch bei seiner Frau blieb und dann schmachtet sie dem neuen Chef hinterher. Gleichzeitig soll sie aber eigentlich eine starke, unabhängige Protagonistin darstellen. Das war an vielen Stellen zwar zu spüren, aber eben immer wieder im Widerspruch zu ihrer scheinbaren Hilflosigkeit.

Alles in allem ist die Grundidee sehr schön und der Schreibstil zwar sehr schlicht aber auch sommerlich-leicht und spritzig, mit gelegentlichen tiefer gehenden Stellen. Hin und wieder aber auch etwas unterkühlt, was die Reaktionen von Emma auf gewisse Gegebenheiten angeht, wo an anderer Stelle etwas zu viel Kitsch hineinrutschte. Die Ausführung des Plots war für meinen Geschmack eher mittelmäßig. Die Charaktere blieben recht oberflächlich oder waren in sich nicht schlüssig und der Plot für mich eher etwas an den Haaren herbeigezogen und zu unrealistisch. Zwei, drei Schicksalsschläge und Überraschende Twists weniger hätten dem Buch definitiv etwas mehr Authentizität verliehen. Wer aber gerne Hollywood-Romanzen in italienischen Stil und etwas Rom und eher leichtere Unterhaltung sucht, kann bestimmt Spaß mit der Geschichte haben. Auch ich war stellenweise gut unterhalten, das Gesamtpaket war für mich aber leider nicht das Richtige, dazu waren es zu viele Schwachstellen, sodass ich es eher als nette Lektüre, die ich nicht noch mal lesen muss, einstufe.

Infos zum Buch

Verlag: Thiele Verlag

Erscheinungsjahr: 2018

Seiten: 272

Genre: Roman

Übersetzung von Renée Legrand

Format: Klappenbroschur

ISBN: 978-3-85179-407-6

Preis: [D] 15,00 €; [AT] 15,50 €

Autorin:

Alessia Gazzola, 1982 in Messina geboren, ist Chirurgin und Gerichtsmedizinerin. Sie reist, liest und kocht gerne. Mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Töchtern lebt sie in Verona. Sie schrieb erfolgreich Kriminalromane um eine Gerichtsmedizinerin bevor sie mit der Komödie Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube einen echten Coup landete. Das Buch wurde als moderner Jane-Austen-Roman gefeiert, eroberte die Herzen der Leserinnen im Sturm und war monatelang in den Top-Ten der italienischen Bestsellerliste.