Dieses Mal habe ich für euch im aktuellen Programm des Suhrkamp und Insel Verlages gestöbert und ein paar Bücher herausgesucht, die mich besonders angesprochen haben.

Clemens J. Setz – Die Stunde zwischen Frau und Gitarre

Die Stunde zwischen Frau und Gitarre von Clemens J. Setz (c) Suhrkamp Verlag

(c) Suhrkamp Verlag

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Suhrkamp Verlag)

Was geschah in der Stunde zwischen Frau und Gitarre?

In einem Wohnheim für behinderte Menschen wird die junge Natalie Reinegger Bezugsbetreuerin von Alexander Dorm. Der Mann sitzt im Rollstuhl, ist von unberechenbarem Temperament und gilt als »schwierig«. Dennoch erhält er jede Woche Besuch – ausgerechnet von Christopher Hollberg, jenem Mann, dessen Leben er vor Jahren zerstört haben soll, als er ihn als Stalker verfolgte und damit Hollbergs Frau in den Selbstmord trieb. Das Arrangement funktioniere zu beiderseitigem Vorteil, versichert man Natalie, die beiden seien einander sehr zugetan. Aber bald verstört die junge Frau die unverhohlene Abneigung, mit der Hollberg seinem vermeintlichen Freund begegnet. Sie versucht, hinter das Geheimnis des undurchschaubaren Besuchers zu kommen und die Motive seines Handelns zu verstehen.

Dieser Roman ist eine Bergwerksfahrt in die Welt des Clemens J. Setz. Sie fördert ihre innere Ordnung zutage, ihre Geheimnisse und Prinzipien: Macht und Ohnmacht, Sinnsuche und Orientierungsverlust, Unterwerfung und Liebe in allen Spielarten – fürsorglich, respektvoll, besessen, Liebe als Wahn und als Manipulation. Und Rache. So subtil und schmerzhaft, dass die Frage nach Täter und Opfer in namenloses Gelände führt.


Durs Grünbein – Die Jahre im Zoo

Die Jahre im Zoo von Durs Grünbein (c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Suhrkamp Verlag)

Ein Erinnerungsbogen aus Prosa, Poemen und Photographien, vom Jahrhundertwechsel 1900 bis zur Wende 1989

In einem Buch voller Geschichten, Verse und seltener Photographien zeigt sich Durs Grünbein von der autobiographischen Seite. Doch greift er weiter zurück, dorthin, wo das 20. Jahrhundert in frühen Konturen sichtbar wird. Von Hellerau, der Gartenstadt am Rande Dresdens, strahlt damals ein Lebensreformprogramm weit über die Grenzen eines Vororts hinaus: Sie wird Station für Kafka, Rilke, Benn und viele andere. Für Grünbein wird sie zum Ausgangspunkt, zu einer Stätte von prägender Kraft für den eigenen Lebensweg.
Von hier aus geht es weiter hinein in das Jahrhundert: Die Schicksale der Vorfahren väter- und mütterlicherseits, doch nicht weniger das ihm überlieferte Trauma der Zerstörung Dresdens sind schon Erzählungen, die tief in den Kreis seiner eigenen Erfahrungen eindringen. Über das atmosphärisch dichte Erlebnis der heimatlichen Brachen und der russischen Besatzung öffnet sich dann aber, in dieser äußersten Ecke des östlichen Deutschlands, ein konkreter Raum des Erinnerns:

Und so entsteht das Bild seiner Kindheit – am Rand der Geschichte in den langen Sommern des Kalten Krieges.
Freundschaften und frühes Leid, schulische Erfahrungen und erste Lektüren, Lieblingsspielzeuge, (Berufs-)Träume, Phantasien und Phantasmen entfalten sich in einem farbenreichen Kaleidoskop aus autobiographischer Prosa, Poemen, Reflexionen und, nicht zuletzt, vielen Funden aus der reichen Bildersammlung des Dichters.


Isabel Allende – Der japanische Liebhaber

Der japanische Liebhaber von Isabel Allende (c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Suhrkamp Verlag)

Die Autorin auf dem Höhepunkt ihres Schaffens

Für Irina ist der neue Job ein Glücksfall. Die junge Frau soll für die Millionärin Alma Belasco als Assistentin arbeiten. Mit einem Schlag ist sie nicht nur ihre Geldsorgen los, sondern gewinnt auch eine Freundin, wie sie noch keine hatte: extravagant, überbordend, mitreißend und an die achtzig. Doch bald spürt sie, dass Alma verwundet ist. Eine Wunde, die nur vergessen scheint, wenn eines der edlen Kuverts im Postfach liegt. Aber wer schreibt Woche um Woche diese Liebesbriefe? Und von wem stammen all die Blumen? Auch um sich von den eigenen Lebenssorgen abzulenken, folgt Irina den Spuren, und es beginnt eine abenteuerliche Reise bis weit in die Vergangenheit.

Isabel Allende erzählt von Freundschaft und der unentrinnbaren Kraft einer lebenslangen Liebe. Davon, wie Zeit und Zwänge über eine solche Liebe hinweggehen und sie verwandeln, in Verbundenheit, Wehmut und ein leises Staunen – darüber, schon so lange gemeinsam unterwegs zu sein.


Adam Johnson – Nirvana

Nirvana von Adam Johnson (c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Suhrkamp Verlag)

 

Das neue Buch des Pulitzer-Preisträgers

Nach dem Hurrikan Katrina zieht ein Mann mit seinem Sohn durch das verwüstete Louisiana, um dessen Mutter zu finden. Jahre nach dem Fall der Mauer muss ein ehemaliger Aufseher sich im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen seiner Vergangenheit stellen. In Palo Alto findet eine schwerkranke Frau Trost im Gespräch mit einem Hologramm ihres verstrobenen Idols, Kurt Cobain – seine Worte “Mir bedeuten Dinge immer erst dann etwa, wenn sie nicht mehr da sind” fangen das Gefühl dieses Erzählungsbandes ein. Denn so unterschiedlich die Geschichten dieser Menschen auch sein mögen, steht doch über allen die Frage nach Erlösung – vom Chaos der Gegenwart, vom Schmerz, von den Geistern der Vergangenheit.

Nach seinem Roman Das geraubte Leben des Waisen Jun Do, für den Adam Johnson mit dem Pultizer-Preis ausgezeichnet wurde, begeistert er nun mit kraftvollen Geschichten – sie sind ebenso überraschend wie bewegend.


Lucian Floridi – Die 4. Revolution

 

Die 4. Revolution von Luciano Floridi (c) Suhrkamp

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(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Suhrkamp Verlag)

Eine Philosophie für das Internetzeitalter.

Unsere Computer werden immer schneller, kleiner und billiger; wir produzieren jeden Tag genug Daten, um alle Bibliotheken der USA damit zu füllen; und im Durchschnitt trägt jeder Mensch heute mindestens einen Gegenstand bei sich, der mit dem Internet verbunden ist. Wir erleben gerade eine explosionsartige Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien. Luciano Floridi, einer der weltweit führenden Informationstheoretiker, zeigt in seinem meisterhaften Buch, dass wir uns nach den Revolutionen der Physik (Kopernikus), Biologie (Darwin) und Psychologie (Freud) nun inmitten einer vierten Revolution befinden, die unser ganzes Leben verändert.

Die Trennung zwischen online und offline schwindet, denn wir interagieren zunehmend mit smarten, responsiven Objekten, um unseren Alltag zu bewältigen oder miteinander zu kommunizieren. Der Mensch kreiert sich eine neue Umwelt, eine »Infosphäre«. Persönlichkeitsprofile, die wir online erzeugen, beginnen, in unseren Alltag zurückzuwirken, sodass wir immer mehr ein »Onlife« leben. Informations- und Kommunikationstechnologien bestimmen die Art, wie wir einkaufen, arbeiten, für unsere Gesundheit vorsorgen, Beziehungen pflegen, unsere Freizeit gestalten, Politik betreiben und sogar, wie wir Krieg führen. Aber sind diese Entwicklungen wirklich zu unserem Vorteil? Was sind ihre Risiken? Floridi weist den Weg zu einem neuen ethischen und ökologischen Denken, um die Herausforderungen der digitalen Revolution und der Informationsgesellschaft zu meistern. Ein Buch von großer Aktualität und theoretischer Brillanz.


David Vann – Goat Mountain

Goat Mountain von David Vann (c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Suhrkamp Verlag)

 

Etwas Besonderes soll er werden, der erste richtige Jagdausflug des elfjährigen Jungen mit seinem Vater, seinem Großvater und einem Freund des Vaters. In Vorfreude darauf, seinen ersten Hirsch zu schießen, bricht er mit den Männern auf. Als sie das Jagdrevier der Familie erreichen, sehen sie in der Ferne einen Wilderer. Der Vater lässt den Jungen durchs Zielfernrohr seines Jagdgewehrs auf den Eindringling blicken – doch statt nur zu beobachten, drückt er ab. Und wirkt dabei befremdlich unberührt. Bestürzung über die eigene Tat, Tränen oder Reue bleiben aus. Ist dem Jungen die Tragweite seiner Tat nicht bewusst? Hat er kein Mitgefühl? Und was soll mit der Leiche geschehen? Was als Ausflug geplant war, wird zu einem archaischen Ringen, das die Männer an ihre Grenzen bringt.


Asbjørn Jaklin – Rote Zone

Alexander Winthers nächster Fall: ein Verbrechen aus der Zeit des Kalten Krieges

Während des Kalten Krieges in den achtziger Jahren fliegen britische Jagdflugzeuge in Nord-Norwegen in geheimem Auftrag gefährliche Manöver. Dreißig Jahre später wird während einer Luftwaffenkonferenz in Tromsø der Pilot Peter Barrow tot in seinem Hotelzimmer gefunden. Ein natürlicher Tod?

Der Journalist Alexander Winther von der Zeitung Nordlys beschäftigt sich mit dem Fall und findet schnell heraus, dass noch weitere Kameraden aus Barrows ehemaliger Schwadron unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen. Gibt es einen Zusammenhang? Die Suche in der Vergangenheit der Piloten weckt in Alexander Winther Erinnerungen an seine eigene Zeit als Soldat in Afghanistan. Als ein Kollege vom Radiosender NRK, der zu viel wusste, attackiert wird, begreift Winther, dass er in großer Gefahr ist.


Einzlkind – Billy

Billy - Einzlkind (c) Insel Verlag

(c) Insel Verlag

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

 

Ein irrwitziges Roadmovie voller Situationskomik

Ein Philosoph. Schotte. Killer. Auf dem Weg nach Las Vegas

Billy wächst behütet in Duffmore, einer Kleinstadt in Schottland, auf. In der Familie seines Onkels und seiner Tante. Seine Hippieeltern haben sich kurz nach seiner Geburt mit einer Überdosis von der Welt verabschiedet. Von ihnen hat er die Liebe zur Musik geerbt. Zu den Beatles, den Ramones, den Joy Division. Vom Onkel  die  Lust am Philosophieren. Sein Lieblingsphilosoph ist Nietzsche.  Mit 22 Jahren tritt er in die Firma der Familie ein, eine Firma, die Auftragsmorde erledigt. Und für Gerechtigkeit sorgt, denn ermordet werden nur Mörder.  Als Billy das erste Mal den Schalldämpfer auf seine Walther steckt, denkt er an Nietzsche, den „großen Immoralisten, den Verbrecher, den Antichrist“. Danach fällt ihm sein Job leichter.
Billy ist 34, als er nach Las Vegas fährt, um Whip zu treffen, ein Mitglied der Firma. Gemeinsam wollen sie eine Woche die Stadt der Gambler erkunden und die nächsten Aufträge besprechen.
Zwölf Morde hat Billy bis jetzt verübt, jedes Mal lässt er sich von den Opfern vorab deren Lebensgeschichte erzählen. Ein einziges Mal hat er aus Versehen den Falschen getötet. Das hat Konsequenzen. In Las Vegas kommt es zum Showdown.


Marie Hermanson – Der unsichtbare Gast

Der unsichtbare Gast von Marie Hermanson (c) Insel Verlag

(c) Insel Verlag

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

Auf Gut Glimmenäs lebt in einem ehemals herrschaftlichen Haus Florence Wendman,  die umgeben ist von tickenden alten Uhren. Ihre innere Uhr ist 1943 stehen geblieben, da war sie ein junges Mädchen.

Um sie herum hat sie eine Gruppe junger Leute, die ihr zu Diensten sind. Als Sekretärin, als Köchin, als Hausmeister, als Chauffeur. Die alte Dame kann ihnen  bieten, was sie anderswo nicht gefunden haben: Unterkunft und eine Arbeit, von der sie leben können. Die jungen Leute fühlen sich auf dem verfallenden Gutshof wohl. Der Weinkeller ist gefüllt, die Kleider aus den 40er Jahren, die sie zu tragen haben, sind schön, der Ort wirkt verzaubert. Sie bewirten Florence’ Gäste, die in Wirklichkeit lange tot sind. Sie sind Schauspieler in einem Stück, das Florence’ Leben war.

Als aber ein weiterer Besucher auf das Gut kommt, der alles auf den Kopf stellt, zeigt die Inszenierung Risse. Wer ist dieser junge Mann, der nach Florence’ Testament fragt? Wie weit werden sie gehen, um ihr angenehmes, weltfremdes Leben gegen ihn zu verteidigen?

Vom romantischen Märchen zum fesselnden Thriller Marie Hermanson erzählt von einer eingeschworenen Gruppe junger Menschen, die sich in einem nicht enden wollenden Sommer wohlig im Universum ihrer geheimnisvollen Gastgeberin eingerichtet haben – bis die Welt, die sie hatten hinter sich lassen wollen, unaufhaltsam durch die Ritzen des Gemäuers dringt.


Marcelin Loridan-Ivens – Und du bist nicht zurückgekommen

Und du bist nicht zurückgekommne von Marceline Loridan-Ivens (c) Insel Verlag

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(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

Das einzigartige Zeugnis einer der letzten Holocaust-Überlebenden

Marceline ist fünfzehn, als sie zusammen mit ihrem Vater ins Lager kommt. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Sie überlebt, er nicht. Siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, den er niemals lesen wird.

Einen Brief, in dem sie das Unaussprechliche zu sagen versucht: Nur drei Kilometer sind sie voneinander entfernt, zwischen ihnen die Gaskammern, der Geruch von brennendem Fleisch, der Hass, die Unausweichlichkeit der eigenen Verrohung, die ständige Ungewissheit, was geschieht mit dem anderen? Einmal gelingt es dem Vater, ihr eine kleine Botschaft auf einem Zettel zu übermitteln. Aber sie vergisst die Worte sofort – und wird ein Leben lang versuchen, die zerbrochene Erinnerung wieder zusammenzufügen.
Marceline Loridan-Ivens schreibt über diese Ereignisse und über ihre unmögliche Heimkehr, sie schreibt über ihr Leben nach dem Tod, das gebrochene Weiterleben in einer Welt, die nichts von dem hören will, was sie erfahren und erlitten hat. Und über das allmähliche Gewahrwerden, dass die Familie ihren Vater dringender gebraucht hätte als sie: »Mein Leben gegen deines.«

Und du bist nicht zurückgekommen ist eine herzzerreißende Liebeserklärung, ein erzählerisches Meisterwerk, ein einzigartiges Zeugnis von eindringlicher moralischer Klarheit – das wohl letzte Zeugnis seiner Art.


Sarah Dunant – Der Palast der Borgia

Der Palast der Borgia von Sarah Dunant (c) Insel Verlag

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(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

»Je mehr Skandale, desto besser. Man soll uns fürchten.«
Rom, im August 1492. Schon am frühen Morgen ächzt die Stadt unter der Gluthitze des Sommers. Der Lärm in der engen Gasse lässt Lucrezia aus dem Schlaf fahren. Kann es wahr sein, was der Bote schreit? Ihr Vater, Rodrigo Borgia, der neue Papst? Die Nachricht stellt Lucrezias Leben und das ihrer drei Brüder auf den Kopf: Plötzlich sind sie die mächtigste Familie der Stadt, und das zwölfjährige Mädchen muss in Windeseile erwachsen werden. Denn ihr ehrgeiziger Vater weiß nur zu genau, dass die Hand seiner Tochter mehr wert ist als alle italienischen Ländereien zusammen, und dann ist da noch ihr Bruder Cesare, der seine schöne Schwester mehr liebt als erlaubt …

Mit Meisterhand öffnet Sarah Dunant die kupferbeschlagenen Türen des Palastes der Borgia, schlägt die schweren Brokatvorhänge beiseite und zeichnet den Aufstieg einer Familie in einer schillernd-verhängnisvollen Welt, in der es nur um eines geht: der Leidenschaft zu frönen und die Macht zu bewahren.


Agustina Guerrero – Weiblich, dynamisch, verpeilt. Mein Leben und Ich

Weiblich, dynamisch, verpeitl von Agustin Guerrero (c) Insel Verlag

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(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

Es gibt sie, diese verflixten Tage, an denen einfach rein gar nichts läuft: Die frisch gewaschene Jeans spannt mal wieder wie der Teufel. Und natürlich hast du den Schirm vergessen, als der Wolkenbruch des Jahrhunderts losbricht. Dann streikt auch noch der Drucker den ganzen Tag, und als im Yoga endlich die Tiefenentspannung einsetzen soll, schwirren Millionen mentaler Post-it-Zettel durch deinen Kopf.

Zum Glück gibt es Agustina Guerrero! Die Zeichnerin aus Barcelona kennt sie nämlich alle, die Geheimnisse und kleinen Gemeinheiten des Alltags. In ihrem Graphic Diary zeigt sie uns, wie wir sie schaukeln können. Denn schließlich gibt es ja auch diese vielen Momente, die uns das Leben versüßen: der Freund, der die Lieblingsblumen vergessen und deshalb gleich den ganzen Blumenladen aufgekauft hat, die ersten Sonnenstrahlen, die auf der Wange kitzeln, schlicht: die kleinen großen Freuden des Alltags.

Achtung, Wiedererkennungsgefahr! Ein charmantes und ungeheuer lustiges Buch, das man sich selbst, seiner besten Freundin oder seiner Mutter schenken mag – und vielleicht sogar der Schwiegermutter.


Anthony Horowitz – Der Fall Moriarty

Der Fall Moriarty von Anthony Horowitz (c) Insel Verlag

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(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

Die Londoner Unterwelt ist in Aufruhr, die Gerüchteküche brodelt: Der gefürchtete amerikanische Gangster Clarence Devereux will seine Geschäfte nach England ausdehnen. Auch Professor Moriarty, einst der große Gegenspieler Sherlock Holmes‘, soll seine Hände im Spiel haben – aber ist er nicht tragisch ums Leben gekommen? Und welche Rolle spielt der undurchsichtige Detektiv Chase? Der Machtkampf der Giganten des Verbrechens fordert seine Opfer – als in London eine grausam zugerichtete Leiche gefunden wird, macht sich Inspector Jones von Scotland Yard daran, die Machenschaften des Amerikaners aufzudecken. Eine blutige Spur führt von den Docks bis in die Katakomben des Smithfield Meat Market. Kann es sein, dass Moriarty doch noch lebt?

Ganz in der Tradition seines Sherlock-Holmes-Romans Das Geheimnis des weißen Bandes schickt Anthony Horowitz erneut die Ermittler von Scotland Yard auf Verbrecherjagd. Sherlock Holmes findet in Athelney Jones einen würdigen Nachfolger.


Harriet Lane – Denn nichts bleibt vergessen

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

Denn nichts bleibt vergessen von Harriet Lane (c) Insel Verlag

(c) Insel Verlag

»Du erinnerst dich nicht an sie – aber sie hat dich nicht vergessen.«

Nina und Emma sind beide Anfang vierzig und leben in Nordlondon, haben darüber hinaus aber nur wenig gemeinsam: Nina, elegant, weltgewandt und unabhängig, ist eine erfolgreiche Künstlerin und führt eine harmonische Ehe, ihre Tochter ist fast erwachsen. Emma dagegen sieht sich völlig dem Chaos ihres Familienalltags ausgeliefert, mit zwei kleinen Kindern, notorischen Geldsorgen und einer strapazierten Beziehung. Aus einer scheinbar zufälligen Begegnung heraus freunden die beiden sich an – für Emma, von Ninas Gesellschaft fasziniert und geschmeichelt, eine willkommene Abwechslung. Doch Nina verfolgt eine andere Agenda und spielt ein undurchsichtiges Spiel. Denn wovon Emma nichts ahnt: Sie und Nina sind sich vor langer Zeit schon einmal begegnet. Und Nina erinnert sich genau, was damals passiert ist …

Denn nichts bleibt vergessen ist ein meisterhaft erzählter Roman, unter dessen unscheinbarer Oberfläche ein dunkler Abgrund lauert. Immer tiefer wird man in das dicht verwobene Netz aus Freundschaft, Rache und Intrigen hineingesogen, spürt, wie die Schlinge sich enger zieht. Und verharrt atemlos hinter der Frage: Wie weit ist Nina bereit zu gehen?   


Robert Walser – Das Beste, was ich über Musik zu sagen weiß

Das Beste, was ich über Musik zu sagen weiß von Robert Walser (c) Insel Verlag

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(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

Robert Walsers schönste Gedichte, Erzählungen und Prosatexte zur Musik

»Mir fehlt etwas, wenn ich keine Musik höre, und wenn ich Musik höre, fehlt mir erst recht etwas. Dies ist das Beste, was ich über Musik zu sagen weiß.« Robert Walser liebte die Musik, wenn auch in »sanfter Traurigkeit«. Sein Werk ist getragen von einer großen Affinität zu vielerlei Klangwelten und zur spielerischen Musikalität des eigenen Schreibens.

In seinen hier versammelten Erzählungen, Gedichten und Prosatexten finden sich zahlreiche verblüffend luzide Überlegungen zur Musik, zu einzelnen Komponisten, Musikern und Werken.

Walser wäre indes nicht Walser, wenn zu seinem Begriff der Tonkunst nicht auch die komischen Seiten des musikalischen Lebens gehörten: »Der Vater … setzt sich ans Klavier und gibt damit das Zeichen, dass Musik zu erwarten sei, die sich alsbald für den einen mehr, den andern weniger bemerkbar macht.«


Sind für euch auch welche da bei? Ich hoffe, dass sie alle bald in meinem Bücherregal stehen – allerdings muss ich dafür erst Mal das Jahr rumbringen – da ich ja noch bei der Aktion “Keine Bücher für das Jahr 2015 mehr” mitmache.

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