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Rund ums Lesen

Suhrkamp/Insel - Vorschau Frühjahr/Sommer 2016

6. Februar 2016

Suhrkamp

Christoph Hein - Glückskind mit Vater aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Christoph Hein - Glückskind mit Vater aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Christoph Hein – Glückskind mit Vater

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

Was verdankt ein von der Mutter »Glückskind« genannter Sohn dem Vater? Der ist in dem neuen Roman, in dem Christoph Hein alle Register seiner erzählerischen Kunst und seiner geschichtsdiagnostischen Kompetenz entfaltet, eine unausweichliche Antriebskraft. Jedoch in einem alles andere als positiven Sinn: Der Sohn, in der entstehenden DDR lebend, muss seit seiner Geburt im Jahr 1945 vor dem kriegsverbrechischen toten Vater sein ganzes Dasein im Fluchtmodus zubringen: psychisch, physisch, beruflich, geographisch, in Liebesdingen.

Es gibt zahlreiche Versuche, aus dem Schatten des Vaters herauszutreten: Er nimmt einen anderen Namen an, will in Marseille Fremdenlegionär werden, reist kurz nach dem Mauerbau wieder in die DDR ein, darf dort kein Abitur machen, bringt es gleichwohl, glückliche Umstände ausnutzend – Glückskind eben –, in den späten DDR-Jahren bis zum Rektor einer Oberschule – fast.

Am Ende erkennt er: Eine Emanzipation von der allgemeinen und der persönlichen Geschichte ist zum Scheitern verurteilt. Durch solche Verkettung von Vergangenheit und Gegenwart wird aus dem Glückskind ein Unheilskind. Gerade dadurch verkörpert er wie in einem Brennspiegel bis ins kleinste Detail die unterschiedlichsten Gegebenheiten Deutschlands in den politischen, gesellschaftlichen und privaten Bereichen. Ironisch-humoristisch, anrührend, ohne Sentimentalität oder Sarkasmus erzählt Christoph Hein ein beispiellos-beispielhaftes Leben in mehr als sechzig Jahren deutscher Zustände.


Anna Katharina Hahn - Das Kleid meiner mutter aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Anna Katharina Hahn - Das Kleid meiner mutter aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Anna Katharina Hahn – Das Kleid meiner Mutter

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

Madrid im Sommer 2012: Krass zeigen sich in der Hauptstadt die Auswirkungen der jüngsten Wirtschaftskrise. Die junge Ana María, genannt Anita, gehört zur „verlorenen Generation“, der jede Möglichkeit einer selbstbestimmten Existenz genommen wurde. Ihr Bruder, ein promovierter Germanist, hat sich bereits nach Berlin abgesetzt, um auf dem Bau sein Geld zu verdienen. Anita ist aus Not in ihr altes Kinderzimmer zurückgezogen. Halt geben ihr neben der Familie nur ihre Freunde, die das Schicksal der Dauerarbeitslosigkeit mit ihr teilen, und die regelmäßigen Demonstrationen auf der Puerta del Sol im Herzen der überhitzten Metropole. Doch alles Schlimme lässt sich noch steigern: Eines Tages liegen Anitas Eltern tot in der gemeinsamen Wohnung. Unversehens rutscht sie in das Leben der Mutter hinein. Anita muss nur eines ihrer Kleider überstreifen, schon halten sie alle – auch Mutters geheimnisvoller deutscher Liebhaber – für Blanca. Und deren Alltag ist viel aufregender, als Anita sich hätte träumen lassen: „Es fühlte sich gut an, meine Mutter zu sein. Ich war schön, auf eine mir unbekannte Weise … Selbst in den Gesichtern mancher Frauen sah ich ein Aufleuchten.“

Unerschrocken nimmt Anna Katharina Hahn in ihrem dritten Roman die drängendsten Probleme der Gegenwart ins Visier: Das Kleid meiner Mutter ist ein phantastischer Generationen- und Liebesroman aus den Zeiten der Eurokrise und zugleich ein poetisches Welttheater zwischen Spanien, Berlin und Stuttgart. Am Ende scheinen fast alle Fäden bei einem geheimnisumwitterten Schriftsteller zusammenzulaufen, dem man nachsagt, über Leichen zu gehen. Doch vielleicht ist auch das eine Täuschung.


Andreas Pflüger - Endgültig aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Andreas Pflüger - Endgültig aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Andreas Pflüger – Endgültig

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

In ihrem ersten Leben war Jenny Aaron Mitglied einer international operierenden Elitetruppe der Polizei – hochintelligent, kampferprobt, effektiv. In ihrem zweiten ist sie Verhörspezialistin und Fallanalytikerin beim BKA. Sie spürt das Verborgene und versteht es, zwischen den Worten zu tasten – denn seit einem misslungenen Einsatz in Barcelona ist Aaron blind. Die damaligen Ereignisse haben sie traumatisiert. Doch es war nicht der schlimmste Tag ihres Lebens. Der schlimmste Tag ihres Lebens ist heute.

Fünf Jahre nach Barcelona erhält Aaron einen Anruf: Die früheren Berliner Kollegen bitten sie um ihre Mithilfe. Reinhold Boenisch, ein zu lebenslänglich verurteilter Frauenmörder, gegen den Aaron als junge Polizistin ermittelte, hat im Gefängnis eine Psychologin getötet. Sie entschließt sich, den Fall anzunehmen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Doch Boenisch ist nur der Anfang, eine Schachfigur in einem Komplott. Aaron wird erkennen, dass ihr bisheriges Leben eine einzige Vorbereitung auf die folgenden sechsunddreißig Stunden war. Um dieses Leben wird sie kämpfen müssen wie nie zuvor.

Andreas Pflüger stellt nicht nur die Wahrnehmung auf den Kopf, indem er die Welt konsequent und mit großer atmosphärischer Dichte aus der Perspektive einer Blinden beschreibt. Er dreht auch virtuos an der Spannungsschraube, spielt mit den Erwartungen des Lesers, zieht ihn in einen Sog. Unentrinnbar, sprachmächtig, adrenalingeladen.


Anthony Marra - Letztes Lied einer vergangenen Welt aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Anthony Marra - Letztes Lied einer vergangenen Welt aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Anthony Marra – Letztes Lied einer vergangenen Welt

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

Keiner versteht es so wie Roman Markin, Menschen einfach verschwinden zu lassen. Wer im Leningrad der 1930er-Jahre staatlich liquidiert wird, dessen Foto landet auf dem Tisch des Retuscheurs. Nicht ein einziges Bild soll bezeugen, dass diese Person je existiert hat. Doch eines Tages will Roman nicht dem Vergessen dienen, sondern sich erinnern: an seinen Bruder – und bringt sich damit in große Gefahr …
Anthony Marra erzählt von Menschen zu ganz unterschiedlichen Zeiten: von der Primaballerina, die im Gulag Schwanensee tanzen muss; von ihrer Enkelin Galina, die sich an das Einzige klammert, was ihr von ihrer Jugendliebe bleibt: ein Gemälde des idyllischen Ortes, an dem er starb; von Kolya und seinem Bruder, die sich in der Trostlosigkeit einer sibirischen Bergbaustadt an den einzigen Traum klammern, der ihnen bleibt: die Weite des Weltalls, im Ohr die Nussknacker-Suite.

Wie kann man Menschen erinnern? Und woran sich halten, wenn alles verloren ist? Anthony Marra schreibt von dort, wo nichts geblieben ist außer Ruinen und Erinnerungen. Von dem, was uns auseinanderreißt, und dem Kitt, der uns alle zusammenhält – der Hoffnung auf Erlösung. Geschichten von berückender Schönheit, die zusammen so episch und ergreifend sind wie ein Roman.


Julia Kissina - Elephantinas Moskauer Jahre aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Julia Kissina - Elephantinas Moskauer Jahre aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Julia Kissina – Elephantinas Moskauer Jahre

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

Von Sehnsucht nach dem freien Künstlerdasein gepackt, folgt die junge Elephantina ihrem Idol in die Katakomben Moskaus. Der rotgesichtige Dichterguru Pomidor, ein Mann in den besten Jahren, prominenter Kopf der Avantgarde, hat sie die »neue Achmatowa« genannt. Vergessen das provinzielle Kiew, die öde Kunstschule. Durch Bahnhöfe, Theatergarderoben und Museen von einer Schlafstatt zur nächsten irrend, findet die nonnenhaft gekleidete Nomadin eine Wohnung, die sie schon bald in eine Künstlerkolonie verwandelt. Dichterabende in überfüllten Studentenklubs mit Spitzeln in den hinteren Reihen, verbotene Kunstaktionen in Moskau und Umgebung, die Begegnung mit Allen Ginsberg, eine Vorladung beim KGB – doch all das ist nur die Kulisse, vor der Elephantina sich nach Pomidor verzehrt.

Eine éducation sentimentale in kräftigen Farben, episodenreich und voller Temperament und Gelächter.


 

Fabio Genovesi - Der Sommer, in dem wir das Leben neu erfanden aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Fabio Genovesi - Der Sommer, in dem wir das Leben neu erfanden aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Fabio Genovesi – Der Sommer, in dem wir das Leben neu erfanden

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

Am liebsten streift die dreizehnjährige Luna am Strand entlang, zwischen den noch verbliebenen Touristen im toskanischen Forte dei Marmi, und sucht nach all den Geschenken, die ihr das Meer anspült. Doch ihr Leben gerät ins Wanken, als ihr Bruder Luca beim Surfen zu Tode kommt. Lunas ganzer Einfallsreichtum ist gefragt, um gegen die Hoffnungslosigkeit anzukämpfen, die sie, ihre Familie und Freunde zu überwältigen droht. Als sie am Strand Dinge findet, die offenbar von Luca stammen, folgt sie den Spuren und begibt sich gemeinsam mit der chaotischsten Mutter, dem trägsten Lehrer, dem altklügsten Jungen und dem garstigsten Opa der Welt auf einen Roadtrip – und zwischen antiken Legenden, Geistern der Vergangenheit und Botschaften des Meeres stolpern sie auch über all die kleinen und großen Wunder des Lebens.

Fabio Genovesi schreibt über einzigartige Alltagshelden, die jedem Schicksalsschlag mit einer gehörigen Portion Humor und Fantasie begegnen. Und dabei das Wagnis eingehen, ihr Leben neu zu erfinden.


Brian Morton - Das Leben der Florence Gordon aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Brian Morton - Das Leben der Florence Gordon aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Brian Morton – Das Leben der Florence Gordon

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

Drei eigenwillige Frauen aus drei Generationen: Florence Gordon, New Yorker Intellektuelle und seit Jahrzehnten glühende Feministin, ist unverblümt, eitel, stolz – und eine ziemliche Kratzbürste, die fünfundsiebzig Jahre lang so gelebt hat, wie es ihr gefiel. Sie braucht keine Gesellschaft, die sie ohnehin nur von der Arbeit abhalten würde, und als nun ihr Sohn Dan mit seiner Frau Janine und der halbwüchsigen Tochter Emily nach New York kommt, passt ihr das gar nicht. Emily hingegen sucht die Nähe zu Florence, gerade jetzt, wo sie sich von ihrem Freund getrennt hat – und nun auch noch die Ehe ihrer Eltern ins Wanken gerät. Ganz wie ihre Großmutter ist sie beharrlich und kämpferisch. Das gefällt Florence, und vielleicht kann sie Emily an sich heranlassen, eigentlich könnte sie ein wenig Hilfe auch gut gebrauchen – wenn da nur nicht ihr Stolz wäre …

Ein ebenso kluger wie unterhaltsamer und humorvoller Roman über eine Familie und ihre eigenwillige Matriarchin, die gar keine sein will – mit Charakteren, die so lebendig sind, als liefe man ihnen in New York an der nächsten Straßenecke über den Weg.


John Higgs - Alles ist relativ und anything goes aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

John Higgs - Alles ist relativ und anything goes aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

John Higgs – Alles ist relativ und anything goes

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

Bei der Uraufführung von Igor Strawinskys Le Sacre du printemps am 29. Mai 1913 in Paris kommt es zum Eklat. Schon während der Eröffnungsmusik bricht ein Teil des Publikums in höhnisches Gelächter aus. Als die Tänzer auf den Boden zu stampfen beginnen, schlägt der Unmut der Zuschauer in Entrüstung um. Zu radikal ist der Bruch mit der Tradition. Ohne dass sie es gemerkt hätten, hatte sich alles geändert, als der Zeiger des Weltalters von 19 auf 20 sprang.

Auf fast allen Gebieten wurden im 20. Jahrhundert Entdeckungen gemacht oder Ideen entwickelt, die unser Bild vom Universum und von uns selbst auf den Kopf gestellt haben. Alles schien neu, nichts unmöglich: Maschinen, die denken, Hunde im Weltall und Menschen auf dem Mond. Alte Gewissheiten büßten ihre Geltung ein, hergebrachte Autoritäten verloren ihre Macht. Die Welt wollte kein Zentrum mehr kennen.

Auf seine ganz eigene Weise führt John Higgs durch dieses Jahrhundert der Genies und der Gurus. Er erläutert die Relativitätstheorie anhand eines fallenden Würstchens, erzählt von Satanisten im Raumfahrtprogramm der Amerikaner und geht der Frage nach, ob ein Schmetterling in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen kann. Das ist alles unglaublich seltsam und ziemlich wahnsinnig. Ein Buch wie ein Trip.


Elsemarie Maletzke - Maud Gonne: Ein Leben für Irland aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Elsemarie Maletzke - Maud Gonne: Ein Leben für Irland aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Elsemarie Maletzke - Maud Gonne: Ein Leben für Irland

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

Sie war der Paradiesvogel des irischen Freiheitskampfs: Maud Gonne, sehr groß, sehr glamourös und sehr eigensinnig. Sie wurde 1866 als Tochter eines englischen Offiziers geboren – und so wie sie Irland liebte, so hasste sie das britische Empire.
Für die Rechtlosen war sie die »Frau von den Feen«, die Wunder bewirkte, für ihre Feinde eine »unkontrollierbare Revolutionärin«. Sie kämpfte auf Seiten der Pachtbauern gegen die Truppen der Landlords, stritt für republikanische Häftlinge, saß selbst im Gefängnis und gründete die erste politische Frauenorganisation Irlands. Unübersehbar und unüberhörbar forderte sie die Kolonialmacht heraus und riskierte jederzeit eine Kugel oder einen Schlag mit dem Gewehrkolben.
Sie war die große Liebe des Dichters und Nobelpreisträgers W. B. Yeats – und sie führte ein geheimes Doppelleben in Paris als Geliebte eines rechten Politikers und Mutter einer kapriziösen Tochter. Ihre spätere Ehe mit einem irischen Helden wurde zum Fiasko, aber ihr Kampfgeist blieb ungebrochen.

100 Jahre nach dem Oster-Aufstand, dem Fanal der irischen Unabhängigkeit, ist Maud Gonne noch immer eine Ikone des geistigen und militanten Widerstands. Elsemarie Maletzke erzählt anschaulich und unterhaltsam, wie aus der schönen Offizierstochter eine Revolutionärin und Irlands »heilige Johanna« wurde.


Bradford Morrow - Die tödlichen Talente des Mr. Diehl aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Bradford Morrow - Die tödlichen Talente des Mr. Diehl aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Bradford Morrow - Die tödlichen Talente des Mr. Diehl

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

Die Gemeinschaft der Bücherliebhaber ist geschockt, als Adam Diehl, ein zurückgezogen lebender Sammler seltener Bücher, ermordet in seinem Haus in Montauk gefunden wird. In den Wochen danach gelingt es seiner Schwester Meghan nur schwer, zur Normalität zurückzukehren. Zum Glück findet sie Unterstützung bei ihrem Freund Will, der selbst Sammler ist, aber auch ein gewiefter Fälscher von Autographen – Spezialität: Sir Arthur Conan Doyle. Und als die Polizei keinen Verdächtigen ausmachen kann, wird der Fall bald zu den Akten gelegt.
Dann aber erhält Will Drohbriefe, scheinbar handgeschrieben von längst verstorbenen Autoren, die jedoch in Wirklichkeit von jemandem stammen müssen, der verstörend viel über den Mord weiß. Will begreift, dass sein eigenes Leben in Gefahr ist, und flüchtet mit Meghan in ein abgelegenes Dorf in Irland. Doch nur allzu bald zeigt sich, dass es nicht so einfach ist, den rachsüchtigen Verfolger abzuschütteln, und es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod.

Bradford Morrow entführt den Leser mit diesem atemberaubenden literarischen Thriller in die Welt der seltenen Bücher, bevölkert von obsessiven Sammlern, Fälschern und anderen Bibliomanen.


Gedichte von Rainer Maria Rilke - Herausgeber: Marcel Reich-Ranicki aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Gedichte von Rainer Maria Rilke - Herausgeber: Marcel Reich-Ranicki aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Rainer Maria Rilke - Die schönsten Gedichte

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

»Er war das Idol und der Abgott ganzer Generationen deutscher, mehr noch, europäischer Leser und sein klangvoll-rhythmischer Name wurde zum Inbegriff des Poetischen: Rainer Maria Rilke. Er war ein genialer Künstler. Er wusste mit dem Reim umzugehen wie nur wenige Dichter in der Geschichte unserer Literatur, er hat der Sprache ungeahnte Klänge und Melodien abgewonnen. In vielen Versen vermochte er auszudrücken, was unaussprechbar schien: Seine Poesie ist ein Triumph über das Unsagbare.« Marcel Reich-Ranicki

Der Zauber von Rilkes Versen ist bis heute ungebrochen. Dieser Band versammelt die schönsten Gedichte aus seinem lyrischen Werk, herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki.


Luise Berg-Ehlers - Extravagante Engländerinnen aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Luise Berg-Ehlers - Extravagante Engländerinnen aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Luise Berg Ehlers - Extravagante Engländerinnen

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

England ist berühmt für seine ländliche Idylle, für reetgedeckte Cottages und seine gemütlichen Pubs und Tea Rooms. Dass es auf der Insel aber auch hochherrschaftlich spektakulär zugeht, davon zeugt nicht nur so manche Hutkreation von Ascot. Luise Berg-Ehlers erzählt von englischen Aristokratinnen, die sich als extravagante Schlossherrinnen, exzentrische Society Ladies, unstandesgemäße Gärtnerinnen oder rebellische Schriftstellerinnen einen Namen machten. Das herrschaftliche Leben, so scheint es, bot den perfekten Nährboden für allerlei skurrile Auswüchse – und sorgt auch heute noch, nicht nur in Downton Abbey, für Furore.

Über die Duchess of Devonshire, die Herzogin von Windsor, die Mitford-Schwestern, Jane Austen, Vita Sackville-West, Virginia Woolf, Elizabeth von Arnim u. v. a.

Durchgängig vierfarbig illustriert – mit Fotos der Autorin


 

 

Susan Jane Gilman - Die Königin der Orchard Street aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Susan Jane Gilman - Die Königin der Orchard Street aus dem Suhrkamp/Insel Verlag

Susan Jane Gilman - Die Königin der Orchard Street

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim Suhrkamp/Insel Verlag)

Reich an Leben, bunt und voller Fabulierlust

New York, 1913. Für die kleine Malka eröffnet sich inmitten der dicht gedrängten Straßen und übervölkerten Mietskasernen von Manhattans Lower East Side eine vollkommen neue Welt, als das Schicksal sie direkt vor Salvatore Dinellos Pferdefuhrwerk laufen lässt. Denn der fahrende Händler, der jeden Tag Arien trällernd mit seinem Wagen durch die Straßen zieht, weiht sie in das köstlichste Geheimnis der Welt ein: das Wunder der Eiscreme. Und so beginnt für Malka eine wahre Tour de Force durch das Leben – bei der aus dem listigen und erfinderischen Mädchen die Grand Dame Lillian Dunkle wird, die »Eiskönigin von Amerika« und berühmt-berüchtigte Herrscherin über ein Eiscreme-Imperium …

Lebensprall, bunt und voller Fabulierlust fegt dieser Roman wie ein Wirbelwind durch das 20. Jahrhundert und erzählt die außergewöhnliche Geschichte einer ungezähmten Heldin, eines turbulenten Lebens und der Entdeckung der süßen Magie.

Rezensionen/Reviews

[Rezension] Und du bist nicht zurückgekommen - Marceline Loridan-Ivens

23. November 2015

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Und du bist nicht zurückgekommen von Marceline Loridan-Ivens (c) Insel/Suhrkamp

Autorin: Marceline Loridan-Ivens
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Insel / Suhrkamp
Seiten: 111
Format: Hardcover
Preis: [A] 15,50€ und [D] 15,00 €
Leseprobe
Originaltitel: Et tu n’es pas revenue
Originalverlag: Editions Grasset, Paris

 

Als sie fünfzehn Jahre alt ist, wird Marceline zusammen mit ihrem Vater nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie landet in Birkenau, er in Auschwitz. Sie überlebte, er nicht. Nach siebzig Jahren schrieb sie einen Brief an ihn, in dem Sie versucht, das Unaussprechliche zu erzählen.

Sie sind nur drei Kilometer voneinander getrennt. Zwischen ihnen die Gaskammern, der Geruch nach verbrannten Fleisch und all der Hass. Die Unausweichlichkeit der eigenen Verrohung ebenso wie die Ungewissheit, was mit dem anderen geschieht.

„Dann denke ich an dich. Ich sehe jene Botschaft wieder, die du mir dort hast zukommen lassen […]. Sicher bin ich mir nur einer Zeile, der ersten ‚Mein liebes kleines Mädchen‘ […]“ (S. 8)

Meinung

Zuallerst gleich vorweg - das Buch spiegelt nur den Brief, den Marceline an ihren Vater schreibt, wider. Ein Brief, der ihre Gedanken, ihr Innerstes preis gibt. Der versucht, das Geschehen zu verarbeiten. Es gibt keinerlei Hintergrundinformationen, also warum beispielsweise nur Marceline und ihr Vater nach Auschwitz/Birkenau kamen, aber der Rest der Familie nicht oder ähnliches. Wenn ihr hier genaueres Wissen wollt, dann googelt am besten mal nach Marceline und seht euch den Film Birkenau und Rosenfeld an, indem sie das Erlebte ebenfalls verarbeitet hat und der der erste Film war, der auf dem Gelände von Auschwitz gedreht werden durfte.

Marcelin kehrt in diesem sehr nüchternen, leicht wirren und eher kühlen Brief ihr Innerstes nach außen. Sie spricht das Unaussprechliche an, schmückt dabei aber nichts aus, verschönt nichts, bleibt sehr sachlich und wertet nicht. Und genau das ist es, was mir einen eiskalten Schauer über den Rücken jagte. Die Gräueltaten und Grausamkeiten die damals geschahen erleben wir durch ihre Hand hautnah. Wir lesen hier einen der letzten Berichte einer Augenzeugin. Einer, die Überlebte und doch ein bisschen gestorben ist.

„[…] wir wissen, dass die Nazis verloren haben, aber es ist zu spät, viel zu spät, um sich zu freuen, die Qualen sind zu groß gewesen, es bleibt nur das Gefühl des Schreckens und des Verlustes.“ (S. 63)

Denn keiner, der aus dem KZ zurückkam, hat wirklich vollständig überlebt. Ein Teil zerbricht immer, ein Teil bleibt zurück und ist für immer gezeichnet. Die Familie, Bekannte und all die anderen, sie alle sagten hinterher immer - „Du musst vergessen“. Doch wie soll man solche Geschehnisse jemals vergessen, wenn man selbst mittendrinnen war. Wenn man wie Marceline nur ein paar hundert Meter vom Vater entfernt war, ihn aber nur ein einziges Mal sehen konnte. Ein Treffen, bei dem sie gerade einmal die Nummer ihre Baracke sagen kann, bevor sie bis zur Ohnmacht geprügelt wird. Nur ein einziger Brief, ein paar Zeilen, an die sie sich kaum erinnern kann, bleibt ihr von ihrem Vater. Denn er wird nie zurückkommen, er ist zu alt, zu schwach. Marceline ist noch jung, sie schafft es, wie er es prophezeite, aber ist innerlich zerbrochen. Mitteilen kann sie sich kaum, wer nicht dabei war, versteht es nicht.

„Aber wir wären zwei gewesen, die wussten. Wir hätten vielleicht nicht of darüber gesprochen, doch die Ausdünstungen, die Bilder, die Gerüche und die Gewalt der Gefühle hätten uns wie Wellen erfasst, sogar in der Stille, und wir hätten die Erinnerungen durch zwei teilen können.“ (S. 47)

In diesem Brief, den sie an ihren toten Vater schreibt, öffnet sie sich. Berichtet von dieser unfassbaren, grauenhaften und für uns so unverständlichen Zeit. Erzählt uns, ohne irgendetwas zu verheimlichen oder zu verschönen wie es war, als sie Massengräber ausheben musste, umfangen vom Gestank der Gaskammern, wie sie tagein, tagaus Alte, Schwache, Kranke und Kinder in den Kammern verschwinden und als grauer Dunst aus den Schornsteinen herauskommen sah.

„Von meinem Block aus sah ich sie, die Kinder, die auf den Weg zu den Gaskammern waren.“ (S. 20)

Wie nie sicher war, ob sie oder ihre Freunde, ihre Bettnachbarn, den nächsten Tag erleben werden. Und wie sie zurückkommt obwohl die Familie immer nur noch auf den Vater wartet, wie ihre Familie an dem Schicksal zerbricht.

„Ich habe gelebt, da du wolltest, dass ich lebe […]. Gern würde ich vor der Geschichte der Welt, des Jahrhunderts fliehen und zu meiner Geschichte zurückkehren, zu der von Schloime und seinem lieben kleinen Mädchen.“ (S. 109)

Fazit

„Und du bist nicht zurückgekommen“ ist einer der letzten Augenzeugenberichte dieser Gräueltaten. Es läuft einen eiskalt den Rücken herunter, wenn wir die klaren, kühlen, erhlichen Worte von Marceline an ihren verstorbenen Vater lesen. Sie kehrt in diesem Brief ihr Innerstes nach außen. Ein Geständnis, eine Liebeserklärung an ihren Vater und ein Zeugnis dieser Zeit, die uns heute so unverständlich ist, die aber niemals vergessen werden sollte.

5herzen

Weitere Rezensionen:

Die Buchbloggerin

Schatz ich will ein Buch von dir

Miss Happy Reading

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Autorin:

Marceline Loridan-Ivens wurde 1928 als Marlene Rosenberg geboren. Im März 1944 wurde sie mit ihrem Vater nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie schreibt nicht nur sondern ist überwiegend Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Unter anderem hat sie den Film Birkenau und Rosenfeld gedreht ebenso wie zahlreiche Dokumentarfilme gemeinsam mit ihrem Ehemann Joris Ivens. Heute lebt Marceline Loridan-Ivens in Paris.

Rund ums Lesen

Suhrkamp und Insel Verlag - Herbst/Winter 2015/16

7. November 2015

Dieses Mal habe ich für euch im aktuellen Programm des Suhrkamp und Insel Verlages gestöbert und ein paar Bücher herausgesucht, die mich besonders angesprochen haben.

Die Stunde zwischen Frau und Gitarre von Clemens J. Setz (c) Suhrkamp Verlag

(c) Suhrkamp Verlag

Clemens J. Setz - Die Stunde zwischen Frau und Gitarre

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Suhrkamp Verlag)

Was geschah in der Stunde zwischen Frau und Gitarre?

In einem Wohnheim für behinderte Menschen wird die junge Natalie Reinegger Bezugsbetreuerin von Alexander Dorm. Der Mann sitzt im Rollstuhl, ist von unberechenbarem Temperament und gilt als »schwierig«. Dennoch erhält er jede Woche Besuch – ausgerechnet von Christopher Hollberg, jenem Mann, dessen Leben er vor Jahren zerstört haben soll, als er ihn als Stalker verfolgte und damit Hollbergs Frau in den Selbstmord trieb. Das Arrangement funktioniere zu beiderseitigem Vorteil, versichert man Natalie, die beiden seien einander sehr zugetan. Aber bald verstört die junge Frau die unverhohlene Abneigung, mit der Hollberg seinem vermeintlichen Freund begegnet. Sie versucht, hinter das Geheimnis des undurchschaubaren Besuchers zu kommen und die Motive seines Handelns zu verstehen.

Dieser Roman ist eine Bergwerksfahrt in die Welt des Clemens J. Setz. Sie fördert ihre innere Ordnung zutage, ihre Geheimnisse und Prinzipien: Macht und Ohnmacht, Sinnsuche und Orientierungsverlust, Unterwerfung und Liebe in allen Spielarten – fürsorglich, respektvoll, besessen, Liebe als Wahn und als Manipulation. Und Rache. So subtil und schmerzhaft, dass die Frage nach Täter und Opfer in namenloses Gelände führt.


Die Jahre im Zoo von Durs Grünbein (c) Suhrkamp

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Durs Grünbein - Die Jahre im Zoo

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Ein Erinnerungsbogen aus Prosa, Poemen und Photographien, vom Jahrhundertwechsel 1900 bis zur Wende 1989

In einem Buch voller Geschichten, Verse und seltener Photographien zeigt sich Durs Grünbein von der autobiographischen Seite. Doch greift er weiter zurück, dorthin, wo das 20. Jahrhundert in frühen Konturen sichtbar wird. Von Hellerau, der Gartenstadt am Rande Dresdens, strahlt damals ein Lebensreformprogramm weit über die Grenzen eines Vororts hinaus: Sie wird Station für Kafka, Rilke, Benn und viele andere. Für Grünbein wird sie zum Ausgangspunkt, zu einer Stätte von prägender Kraft für den eigenen Lebensweg.
Von hier aus geht es weiter hinein in das Jahrhundert: Die Schicksale der Vorfahren väter- und mütterlicherseits, doch nicht weniger das ihm überlieferte Trauma der Zerstörung Dresdens sind schon Erzählungen, die tief in den Kreis seiner eigenen Erfahrungen eindringen. Über das atmosphärisch dichte Erlebnis der heimatlichen Brachen und der russischen Besatzung öffnet sich dann aber, in dieser äußersten Ecke des östlichen Deutschlands, ein konkreter Raum des Erinnerns:

Und so entsteht das Bild seiner Kindheit – am Rand der Geschichte in den langen Sommern des Kalten Krieges.
Freundschaften und frühes Leid, schulische Erfahrungen und erste Lektüren, Lieblingsspielzeuge, (Berufs-)Träume, Phantasien und Phantasmen entfalten sich in einem farbenreichen Kaleidoskop aus autobiographischer Prosa, Poemen, Reflexionen und, nicht zuletzt, vielen Funden aus der reichen Bildersammlung des Dichters.


Der japanische Liebhaber von Isabel Allende (c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

Isabel Allende - Der japanische Liebhaber

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Suhrkamp Verlag)

Die Autorin auf dem Höhepunkt ihres Schaffens

Für Irina ist der neue Job ein Glücksfall. Die junge Frau soll für die Millionärin Alma Belasco als Assistentin arbeiten. Mit einem Schlag ist sie nicht nur ihre Geldsorgen los, sondern gewinnt auch eine Freundin, wie sie noch keine hatte: extravagant, überbordend, mitreißend und an die achtzig. Doch bald spürt sie, dass Alma verwundet ist. Eine Wunde, die nur vergessen scheint, wenn eines der edlen Kuverts im Postfach liegt. Aber wer schreibt Woche um Woche diese Liebesbriefe? Und von wem stammen all die Blumen? Auch um sich von den eigenen Lebenssorgen abzulenken, folgt Irina den Spuren, und es beginnt eine abenteuerliche Reise bis weit in die Vergangenheit.

Isabel Allende erzählt von Freundschaft und der unentrinnbaren Kraft einer lebenslangen Liebe. Davon, wie Zeit und Zwänge über eine solche Liebe hinweggehen und sie verwandeln, in Verbundenheit, Wehmut und ein leises Staunen – darüber, schon so lange gemeinsam unterwegs zu sein.


Nirvana von Adam Johnson (c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

Adam Johnson - Nirvana

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Suhrkamp Verlag)

Das neue Buch des Pulitzer-Preisträgers

Nach dem Hurrikan Katrina zieht ein Mann mit seinem Sohn durch das verwüstete Louisiana, um dessen Mutter zu finden. Jahre nach dem Fall der Mauer muss ein ehemaliger Aufseher sich im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen seiner Vergangenheit stellen. In Palo Alto findet eine schwerkranke Frau Trost im Gespräch mit einem Hologramm ihres verstrobenen Idols, Kurt Cobain - seine Worte „Mir bedeuten Dinge immer erst dann etwa, wenn sie nicht mehr da sind“ fangen das Gefühl dieses Erzählungsbandes ein. Denn so unterschiedlich die Geschichten dieser Menschen auch sein mögen, steht doch über allen die Frage nach Erlösung - vom Chaos der Gegenwart, vom Schmerz, von den Geistern der Vergangenheit.

Nach seinem Roman Das geraubte Leben des Waisen Jun Do, für den Adam Johnson mit dem Pultizer-Preis ausgezeichnet wurde, begeistert er nun mit kraftvollen Geschichten - sie sind ebenso überraschend wie bewegend.


Eine Philosophie für das Internetzeitalter.

Unsere Computer werden immer schneller, kleiner und billiger; wir produzieren jeden Tag genug Daten, um alle Bibliotheken der USA damit zu füllen; und im Durchschnitt trägt jeder Mensch heute mindestens einen Gegenstand bei sich, der mit dem Internet verbunden ist. Wir erleben gerade eine explosionsartige Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien. Luciano Floridi, einer der weltweit führenden Informationstheoretiker, zeigt in seinem meisterhaften Buch, dass wir uns nach den Revolutionen der Physik (Kopernikus), Biologie (Darwin) und Psychologie (Freud) nun inmitten einer vierten Revolution befinden, die unser ganzes Leben verändert.

Die Trennung zwischen online und offline schwindet, denn wir interagieren zunehmend mit smarten, responsiven Objekten, um unseren Alltag zu bewältigen oder miteinander zu kommunizieren. Der Mensch kreiert sich eine neue Umwelt, eine »Infosphäre«. Persönlichkeitsprofile, die wir online erzeugen, beginnen, in unseren Alltag zurückzuwirken, sodass wir immer mehr ein »Onlife« leben. Informations- und Kommunikationstechnologien bestimmen die Art, wie wir einkaufen, arbeiten, für unsere Gesundheit vorsorgen, Beziehungen pflegen, unsere Freizeit gestalten, Politik betreiben und sogar, wie wir Krieg führen. Aber sind diese Entwicklungen wirklich zu unserem Vorteil? Was sind ihre Risiken? Floridi weist den Weg zu einem neuen ethischen und ökologischen Denken, um die Herausforderungen der digitalen Revolution und der Informationsgesellschaft zu meistern. Ein Buch von großer Aktualität und theoretischer Brillanz.


Goat Mountain von David Vann (c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

David Vann - Goat Mountain

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Suhrkamp Verlag)

Etwas Besonderes soll er werden, der erste richtige Jagdausflug des elfjährigen Jungen mit seinem Vater, seinem Großvater und einem Freund des Vaters. In Vorfreude darauf, seinen ersten Hirsch zu schießen, bricht er mit den Männern auf. Als sie das Jagdrevier der Familie erreichen, sehen sie in der Ferne einen Wilderer. Der Vater lässt den Jungen durchs Zielfernrohr seines Jagdgewehrs auf den Eindringling blicken – doch statt nur zu beobachten, drückt er ab. Und wirkt dabei befremdlich unberührt. Bestürzung über die eigene Tat, Tränen oder Reue bleiben aus. Ist dem Jungen die Tragweite seiner Tat nicht bewusst? Hat er kein Mitgefühl? Und was soll mit der Leiche geschehen? Was als Ausflug geplant war, wird zu einem archaischen Ringen, das die Männer an ihre Grenzen bringt.


Rote ZOne von Asbjørn Jaklin (c) Suhrkamp

(c) Suhrkamp

Asbjørn Jaklin - Rote Zone

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Suhrkamp Verlag)

Ein brandheißer Norwegen-Thriller

Alexander Winthers nächster Fall: ein Verbrechen aus der Zeit des Kalten Krieges

Während des Kalten Krieges in den achtziger Jahren fliegen britische Jagdflugzeuge in Nord-Norwegen in geheimem Auftrag gefährliche Manöver. Dreißig Jahre später wird während einer Luftwaffenkonferenz in Tromsø der Pilot Peter Barrow tot in seinem Hotelzimmer gefunden. Ein natürlicher Tod?

Der Journalist Alexander Winther von der Zeitung Nordlys beschäftigt sich mit dem Fall und findet schnell heraus, dass noch weitere Kameraden aus Barrows ehemaliger Schwadron unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen. Gibt es einen Zusammenhang? Die Suche in der Vergangenheit der Piloten weckt in Alexander Winther Erinnerungen an seine eigene Zeit als Soldat in Afghanistan. Als ein Kollege vom Radiosender NRK, der zu viel wusste, attackiert wird, begreift Winther, dass er in großer Gefahr ist.


Billy - Einzlkind (c) Insel Verlag

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Einzlkind - Billy

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

Ein irrwitziges Roadmovie voller Situationskomik

Ein Philosoph. Schotte. Killer. Auf dem Weg nach Las Vegas

Billy wächst behütet in Duffmore, einer Kleinstadt in Schottland, auf. In der Familie seines Onkels und seiner Tante. Seine Hippieeltern haben sich kurz nach seiner Geburt mit einer Überdosis von der Welt verabschiedet. Von ihnen hat er die Liebe zur Musik geerbt. Zu den Beatles, den Ramones, den Joy Division. Vom Onkel die Lust am Philosophieren. Sein Lieblingsphilosoph ist Nietzsche. Mit 22 Jahren tritt er in die Firma der Familie ein, eine Firma, die Auftragsmorde erledigt. Und für Gerechtigkeit sorgt, denn ermordet werden nur Mörder. Als Billy das erste Mal den Schalldämpfer auf seine Walther steckt, denkt er an Nietzsche, den „großen Immoralisten, den Verbrecher, den Antichrist“. Danach fällt ihm sein Job leichter.
Billy ist 34, als er nach Las Vegas fährt, um Whip zu treffen, ein Mitglied der Firma. Gemeinsam wollen sie eine Woche die Stadt der Gambler erkunden und die nächsten Aufträge besprechen.
Zwölf Morde hat Billy bis jetzt verübt, jedes Mal lässt er sich von den Opfern vorab deren Lebensgeschichte erzählen. Ein einziges Mal hat er aus Versehen den Falschen getötet. Das hat Konsequenzen. In Las Vegas kommt es zum Showdown.


Der unsichtbare Gast von Marie Hermanson (c) Insel Verlag

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Marie Hermanson - Der unsichtbare Gast

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

Auf Gut Glimmenäs lebt in einem ehemals herrschaftlichen Haus Florence Wendman, die umgeben ist von tickenden alten Uhren. Ihre innere Uhr ist 1943 stehen geblieben, da war sie ein junges Mädchen.

Um sie herum hat sie eine Gruppe junger Leute, die ihr zu Diensten sind. Als Sekretärin, als Köchin, als Hausmeister, als Chauffeur. Die alte Dame kann ihnen bieten, was sie anderswo nicht gefunden haben: Unterkunft und eine Arbeit, von der sie leben können. Die jungen Leute fühlen sich auf dem verfallenden Gutshof wohl. Der Weinkeller ist gefüllt, die Kleider aus den 40er Jahren, die sie zu tragen haben, sind schön, der Ort wirkt verzaubert. Sie bewirten Florence‘ Gäste, die in Wirklichkeit lange tot sind. Sie sind Schauspieler in einem Stück, das Florence‘ Leben war.

Als aber ein weiterer Besucher auf das Gut kommt, der alles auf den Kopf stellt, zeigt die Inszenierung Risse. Wer ist dieser junge Mann, der nach Florence‘ Testament fragt? Wie weit werden sie gehen, um ihr angenehmes, weltfremdes Leben gegen ihn zu verteidigen?

Vom romantischen Märchen zum fesselnden Thriller Marie Hermanson erzählt von einer eingeschworenen Gruppe junger Menschen, die sich in einem nicht enden wollenden Sommer wohlig im Universum ihrer geheimnisvollen Gastgeberin eingerichtet haben – bis die Welt, die sie hatten hinter sich lassen wollen, unaufhaltsam durch die Ritzen des Gemäuers dringt.


Und du bist nicht zurückgekommne von Marceline Loridan-Ivens (c) Insel Verlag

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Marcelin Loridan-Ivens - Und du bist nicht zurückgekommen

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Das einzigartige Zeugnis einer der letzten Holocaust-Überlebenden

Marceline ist fünfzehn, als sie zusammen mit ihrem Vater ins Lager kommt. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Sie überlebt, er nicht. Siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, den er niemals lesen wird.

Einen Brief, in dem sie das Unaussprechliche zu sagen versucht: Nur drei Kilometer sind sie voneinander entfernt, zwischen ihnen die Gaskammern, der Geruch von brennendem Fleisch, der Hass, die Unausweichlichkeit der eigenen Verrohung, die ständige Ungewissheit, was geschieht mit dem anderen? Einmal gelingt es dem Vater, ihr eine kleine Botschaft auf einem Zettel zu übermitteln. Aber sie vergisst die Worte sofort – und wird ein Leben lang versuchen, die zerbrochene Erinnerung wieder zusammenzufügen.
Marceline Loridan-Ivens schreibt über diese Ereignisse und über ihre unmögliche Heimkehr, sie schreibt über ihr Leben nach dem Tod, das gebrochene Weiterleben in einer Welt, die nichts von dem hören will, was sie erfahren und erlitten hat. Und über das allmähliche Gewahrwerden, dass die Familie ihren Vater dringender gebraucht hätte als sie: »Mein Leben gegen deines.«

Und du bist nicht zurückgekommen ist eine herzzerreißende Liebeserklärung, ein erzählerisches Meisterwerk, ein einzigartiges Zeugnis von eindringlicher moralischer Klarheit – das wohl letzte Zeugnis seiner Art.


Der Palast der Borgia von Sarah Dunant (c) Insel Verlag

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Sarah Dunant - Der Palast der Borgia

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»Je mehr Skandale, desto besser. Man soll uns fürchten.«
Rom, im August 1492. Schon am frühen Morgen ächzt die Stadt unter der Gluthitze des Sommers. Der Lärm in der engen Gasse lässt Lucrezia aus dem Schlaf fahren. Kann es wahr sein, was der Bote schreit? Ihr Vater, Rodrigo Borgia, der neue Papst? Die Nachricht stellt Lucrezias Leben und das ihrer drei Brüder auf den Kopf: Plötzlich sind sie die mächtigste Familie der Stadt, und das zwölfjährige Mädchen muss in Windeseile erwachsen werden. Denn ihr ehrgeiziger Vater weiß nur zu genau, dass die Hand seiner Tochter mehr wert ist als alle italienischen Ländereien zusammen, und dann ist da noch ihr Bruder Cesare, der seine schöne Schwester mehr liebt als erlaubt …

Mit Meisterhand öffnet Sarah Dunant die kupferbeschlagenen Türen des Palastes der Borgia, schlägt die schweren Brokatvorhänge beiseite und zeichnet den Aufstieg einer Familie in einer schillernd-verhängnisvollen Welt, in der es nur um eines geht: der Leidenschaft zu frönen und die Macht zu bewahren.


Weiblich, dynamisch, verpeitl von Agustin Guerrero (c) Insel Verlag

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Agustina Guerrero - Weiblich, dynamisch, verpeilt. Mein Leben und Ich

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Es gibt sie, diese verflixten Tage, an denen einfach rein gar nichts läuft: Die frisch gewaschene Jeans spannt mal wieder wie der Teufel. Und natürlich hast du den Schirm vergessen, als der Wolkenbruch des Jahrhunderts losbricht. Dann streikt auch noch der Drucker den ganzen Tag, und als im Yoga endlich die Tiefenentspannung einsetzen soll, schwirren Millionen mentaler Post-it-Zettel durch deinen Kopf.

Zum Glück gibt es Agustina Guerrero! Die Zeichnerin aus Barcelona kennt sie nämlich alle, die Geheimnisse und kleinen Gemeinheiten des Alltags. In ihrem Graphic Diary zeigt sie uns, wie wir sie schaukeln können. Denn schließlich gibt es ja auch diese vielen Momente, die uns das Leben versüßen: der Freund, der die Lieblingsblumen vergessen und deshalb gleich den ganzen Blumenladen aufgekauft hat, die ersten Sonnenstrahlen, die auf der Wange kitzeln, schlicht: die kleinen großen Freuden des Alltags.

Achtung, Wiedererkennungsgefahr! Ein charmantes und ungeheuer lustiges Buch, das man sich selbst, seiner besten Freundin oder seiner Mutter schenken mag – und vielleicht sogar der Schwiegermutter.


Der Fall Moriarty von Anthony Horowitz (c) Insel Verlag

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Anthony Horowitz - Der Fall Moriarty

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Die Londoner Unterwelt ist in Aufruhr, die Gerüchteküche brodelt: Der gefürchtete amerikanische Gangster Clarence Devereux will seine Geschäfte nach England ausdehnen. Auch Professor Moriarty, einst der große Gegenspieler Sherlock Holmes‘, soll seine Hände im Spiel haben – aber ist er nicht tragisch ums Leben gekommen? Und welche Rolle spielt der undurchsichtige Detektiv Chase? Der Machtkampf der Giganten des Verbrechens fordert seine Opfer – als in London eine grausam zugerichtete Leiche gefunden wird, macht sich Inspector Jones von Scotland Yard daran, die Machenschaften des Amerikaners aufzudecken. Eine blutige Spur führt von den Docks bis in die Katakomben des Smithfield Meat Market. Kann es sein, dass Moriarty doch noch lebt?

Ganz in der Tradition seines Sherlock-Holmes-Romans Das Geheimnis des weißen Bandes schickt Anthony Horowitz erneut die Ermittler von Scotland Yard auf Verbrecherjagd. Sherlock Holmes findet in Athelney Jones einen würdigen Nachfolger.


Denn nichts bleibt vergessen von Harriet Lane (c) Insel Verlag

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Harriet Lane - Denn nichts bleibt vergessen

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

»Du erinnerst dich nicht an sie – aber sie hat dich nicht vergessen.«

Nina und Emma sind beide Anfang vierzig und leben in Nordlondon, haben darüber hinaus aber nur wenig gemeinsam: Nina, elegant, weltgewandt und unabhängig, ist eine erfolgreiche Künstlerin und führt eine harmonische Ehe, ihre Tochter ist fast erwachsen. Emma dagegen sieht sich völlig dem Chaos ihres Familienalltags ausgeliefert, mit zwei kleinen Kindern, notorischen Geldsorgen und einer strapazierten Beziehung. Aus einer scheinbar zufälligen Begegnung heraus freunden die beiden sich an – für Emma, von Ninas Gesellschaft fasziniert und geschmeichelt, eine willkommene Abwechslung. Doch Nina verfolgt eine andere Agenda und spielt ein undurchsichtiges Spiel. Denn wovon Emma nichts ahnt: Sie und Nina sind sich vor langer Zeit schon einmal begegnet. Und Nina erinnert sich genau, was damals passiert ist …

Denn nichts bleibt vergessen ist ein meisterhaft erzählter Roman, unter dessen unscheinbarer Oberfläche ein dunkler Abgrund lauert. Immer tiefer wird man in das dicht verwobene Netz aus Freundschaft, Rache und Intrigen hineingesogen, spürt, wie die Schlinge sich enger zieht. Und verharrt atemlos hinter der Frage: Wie weit ist Nina bereit zu gehen?


Das Beste, was ich über Musik zu sagen weiß von Robert Walser (c) Insel Verlag

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Robert Walser - Das Beste, was ich über Musik zu sagen weiß

(Rechte an Inhaltsangabe/Buchrücken und Cover liegen beim Insel Verlag)

Robert Walsers schönste Gedichte, Erzählungen und Prosatexte zur Musik

»Mir fehlt etwas, wenn ich keine Musik höre, und wenn ich Musik höre, fehlt mir erst recht etwas. Dies ist das Beste, was ich über Musik zu sagen weiß.« Robert Walser liebte die Musik, wenn auch in »sanfter Traurigkeit«. Sein Werk ist getragen von einer großen Affinität zu vielerlei Klangwelten und zur spielerischen Musikalität des eigenen Schreibens.

In seinen hier versammelten Erzählungen, Gedichten und Prosatexten finden sich zahlreiche verblüffend luzide Überlegungen zur Musik, zu einzelnen Komponisten, Musikern und Werken.

Walser wäre indes nicht Walser, wenn zu seinem Begriff der Tonkunst nicht auch die komischen Seiten des musikalischen Lebens gehörten: »Der Vater … setzt sich ans Klavier und gibt damit das Zeichen, dass Musik zu erwarten sei, die sich alsbald für den einen mehr, den andern weniger bemerkbar macht.«


Sind für euch auch welche da bei? Ich hoffe, dass sie alle bald in meinem Bücherregal stehen - allerdings muss ich dafür erst Mal das Jahr rumbringen - da ich ja noch bei der Aktion „Keine Bücher für das Jahr 2015 mehr“ mitmache.

 

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