Das Erbe der Wintersteins von Carolin Rath (c) Bastei Entertainment

Das Erbe der Wintersteins von Carolin Rath (c) Bastei Entertainment

Das Erbe der Wintersteins von Carolin Rath umfasst zwei Zeitstränge. Den heutigen, im Jahr 2016, der sich um Celine Winterstein dreht. Die liebt die alte Villa der Wintersteins in Meylitz. Sie ist seit Jahrzehnten im Besitz der Familie, steht jedoch seit einigen Jahren leer. Weil der Familienkonzern in finanziellen Schwierigkeiten steckt, bleibt keine andere Wahl, als die Villa zu renovieren und zu verkaufen. So begibt sich Celine ein letztes Mal dorthin, um alles in die Wege zu leiten. Während sie noch einmal durch die Villa streift, bevor die Bauarbeiten losgehen, findet sie ein altes Tagebuch, das einst ihrer Urgroßmutter Claire gehörte.

Und von dieser handelt der zweite Zeitstrang im späten 19. Jahrhundert. Als Baby wurde Claire, damals Klara, aus einer verunglückten Schausteller-Kutsche gerettet. Sie kam auf dem Hof der Wintersteins. Hier muss sie sich ihre Daseinsberechtigung mit harter Knochenarbeit verdienen. Eines Tages taucht überraschend Max von Dreibergen auf, der eine Nachricht eines Professors aus der Stadt für sie hat. So landet sie schließlich in der Stadt und wie sich ihr Leben von da an bis hin nach Meylitz und dem Start ihres Unternehmens entwickelt, lesen wir in dem Tagebuch, das Claire findet.

Das Ganze klang für mich recht spannend und interessant. Die Umsetzung hingegen gefiel mir leider gar nicht. Der Schreibstil insgesamt war mir etwas zu eintönig, etwas fade, hier fehlte das gewisse Etwas. Einige Sätze erinnerten mich leider eher an einen Erlebnisaufsatz, wie „(…)aber da läutete das Telefon, und alle zuckten zusammen.“ (S. 211).

Oder es gab Nebensätze, die es nicht gebraucht hätte und den ein oder anderen Logikfehler. So lernt Claire beispielsweise Max als den Botschaftsüberbringer kennen und verbringt einige wenige Stunde auf wenige Tage verteilt mit ihm. Etwa ein Jahr später trifft sie ihn dann wieder, schläft gleich mit ihm, der will sie heiraten und es fallen Sätze/Gedanken wie: „Claire hatte ihn nie zuvor so aufgelöst gesehen, so schwach und verletzlich.“ (S.181) oder „(…)schien sich wieder in den Maximilian zu verwandeln, den Claire kannte.“ (S.182). Das macht in meinen Augen gar keinen Sinn, weil sie in ja genaugenommen auch überhaupt noch nicht wirklich kennt.

Beide Hauptcharaktere und auch einige Nebencharaktere waren mir zudem zu blass oder nicht durchdacht genug gezeichnet. So soll Celine angeblich eine starke, selbstbewusste Unternehmerfrau sein. Doch ihre Handlungen, Gedanken und wie sie später immer öfter dargestellt wird zeugen eher von einer äußerst naiven, leichtgläubigen, unsicheren Frau. Auch Alberts Handeln war nicht durchdacht, hier gab es so keinerlei Begründungen, es war etwas einfallslos.

Statt ein bisschen mehr in die Tiefe zu gehen, bildlicher und beschriebener zu schreiben, gibt es viele unnötige Sätze und die Figuren entwickeln sich für mich teilweise nicht nachvollziehbar. Auch die Story an sich war dadurch eher langatmig, wenig spannend, was auch an der fehlenden, bildlichen Beschreibung lang. Für mich war das Buch also leider nichts und ich könnte deshalb eher keine Leseempfehlung geben.


Weitere Rezensionen:

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Infos zum Buch

 

Titel: Erbe der Wintersteins

Autor: Carolin Rath

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Bastei Entertainment

Seiten: 359 Seiten (in meinem Ebook 264)

Format: ebook

Preis:[D] 6,99 €

ISBN 9783732529292

Autorin

Carolin Rath wurde 1964 geboren. Sie studierte Sozialwesen und schreibt seit ihrer Kindheit Geschichten und Romane. In ihrer Phantasie bereist sie gerne die jüngere und weiter zurück liegende Vergangenheit. Neben dem Schreiben Unterrichtet sie an der Volkshochschule oder geht einem ihrer anderen, zahlreichen Hobbys nach.


Das Buch wurde mir von Bastei Entertainment über Netgalley als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Lieder spinnt mein Tolino, sodass ich euch kein Coverbild machen konnte. Daher diesmal das vom Verlag.