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Goldmann

Rezensionen/Reviews

[Rezension] Das Glück wächst nicht auf Bäumen - Wendy Wunder

20. Juni 2015

Autorin: Wendy Wunder

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Goldmann

Seiten: 315

Fromat: Klappenbroschur

Originaltitel: The Museum of Intangible Things

Originalverlag: Rezorbill

Preis: [D] 14,99 € [A] 15,50 € [CH] 20,50 €

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Das Glück wächst nicht auf Bäumen von Wendy Wunder (c) Goldmann

Das Glück wächst nicht auf Bäumen von Wendy Wunder (c) Goldmann

Zoe findet, Glück kann man lernen. Auf einem wilden RoadTrip will sie ihrer besten Freundin Hannah zeigen, was das Leben schöner macht. Hannah ist eher schüchtern und fällt ungern auf. Zoe dagegen ist sehr impulsiv und temperamentvoll. Sie liebt es, unmögliche Dinge anzustellen. Die beiden sind seit Jahren die besten Freundinnen und unzertrennlich. Eines Tages verspürt Zoe den Drang, aus der winzigen Heimatstadt in New Jersey zu verschwinden und Hannah zögert nicht, und begleitet sie. Gemeinsam machen sie sich auf und lassen alles von schwierigen Eltern, entäuschten Lieben bis zu den Collegeplänen, hinter sich. Dabei zeigt Zoe Hannah in kleinen Lektionen, das sie das Leben lockerer nehmen soll und genießen soll. Doch viel Zeit bleibt ihr nicht dafür, den Zoe ist krank und jeder Tag ein Geschenk.

Meinung

Schreibstil

Am Anfang fand ich den Schreibstil erst ganz toll. Er ist auf jeden Fall etwas ganz anderes, total wirr und durcheinander. Das hat dazu geführt, dass ich nach den ersten Kapiteln nur noch verwirrt war, nicht mehr wusste, was jetzt überhaupt geschieht, was wie einzuordnen ist und wo uns das noch hinführt. Später erfahren wir jedoch etwas zu Zoe, durch das der Schreibstil für mich Rückblickend zu 100 Prozent passend ist, ebenso wie die Tatsache, das der Rote Faden fehlt. Zwischendurch habe ich mich dann daran gewöhnt, aber das muss jeder für sich entscheiden, ob er mit dem Stil klar kommen kann oder nicht.

Charaktere und Geschichte

„Ich weiß das, weil ich es spüre. Manchmal spüre ich, was sie empfindet, so wie sie manchmal meine Gedanken lesen kann. Als wären wir siamesische Zwillinge, die an der Seele zusammengewachsen sind.“ (S. 131)

Zoe und Hannah sind seit Jahren dicke Freundinnen und halten immer zueinander. Die Geschichte wird uns aus Sicht von Hannah erzählt, für die niemand wichtiger ist als ihre Freundin und die in ihrem Leben auch viel einstecken muss. Die Details möchte ich nicht nennen, das fände ich schon gespoilert. Zoe ist wild, impulsiv und immer auf Zack, aber sie ist krank. Hannah versucht so gut es geht ihr zu helfen. Was genau Zoe hat und Details zu diesem Teil der Geschichte möchte ich auch nicht nennen, das wäre in meinen Augen ebenfalls schon ein Spoiler. Deswegen fällt es mir recht schwer, für das Buch diese Rezension zu schreiben, aber ich hoffe, es ist für euch doch einigermaßen verständlich.

Zoe und Hannah sind abwechslungsreich, äußerst authentisch und gut gezeichnet. Allerdings muss ich sagen, dass ich mit keiner von beiden so richtig warm wurde. Ich fühlte mich nicht, als würde ich das alles mit ihnen erleben, wie es bei richtig guten Büchern der Fall ist, sondern eben nur, als würde ich etwas über beide lesen. Hannah war mir, vor allem im hinteren Teil der Geschichte, viel zu naiv und hat für meinen Geschmack auch grob fahrlässig gehandelt. Sie dackelt Zoe auf dem RaoadTrip nur hinterher, lässt sie lauter unsinniges, verrücktes Zeug anstellen, statt endlich einzugreifen, sie nach Hause zu bringen, damit Zoe die Hilfe bekommt, die sie benötigt, Freundschaft hin oder her. Für mich gehört zu Freundschaft auch dazu, mal etwas zu machen, dass der besten Freundin vielleicht in diesem Moment nicht gefällt und einen Knacks in die Beziehung bringt, das aber langfristig dazu dient, diese Freundin zu retten. Das hat mir wirklich überhaupt nicht zugesagt und war sehr unrealisitsch.

Buchrücken von Das Glück wächst nicht auf Bäumen - Wendy Wunder (c) Goldmann

Positiv fand ich aber mittlerweile ja den Stil des Buches und diese so unfassbar tiefgehende und auch sehr berührende Freundschaft zwischen Hannah und Zoe. Ein Band, dass nicht so leicht zerbricht. Und auch das Prinzip des Buches, dass Zoe versucht Hannah mit kleinen Lektionen beizubringen, das Leben zu leben und nicht immer nur es allen recht zu machen. Die Umsetzung und die Aktionen fand ich dann zwar zum Teil grenzwertig, dennoch waren tolle Momente dabei.

Aber der eigentliche Star des Buches ist für mich Zoe’s kleiner Bruder Noah. Zwar passiert am Ende etwas, dass nicht ganz zu seiner vorherigen Charakterbeschreibung passt, dennoch ist er für mich der beste Charakter. Er ist etwas ganz besonderes und die Art und Weise, wie Zoe mit ihm umgeht und was sie für ihn tut, ist einfach herzergreifend und ach, ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen. Das hat dem Buch wieder einen dicken Pluspunkt eingebracht.

Das Ende hat mich dann leider etwas enttäuscht. Ich fand es dann zu abrupt und ich hätte mir einfach deutlich mehr Information und Aufklärung gewünscht.

Buchcover von das Glück wächst nicht auf Bäumen - Wendy Wunder (c) Goldmann

Fazit
Wendy Wunder hat einen faszinierenden Schreibstil, der mir erst gefiel, dann für Probleme sorgte aber schließlich noch punkten konnte. Die Idee des Buches, mit den Lektionen für Hannah, ist zauberhaft. Die Umsetzung hingegen mangelte für mich und es gibt einige Punkte, die ich einfach unverständlich finde. Das Ende konnte es auch nicht rausreißen. Aber Noah und der Umgang zwischen Noah und Zoe und die tiefe Freundschaft von Hannah und Zoe sorgen, neben dem Stil, für Punkte. Deshalb kann ich Wendy Wunder für dieses Buch drei von fünf Herzen geben.

3herzen

Autorin:

Wendy Wunder, so heißt sie wirklich, ist Yogalehrerin, Schriftstellerin und verbringt viel Zeit mit ihrem Mann und ihrer Tochter Cadence. Vieles mehr erfahrt ihr auf ihrer Seite - www.wendywunderbooks.com

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Rezensionen/Reviews

[Rezension] Die Sieben Schwestern - Lucinda Riley

3. Mai 2015

Die sieben Schwestern von Lucinda Riley (c) Goldmann

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Autorin: Lucinda Riley

Verlag: Goldmann

Erscheinungsjahr: 2015

Seiten: 537

Format: Hardcover

Originaltitel: The Seven Sisters 1

Originalverlag: Pan Book

Preis: [D] 19,99 €, [A] 20,60 €, [CH] 26,90 €

Maia d’Aplièse ist mit ihren fünf Schwestern auf dem herrschaftlichen Anwesen „Atlantis“ am Genfer See aufgewachsen. Alle sechs wurden von Pa Salt, ihrem geliebten Vater, adoptiert, als sie noch Babys waren. Er benannte sie nach den Plejaden, dem Siebengestirn der sieben Schwestern. Die Schwestern wissen nichts über ihre wahren Wurzeln. Eines Tages verstirbt Pa Salt überraschend und hinterlässt den sechs jeder einen Brief und ein kleines Rätsel. Diese sollen sie in ihre Vergangenheit führen. Im Buch eins der Reihe begleiten wir Maia auf ihrer Suche.

Meinung

Die-sieben-schwestern-lucinda-riley

Schreibstil

Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben, was mich ja immer sehr freut, da ich so in der Regel schneller und einfacher mit den Protagonisten warm werden. Der Schreibstil war allerdings auch etwas kühl und steif, es fehlten, außer in den Briefen, etwas die Emotionen. Dadurch viel es mir doch schwer. Dennoch fand ich den Schreibstil schön, es war mal etwas anders eine solche Geschichte ohne das typische Geschnulze zu lesen. Ich musste mich nur erst einmal daran gewöhnen.

Charaktere und Geschichte

Maia und ihre fünf Schwestern erhalten von ihrem verstorbenen Adoptivvater Pa Salt jeder einen Umschlag und ein kleines Rätsel. Die Spuren sollen sie in ihre eigene Vergangenheit frühen. Denn keine der sechs weiß, wo ihre wahren Wurzeln liegen. In diesem ersten Band begleiten wir Maia bei ihrer Suche, die sie nach Rio de Janeiro führt. Hier stößt sie auf die Spuren von Izabela Bonifacio, eine schöne, junge Frau aus den besten Kreisen der Stadt. Sie hat dort in den 20er Jahren gelebt. Maia taucht in eine spannende und faszinierende Lebensgeschichte ein und fängt langsam an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was sie mit ihrer Zukunft anfangen sollte.

Maia, Izabela, Florian und Maias Schwestern, ebenso wie Pa Salt, sind alle wunderbare Charaktere. Lucinda Riley hat sie vielschichtig, facettenreich aber auch geheimnisvoll gezeichnet.

Maia gilt als die Schöne, dennoch hat sie sich noch nicht in die Welt getraut und versteckt sich hintern den Mauern von Atlantis. Pat Salt zeigt in seinem Brief, wie gut er seine Tochter kennt.

„Lass dich nie von der Angst leiten! Eine treffendere Beschreibung meiner Persönlichkeit hätte ich mir kaum vorstellenkönnen“. (S. 75)

Es ranken sich viele Fragen und Rätsel um Pa Salt. Warum hat der die sechs adoptiert, warum sind sie nach den Plejaden benannt, warum hat er nie etwas erzählt und ganz wichtig, wo ist Schwester Nummer sieben? All diese Fragen bleiben in Teil eins erst einmal ungeklärt und vermutlich wird es insgesamt auch bis zum letzten Satz des letzen Buches dauern, bis wir alles erfahren. Es wird also spannend bleiben.

Die sieben Schwestern, Buchseite, Lucinda Riley (c) Goldmann

Mir haben die verschiedenen Erzählsprünge der Geschichte gut gefallen. Sie machten das Buch abwechslungsreich und spannend. Zunächst starten wir mit der Geschichte um die Schwestern und den Zeitpunkt, als ihr Vater starb. Dort lernen wir ganz kurz jede einmal kennen. Danach verlagert sich die Geschichte auf Maia, die nach ihren Wurzeln sucht und nach Rio fliegt. Dort begleiten wir sie auf der Suche, wo sie an Briefe von Izabela gelangt, die vermutlich entfernt mit ihr verwandt war. Die Briefe entführen uns in Izabelas leben in den 20er Jahren, zunächst in Rio, dann in Paris, dann wieder in Rio. Allerdings war dieser Teil der Geschichte gerade in den Anfängen etwas schleppend. Später ging es dann aber wieder spannend und interessant weiter.

„Sei versichert, dass ich jeden Tag beim Aufwachen an Dich denken und für Dich beten und Dich immer aus ganzem Herzen lieben werde.“ (S. 437)

Besonders überzeugen konnte mich Lucinda Riley mit den sehr genau recherchierten, historischen Fakten, beispielsweise zur Entstehung des Cristo. Die Details waren sehr gut recherchiert und ich habe Lust bekommen, mehr darüber zu erfahren und in die Mythen rund um die sieben Schwestern einzutauchen. Auch die Szenenbeschreibungen, besonders die in Rio, haben mich begeistert. Ich fühlte mich, als wäre ich direkt vor Ort. Das Ende von Maias-Geschichte war rund und alle Fäden zu diesem Teil der Geschichte liefen zusammen. Das wirkliche Ende zeigte aber schon einen kurzen Einblick zur nächsten Schwester, und ist offen mit einem fiesen Cliffhanger. Ich weiß gar nicht, wie ich jetzt monatelang auf das nächste Buch warten kann.

„Liebe kennt keine Entfernung.
Sie kennt keinen Kontinent.
Ihr Blick gilt den Sternen.“ (S. 531)

Fazit

Lucinda Riley hat mit diesem Buch einen gelungenen Reihenauftakt hingelegt. Die Charaktere waren stark und facettenreich. Die Geschichte ist spannend, mit vielen Rätseln und Fragen, die auftauchten. Besonders fasziniert haben mich die Szenenbeschreibungen und die genauen historischen Fakten, die in diesem Buch verarbeitet sind. Ein Herz muss ich allerdings wegen den für mich anfangs zu kühlen Schreibstil und der etwas langatmigen Stelle zu Beginn von Izabelas Geschichte abziehen

4herzen

Autorin:

Lucinda Riley, in Irland geboren, verbrachte als Kind viel Zeit in Fernost. Sie liebte das Reisen und ist mit diesen Orten ihrer Kindheit immer noch sehr verbunden. Sie hatte bereits eine Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin, konzentriert sich heute jedoch aufs Schreiben. Ihr erster Roman war „Das Orchideenhaus“ und auch ihre weiteren Bücher stürmten wie dieses die internationalen Bestsellerlisten. Mehr über Lucinda Riley gibt es auf ihrer Website und mehr über die Geschichte hier: http://www.thesevensistersseries.com/home/4588035248

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Rezensionen/Reviews

[Rezension] Der Zug der Waisen - Christina Baker Kline

26. April 2015
Der Zug der Waisen von Christina Baker Kline, Buchcover (c) Goldmann

Der Zug der Waisen von Christina Baker Kline, Buchcover (c) Goldmann

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Autorin: Christina Baker Kline

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Goldmann

Seiten: 338

Format: Hardcover

Originaltitel: Orphan Train

Originalverlag: Wiliam Morrow

Preis: [D] 19,99 €, [A] 20,60 €, [CH] 26,90 €

Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, verliert bei einem Wohnungsbrand in New York, 1929, ihre gesamte Familie. Zusammen mit anderen Waisen wir sie in einen Zug, der in den Mittleren Westen fährt, verfrachtet. Auf dem Land sollen die Kinder ein neues Zuhause finden. Doch die Reise geht ins Ungewisse, nur wenige erwartet ein liebevolles Heim. Auch Vivian stehen einige Bewährungsproben bevor. Erst nach vielen Jahrzehnten, mit 91 Jahren, bekommt sie die Chance, bei der Begegnung mit der rebellischen Molly, das Schweigen zu brechen.

„Man nennt dies einen Waisenzug, Kinder, und ihr habt Glück, dass ihr mitfahren dürft.“ (S. 45)

Meinung

Schreibstil

Christina Baker Kline konnte mich vom ersten Satz im Prolog an fesseln und berühren. Der Schreibstil ist emotional und tiefgründig, übertreibt aber nicht mit unnötigen Ausschmückungen. Sie fasst die Stimmung und Schicksale der Waisenkinder sehr bewegend auf und spart dabei nicht, die Dinge knallhart zu schildern. Einfach ein wirklich toller Schreibstil, der mir in Erinnerung bleiben wird.

„Ich glaube an Geister. Sie sind es, die uns verfolgen, die uns allein zurückgelassen haben. […] Die Geister redeten mir zu, sie flüsterten, ich solle weitermachen.“ (S. 10)

Geschichte und Charaktere

Christina Baker Kline erzählt eine Geschichte, die nah an der Realität dran ist. Vivian Daly ist die Tochter irischer Einwanderer und gerade mal neun Jahre alt, als sie ihre Familie bei einem Wohnungsbrand in New York verliert. Sie wird gemeinsam mit vielen anderen Waisenkindern in einen Zug verfrachtet. Er fährt in den Westen und soll die Kinder zu Familien bringen, die ihnen eine Chance auf ein behütetes Leben geben. Doch der Schein trügt, denn längst nicht alle, meist sogar ein Großteil der Kinder, kommt in eine liebendes, behütetes Zuhause. Für viele Familien sind die Kinder eine billiger Arbeitskraft - auf der Farm, im Haushalt, als Näherin. Viele leben in erbärmlichen Verhältnissen und müssen, ebenso wie Vivian, vieles in ihren so frühen Jahren durchmachen.

Besonders berührt hat mich die Geschichte, weil es diesen „Orphan Train“, wie er wirklich heißt und Schicksale, wie das von Vivian, tatsächlich gab. Beim Lesen spürte ich, wie sehr Christina Baker Kline mit den noch lebenden Zugkindern für ihre Recherche in Berührung war. Vivians Schicksal ging unter die Haut und hat mich emotional mitgenommen. Nicht nur, weil sie vermutlich mehr durchgemacht hatte, als viele in ihrem gesamten Leben, und das bevor sie überhaupt 15 Jahre alt war. Sondern auch, weil sie trotz allem nie ihren Mut verloren hat und sich durchkämpfte.

„Ich lernte weiterzumachen und auszusehen wie jeder andere, auch wenn ich mich innerlich zerbrochen fühlte.“ (S. 144)

Vivian ist ein sehr starker, authentischer und lebensnaher Charakter, die wir als Frau mit 91 Jahren treffen und erzählt bekommen, wie sie ihre Kindheit verleben musste. Und auch Molly, 17 Jahre alt, ist ein ebenso vielschichtiger und realitätsnaher Charakter, mit der man mitfühlt. Molly hat ein ähnliches Schicksal wie Vivian, ebenfalls quasi eine Waise. Durch Zufall stolpert sie in Vivians Leben und beide entwickeln eine ungewöhnliche Freundschaft. Endlich kann Vivian ihr Schweigen brechen und all die schlechten aber auch guten Erinnerungen mit jemandem teilen. Die beiden geben sich Stärke und Mut und stützen einander.

Der Zug der Waisen, Buchrücken, Christina Baker Kline (c) Goldmann

Der Zug der Waisen, Buchrücken, Christina Baker Kline (c) Goldmann

„Es ist ein angenehmer Ort zum Heimkommen. Ein Zuhause.“ (S. 246)

Fazit

Christina Baker Kline konnte mich mit „Der Zug der Waisen“ mit allen Aspekten vollkommen überzeugen. Vom ersten Satz an war ich an das Buch gefesselt und wurde emotional berührt. Vivian und Molly sind zwei authentische, vielschichtige, liebenswerte und starke Charaktere. Beide durch ein trauriges, aber leider sehr reales Schicksal verbunden. Die Geschichte konnte mich mit jedem Wort bewegen und verdient volle fünf Herzen und eine klare Leseempfehlung.

5herzen
Autorin:

Christina Baker Kline, aufgewachsen in England und den USA, unterrichtete Literatur und Kreatives Schreiben. Später hat sie sich als Buchautorin und Herausgeberin von Anthologien einen Namen gemacht. In den USA genießt ihr Roman „Der Zug der Waisen“ großen Erfolg und konnte sich monatelang an der Spitze der Bestsellerliste der New-York-Times halten. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann und drei Söhnen in Montclair, New Jersey.

Rezensionen/Reviews

[Rezension] Ein Teelöffel Land und Meer - Dina Nayeri

4. April 2015

Ein Telöffel land und Meer, Buchcover, Dina Nayeri (c) Goldmann

Autorin: Dina Nayeri

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Goldmann

Seiten: 517

Format: Taschenbuch

Originaltitel: A Teaspoon of Earth and Sea

Originalverlag: Riverhead Books

Preis: [D] 9,99 €, [A] 10,30 €, [CH] 13,90 €

Saba und Mahtab, Zwillinge, sind unzertrennlich. Doch nur bis zu ihrem elften Geburtstag. Denn Mathab und ihre Mutter verschwinden innerhalb kurzer Zeit auf mysteriöse Weise. Saba bleibt als halber Mensch zurück. Das Dorf redet von einem Badeunfall im Kaspischen Meer und der missglückten Flucht ihrer Mutter aus dem Iran. Aber Saba glaubt an ihren Zwillingssinn und eine andere Geschichte.

Meinung

Ein Teelöffel Land und Meer

Schreibstil

Das Buch ist überwiegend in der dritten Person geschrieben. Nur zwischendrin gibt es immer wieder kurze Kapitel ihrer Dorfmütter, die von ihnen direkt erzählt werden und mit dem Leser ihre Gedanken und Erinnerungen teilen. Der Schreibstil war schlicht, ohne übertriebene Ausschmückungen und trotzdem detailliert genug und berührend. Dennoch hatte ich am Anfang etwas Probleme in den Stil zu finden. Nach den kurzen Anlaufschwierigkeiten konnte mich Dina Nayeri aber noch komplett einnehmen.

Charaktere und Geschichte

Als Saba elf Jahre alt ist, verändern zwei einschneidende Erlerbnisse ihr Leben für immer. Die islamische Revolution nimmt gerade ihren Lauf, weshalb ihre christliche Familie Teheran verlassen und auf ihre Ländereien in der Gila-Provinz ziehen muss. Nur kurze Zeit später verschwinden ihre Mutter und ihre Zwillingsschwester Mahtab spurlos. Mahtab soll ertrunken sein. Ihre Mutter soll bei ihrer Flucht aus dem Iran festgenommen worden sein.

Aber Saba will das nicht glaub. Sie ist sich sicher, dass Mathab und ihre Mutter am Flughafen in ein Flugzeug gestiegen sind und jetzt in Amerika ein gutes Leben führen. Doch je älter sie wird, desto unsicherer ist sie. Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Wenn sie noch Leben, warum nehmen sie keinen Kontakt auf? Und auch wichtige Fragen in ihrem Leben machen es nicht einfacher. Was ist wichtiger, die eigenen Prinzipien, Wünsche, Träume oder Liebe und Sicherheit? Wann wird es Zeit, eigene Entscheidungen zu treffen und das eigene Schicksal in die Hände zu nehmen?

Wir lernen Saba kennen, als sie ein zerbrechliches, elfjähriges Mädchen ist, das gerade erst Mutter und Schwester verloren hat. Verzweifelt versucht sie die Wahrheit herauszufinden und sich an die Hoffnung zu klammern, ihre Schwester würde noch Leben.

„Mann muss es nicht aus ihrem Mund hören, wenn man deutlich sehen kann, wie ihre Hand nach diesem fehlenden Menschen greift, der immer links von ihr Stand.“ (S. 20)

Ihren besten Freunden Reza und Ponneh erzählt sie Geschichten über sie und wartet sehnsüchtig auf einen Brief von Mathab. Auch ihren drei Dorfmüttern, die jede einen wichtigen Teil in ihrem Leben einnehmen, erzählt sie diese Geschichten. Doch eine, Rezas Mutter, macht sich deshalb große Sorgen.

„Ich denke, dass diese Geschichte viele Arten von Wahrheiten enthält, und die größte davon ist, dass Mathab irgendwo noch immer lebt.“ (S. 139)

Wir erleben mit, wie sich Saba von einem kleinen, geschlagenen Mädchen in eine selbstbewusste Frau verwandeln wird, die versucht, ihren Weg im Leben zu gehen. Auf ihrem Weg versucht sie immer die Wahrheit zu finden und muss einiges einstecken. Sie ist ein wirklich starker, authentischer und tiefgründiger Hauptcharakter, denn man nur ins Herz schließen kann.

Und auch die anderen Charaktere, ihre besten Freunde, ihr Vater, die Mullahs, ihre Dorfmütter sind alle individuelle, starke, mal mehr, mal weniger sympathische Charaktere. Sie alle tragen einen wichtigen Teil zur Geschichte bei und machen das Buch abwechslungsreich und spannend.

Ein Teelöffel Land und Meer, Buchrücken, Dina Nayeri (c) Goldmann

Das Buch erzählt die Geschichte von diesem unsichtbarem Faden, dieser tiefen Verbindung von Zwillingen. Und davon, was passiert, wenn Zwillinge getrennt werden, wie sinnlos und leer sich Saba dann fühlte. Sie erzählt vom Kampf des Erwachsenwerdens als Mädchen im Iran. Vom Kampf der Frauen im Iran im allgemeinen und den Ängsten und Sorgen, die sie nach der islamischen Revolution ausstehen.
Einer Welt, in der eine Frau ausgepeitscht wird, weil eine rote Schuhspitze zu sehen war. Es erzählt, wie Saba versucht, dennoch sich selbst zu finden, ihren Prinzipien treu zu bleiben und ihre Träume später zu leben. Träume von einem Leben in Amerika, einem Studium und Unabhängigkeit. Außerhalb eines Lebens, in dem Männer die Macht haben und über Frauen und ihr Handeln bestimmen.

„Manchmal, in ihren grausamsten Tagträumen, wenn Abbas ins Kaspische Meer geworfen oder ausgeweidet wird, fürchtet sie, dass sie genauso ist wie die Basidsch-Frauen. Dass auch in ihr eine bösartig grinsende Bestie lauert […]“ (S. 379)

Fazit

Eine Geschichte, die von der tiefen Verbindung zwischen Zwillingen erzählt. Eine Geschichte über Sorgen und Ängste der Frauen, in dieser Welt, in der Männer die Macht haben, über sie bestimmen und den kleinsten Fehltritt bestrafen. Und über die eigenen Träume, Wünsche und die Sehnsucht nach echter Liebe.
Über die Hoffnung auf eine Zukunft in Freiheit und voller Unabhängigkeit. Die Charaktere waren authentisch, stark und individuell und der Schreibstil schlicht aber packend. Stellenweise war die Geschichte etwas lang und ich hatte etwas Anlaufschwierigkeiten. Deshalb gibt es vier Herzen und eine Leseempfehlung.

4herzen

Autorin:

Dina Nayeri, geboren während der Islamischen Revolution im Iran, emigrierte als Zehnjährige nach Oklahoma. Sie absolvierte ihren MBA und Master of Education in Harvard, in Princeton ihren BA. Sie arbeitete in der Modewelt, als Unternehmensberaterin, in der Universitätsverwaltung, als Investmentbanken und als Rettungsschwimmerin. „Ein Teelöffel Land und Meer“ ist ihr Debütroman und wurde bereits in dreizehn Sprachen übersetzt. Mittlerweile arbeitet sie bereits an ihrem zweiten Roman.

Weitere Rezensionen:

Buzzaldrins Bücher

Literatourismus

Tintenzauber

Rund ums Lesen

Verlagsvorschau Goldmann

11. Januar 2015

verlagsvorschau

Heute habe ich die Verlagsvorschau für 2015 vom Goldmann-Verlag für euch.

Romane Januar bis März

Coverrechte liegen beim Goldmann Verlag - Random House Group

Der Engelsbaum: Lucinda Riley - Januar 2015; Noch weniger Sex und ich wäre ein Pandabär: Justin Halpern - Januar 2015; Oma Else startet durch: Thomas Letocha - Januar 2015; Das kleine große Glück: Lucy Dillon - Januar 2015; Die Liebe in Grenzen: Veronika Peters - Januar 2015; Löffelchen Liebe: Julia Kaufhold - Januar 2015; Küsse sich, wer kann: Janet Evanovich - Januar 2015; Shopaholic in Hollywood: Sophie Kinsella - Februar 2015; Den Freund der Schwester klaut man nicht oder? Sophie Ranald - Februar 2015; Liebe unter Fischen: René Freund - Februar 2015; Im Rachen des Alligators: Lisa Moore - Februar 2015; Die Löwin von Aquitanien: Tanja Kinkel - Feburar 2015; Friederike. Prinzessin der Herzen: Bettina Henning - Februar 2014; Rette mich vor dir: Tahereh Mafi - Februar 2014; Der fröhliche Frauenhasser Dr Siri ermittelt: Colin Cotterill - Februar 2015; Die Sieben Schwester: Lucinda Riley - März 2015 - HC; Das Glück wächst nicht auf Bäumen: Wendy Wunder - März 2015 - HC; Eine Nummer zu groß: Johanna Madl - März 2015; Ein Teelöffel Land und Meer: Dina Nayeri - März 2015; On The Island. Liebe die nicht sein darf: Tracey Garvis-Graves - März 2015; Donnerwetter: Nicola Förg - März 2015; Schlaflos: Sarah Moss - März 2015; Frisch getraut darf’s ein Küsschen mehr sein: Rachel Gibson - März 2015; Kaffeeklatsch mit Goldfisch: Martha Sophie Marcus - März 2015; Das Unendliche Meer: Rick Yancey - März 2015 - HC; Furchtlose Liebe. Die Überlebenden: Alexandra Bracken - März 2015; Die Bestimmung. Letzte Entscheidung: Veronica Roth - März 2015

Romane - März bis Oktober

Coverrechte liegen beim Goldmann Verlag - Random House Group

Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon: Jockey Tschiersch - April 2015 - HC; Am Abgrund aller Dinge: Gianrico Carofiglio - April 2015 - HC; Die Frauen von der Beacon Street: Katherine Howe - April 2015; Wilde Akazien: Johanna Nicholls - April 2015; Kein Tag für Jakobsmuscheln: Catherine Simon - April 2015; Herzklopfen und Hüttenzauber: Fanny Schönau - April 2015; Das Blut der Rebellin: Sabrina Qunaj - April 2015; Smarkand: Matthias Politycki - April 2015; Das Objekt: Constantin Gillies - April 2015; Das Vergessene Reich: Aileen P. Roberts - April 2015; Im Dunkeln. Mein Leben ohne Licht: Anna Lyndsey - Mai 2015 - HC; Das Sommerversprechen: Elin Hildebrand - Mai 2015; Mit Axt, Charme und Melone: Colin Cotterill - Mai 2015; Die Töchter des Seefahrers: Linda Holmann - Mai 2015; Kommt eine Frau zur Hochzeit: Helena S. Paige - Mai 2015; Hourglass. Das Ende der Zeit: Myra McEntire - Juni 2015; Filou. Ein Kater rettet die Liebe: Sophie Winter - Juni 2015; Der Sommer als der Regen ausblieb: Maggie O’Farrell - Juni 2015; Sturm über Rosefield Hall: Julie Leuze - Juni 2015; Kuss Hawaii: Janet Evanovich - Juni 2015; Die Mitternachtsrose: Lucinda Riley - Juli 2015; An den Ufern des Bosporus: Theresa Révay - Juli 2015; Ich brenne für dich: Tahereh Mafi - Juli 2015; Ich lass dich nicht los: Madeleine Reiss - Juli 2015; Sex and the Dorf: Julia Kaufhold - Juli 2015; Coco und das Geheimnis des Glücks: Nimm Greene - Juli 2015; Der Vintage Guide für einsame Herzen: Kristy Greenwood - August 2015; Die Erleuchtete: Aime Agresti - August 2015; Die Mitternachtsstunde: Pamela Hartshorne - August 2015; Ein Sommer in Wales: Constanze Wilken - August 2015; Der Schelm von Venedig: Christopher Moore - August 2015; Land der Verheißung: Leila Meacham - August 2015; Dein für immer: Becca Fitzpatrick - September 2015; Nur Küssen ist schöner: Rachel Gibson - September 2015; Nettelbeck und Familie: Gerhard Matzig - September 2015; Ein Streuner kehrt heim: Nick Trout - September 2015; Ziemlich nah am Glück: Saira Shah - September 2015; Wenn die Liebe tanzen lernt: Jean Kwok - Oktober 2015; Mami, Warum sind hier nur Männer? Volker Surmann - Oktober 2015; Die Scheidungspapiere: Susan Rieger - Oktober 2015; Das Lied der Elfen: Aileen P Roberts - Oktober 2015

Krimi und Thriller - Januar bis März

Coverrechte liegen beim Goldmann Verlag - Random House Group

Der Schneegänger: Elisabeth Herrmann - Januar 2015 - HC; Kalte Macht: Jan Faber - Januar 2015; Das verschwundene Mädchen: Martha Grimes - Januar 2015; Inspektor Jury lichtet den Nebel: Martha Grimes - Januar 2015; Die Totentänzerin: Max Bentow - Januar 2015; Killer: Jonathan Kellerman - Januar 2015; Der Lohn des Bösen: Gwen Florin - Januar 2015; Das Grab in der Themse: Anne Perry - Januar 2015; Break Down. Welt am Abgrund: Till Berger - Februar 2015; Operation Red Sparrow: Jason Matthews - Februar 2015; Asche zu Asche, Blut zu Blut: James Oswald - Februar 2015; Mädchenware: Norbert Horst - Februar 2015; Knochenbett: Patricia Cornwell - März 2015; Stirb für deine Sünden: Max Kinnings - März 2015; Blutinsel: Ulrich Hefner - März 2015; Er sieht dich: Sinead Crowley - März 2015; Todesurteil: Andreas Gruber - März 2015; Rachesommer: Andreas Gruber - März 2015; Todeswut: Jim Ford - März 2015; Nur wenn du mich liebst: Joy Fielding - März 2015

Krimi und Thriller - März bis Oktober

Coverrechte liegen beim Goldmann Verlag - Random House Group

Wer im Dunkeln bleibt: Deborah Crombie - April 2015; Wer Böses in sich trägt: Lisa Unger - April 2015; Denn sie betrügt man nicht: Elizabeth George - April 2015; Todesmahnung: Elias Palm - April 2015; Kill Shot: Tom Wood - April 2015; Tag des letzten Schnees: Jan Costin Wagner - April 2015; Lügen Mädchen: Luana Lewis - Mai 2015 - HC; Ich finde dich: Harlan Coben - Mai 2015; Kein Sterbens Wort: Harlan Coben - Mai 2015; Das Grab im Wald: Harlan Coben - Mai 2015; Das verlorene Dorf: Stefanie Kasper - Mai 2015; Stirb für mich: Robert Wilson - Mai 2015; Engelskalt: Samuel Bjork - Juni 2015; Bittet nicht um Gnade: Claire McGowan - Juni 2015; Totengedenken: Rennie Airth - Juni 2015; Erkenne deine Schuld: Tim Waver - Juni 2015; Engelsgeduld: Wolf Schreiner - Juni 2015; Falsche Schuld: James Patterson - Juni 2015; Undank ist der Väter Lohn: Elizabeth George - Juli 2015; Das tödliche Versprechen: Alice LaPlante - Juli 2015; Der Mädchensucher: Paula Daly - Juli 2015; Darum schütze was du liest: Lisa Unger - Juli 2015; Um Leben und Tod: Michael Robotham - August 2015; Schattenstunde: Penny Hancock - August 2015; Faceless. Der Tod hat kein Gesicht: Terry Hayes - August 2015; Roter Nebel: Jakob Melander - August 2015; Das Weisse Krokodil: K.T. Medina - August 2015; Nur eine böse Tat: Elizabeth George - September 2015; Tod in der Hofburg: Beate Maxian - September 2015; Totenbleich: Michael Katz Krefeld - September 2015; Die Puppe: Mo Hayder - September 2015; Racheherbst: Andreas Gruber - September 2015; Das Alabastergrab: Helmut Vornedran - Oktober 2015; Die Stimmen der Toten: Stuart Mcbride - Oktober 2015; Das Istanbul Komplott: Charles Cumming - Oktober 2015; Nur die Toten schweigen: Nike Andeer - Oktober 2015

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