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Rezensionen/Reviews

[Rezension] Die Raben von Tomas Bannerhed

6. Januar 2016

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(c) BTB

Autor: Tomas Bannerhed
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: BTB
Seiten: 444
Format: Hardcover
Preis: [D] 21,99 €, [A] 22,70 €, [C] 29,90 €
Originaltitel: Korparna

Wir befinden uns in Småland, in den 70er Jahren auf einem kleinen Bauernhof. Hier lebt Klas. Vögel sind seine Leidenschaft, er ist ein Vogelbeobachter. Der Flug der Vögel verheißt für ihn Freiheit. Er hält tage- und nächtelang nach ihnen Ausschau und lauscht ihren Rufen. Er liebt die Vögel, denn so kann er kurze Zeit der schweren Feldarbeit und seinen zunehmend irrer werdenden Vater entfliehen. Er soll später einmal den Hof übernehmen, aber seine Träume sehen anders aus. Immer wieder sucht er die Einsamkeit der Wälder und begeistert sich besonders für Raben. Spricht das für seinen eigenen Wahnsinn?

Meinung

Tomas Bannerhed schreibt unglaublich poetisch. Seinen Schreibstil kann man mit keinem anderen vergleichen. Er schaffte eine sehr düstere, distanzierte Atmosphäre und verbindet dies gleichzeitig mit detailreichen, malerischen Beschreibungen der Natur und starken Sprachbildern. Die Raben ist alles andere als das typische Astrid-Lindgren Schweden. In dieser Geschichte erleben wir kein sorgenfreies, leichtes, glückliches Leben umringt von beeindruckenden Naturlandschaften. Hier erleben wir das harte Arbeiterleben, die täglichen Probleme und ein Familiendrama. Selbst die Natur wirkt hier düsterer, dennoch nicht weniger beeindruckend.

Die Geschichte von Klas lässt sich nicht einfach nebenbei lesen. So poetisch der Schreibstil auch ist, so anstrengend ist er auch. Ich musste stets konzentriert bleiben, konnte nicht einmal irgendeinen Laut um mich ertragen, sonst kam ich sofort raus. Stellenweise musste ich Absätze mehrfach lesen, um zu verstehen, was Bannerhed sagen will, was er übermitteln will. Das machte das Buch zu einer sehr langwierigen Lektüre, in die man zunächst einmal hineinfinden musste.

„All die Sterne draußen hinter dem Rollo, die Silhouetten der kalten, hängenden Birkenäste auf dem Fenster, die Kälte, die in den Wänden krachte.
Dass es so still sein kann.“ (S. 372)

Die Geschichte wird uns aus Sicht von Klas, einem 12jährigen Sohn einer einfachen Bauernfamilie in Schweden, berichtet. Bannerhed umschreibt dabei sehr detailliert sowohl Klas Empfindungen und Gedanken, als auch die Geschehnisse um ihn herum. Allerdings muten diese stets eher wie die eines Erwachsenen, alten Mannes an, nicht wie die eines 12jährigen. Zudem macht er keinerlei Abgrenzungen, wirft alles wild durcheinander. Wir erleben mit, wie Klas Vater zunehmen dem Wahnsinn verfällt, gebeutelt durch die harte Arbeit, von der doch nichts bei rum kommt. Wie er schwankt zwischen sanftmütigen Vater und einem Irren, der nachts den Schrott sortiert und wahnsinnige Züge an den Tag legt.

Cover und Gestaltung (c) BTB

Mit jedem Tag wird die Situation daheim Schlimmer. Bis Klas schließlich selbst anfängt, mit einem Es zu reden, einer Stimme, die niemanden gehört. Geplagt von Alpträumen zeigt er zunehmend selber leicht irre Züge, die auch sein Vater schon an den Tag legt. Neben all des harten Tobaks den Bannerhed hier beschreibt, bringt er dennoch Hoffnungsschimmer und Fröhlichkeit herein, etwa als Klas Veronika kennen lernt. Doch alle schönen Stunden, das unbeschwerte Familiendasein, das die verzweifelte Mutter immer wieder versucht aufrecht zu erhalten, werden stets vom zunehmenden Irrsinn des Vaters überschattet.

„‚Worauf wartest du?‘, flüsterte es. ‚Wenn du hier wegwillst, dann leg los. Du musst dich selbst an den Haaren herausziehen, kein anderer wird es für dich tun‘“ (S. 103)

Fazit

Die Raben ist kein Buch für zwischendurch. Bannerhed schreibst sehr poetisch und detailreich und ebenso anspruchsvoll. Die Geschichte ist kein Buch zur reinen Unterhaltung sondern ein anspruchsvolles Stück Literatur. Es ist melancholisch und düster, rein und klar mit beeindruckend Charakterzeichnungen. Ein Buch, das sich für mich lange hinzog, da ich vieles mehrmals lesen musste. Das es mir schwermachte, mich hineinzuversetzen, aber das mich dennoch berührte und beeindruckte.

Für wen? Für alle, die etwas anspruchsvolle, schwedische Literatur suchen. Mit detailreichen Naturlandschaften und starken Charakterzeichnungen.

Cover und Gestaltung (c) BTB

Weitere Rezensionen:

Lesekabinett Leipzig

Buchbube

A Bookdemon

Buchstabenträumerei

Autor:

Tomas Bannerhed wuchs in Ursa auf, ein Dorf in Småland in Südschweden. Er lebt in Stockholm. Für „Die Raben“ wurde er mit dem Carl-von-Linné-Preis ausgezeichnet ebenso mit dem renommierten August-Preis.

Rund ums Lesen

Vorschau Frühjahr/Sommer 2016 - BTB Verlag

1. Januar 2016

Weiter geht es mit meinen Wunschbüchern aus dem Programm des BTB Verlags vom Frühjahr/Sommer 2016.

Snyder_CDie_Frau_die_allen_164867Carrie Snyder - Die Frau, die allen davonrannte

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim BTB Verlag)

Eine Farm am Ende der Welt wird zum Mittelpunkt
eines ganzen Lebens.

Dass Aganetha Smart einst eine kühne Pionierin war, ist in dem Altenheim, in dem sie sitzt, niemandem bewusst. Als zwei junge Leute auftauchen, um sie zu interviewen, sagt sie bereitwillig zu. Trotz ihrer Gebrechlichkeit sehnt sie sich nach Abenteuer. Und auch wenn ihre Erfolge weitestgehend in Vergessenheit gerieten, erinnert sie selbst sich noch sehr genau daran. Als junge Läuferin gewann sie eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Es war ein revolutionärer Sieg, Frauen durften in dieser Kategorie zum ersten Mal teilnehmen. Doch so sehr Aganetha sich bemühte, vor ihrer Vergangenheit konnte sie nicht davonlaufen – ebenso wenig wie vor den Konventionen ihrer Zeit.


Nielsen_JDie_Erinnerungen_162948Jóanes Nielsen - Die Erinnerungen

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim BTB Verlag)

Es war, als tauchte der Nebel die Inseln in
eine eigene Welt …

Eigil Tvibur ist auf den Färöern aufgewachsen, in einem Holzhäuschen am eisblauen Fjord, inmitten von Fischern und Walfängern. Begleitet vom Schrei der Möwen, den Duft von getrocknetem Tang in der Nase, die schmalen Schafspfade entlang der steilen Klippen vor Augen. Schon seine Vorfahren hatten hier gelebt. Doch wie diese ist er immer ein Außenseiter geblieben. Liegt es daran, dass er sich vor dreißig Jahren auf den Friedhof geschlichen und einen unverzeihlichen Fehler begangen hat? Oder hat es mit seiner Familiengeschichte zu tun? Eigil beginnt nachzuforschen …


Ritzel_UNadjas_Katze_162946Ulrich Ritzel - Nadjas Katze

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim BTB Verlag)

Privatermittler Berndorf ermittelt in eigener Sache …

Auf der Suche nach vergessenen Autoren – ihrem Hobby – entdeckt die pensionierte Lehrerin Nadja Schwertfeger in einem Antiquariat ein Heft mit einer Erzählung über das Kriegsende 1945. Stunden vor dem Einmarsch der US-Army hören in einem kleinen Dorf Einheimische, Flüchtlinge und versprengte Soldaten gemeinsam die Rundfunkübertragung zu Hitlers bevorstehendem 56. Geburtstag. Doch als der Strom ausfällt, läuft die Zusammenkunft aus dem Ruder … Eine Erfindung?

Nadja stolpert über ein seltsames Detail: die Beschreibung einer schwarzen Stoffkatze mit rosa Tatzen. Sie selbst besitzt eine solche Stoffkatze – es ist die einzige Verbindung zu ihrer Mutter, die ihr dieses Kuscheltier mitgegeben hat, als sie sie nach Kriegsende einer anderen Frau überließ. Nadja beschließt zu recherchieren. Hat es ein solches Dorf – wie in der Erzählung beschrieben – wirklich gegeben? Bald scheint sie tatsächlich fündig zu werden. Doch niemand in dem Dorf will mit ihr reden. Schließlich wird sie auf jemanden verwiesen, der hier ebenfalls aufgewachsen ist und später Polizist wurde: Es ist der ehemalige Kriminalkommissar Hans Berndorf, den sie dazu überredet, mit ihr auf eine Zeitreise zu gehen, die in den wenigen Stunden kulminiert, in denen das Dritte Reich bereits zusammengebrochen ist und die Menschen, gleichermaßen von Angst und neuer Lebenshoffnung erfüllt, auf die Ankunft der Sieger warten. Es wird auch eine Zeitreise in Berndorfs eigene Kindheit …


ShafferBarrowsDeine_Juliet_163405Mary Ann Shaffer, Annie Barrows - Deine Juliet (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim BTB Verlag)

Willkommen im Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartfoffelschalenauflauf

London, Ende der vierziger Jahre: Die junge Schriftstellerin Juliet erhält einen ungewöhnlichen Brief. Absender ist Dawsey Adams, ein Bauer von der Kanalinsel Guernsey, der antiquarisch ein Buch erworben hat, das zuvor ihr gehörte. Zwischen den beiden entspinnt sich ein Briefwechsel, durch den Juliet von der Existenz der »Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf« erfährt, einer literarischen Gesellschaft, die einige der Inselbewohner gründeten, um sich über die schwere Kriegszeit hinwegzuhelfen. Je mehr Juliet über Dawsey und die anderen erfährt, desto mehr wünscht sie sich diese Menschen zu treffen. Und so beschließt sie, auf die Insel zu reisen. Dort stößt Juliet auf die Geschichte von Elizabeth, einem verschollenen Mitglied des Clubs, und ihrer großen Liebe zu einem deutschen Offizier. Und sie lernt Dawsey immer besser kennen…


Fatah_SDer_letzte_Ort_147295Sherko Fatah - Der letzte Ort (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim BTB Verlag)

Ein literarischer Thriller über Freundschaft und Verrat.

Die Welt um Albert, einen deutschen Aussteiger, ist geschrumpft, seit er im Irak entführt wurde. Sie besteht nur noch aus dem, was der Zwischenraum zwischen den roh gezimmerten und doch unüberwindlichen Holzlatten des Verschlags zeigt, in den seine Entführer ihn eingeschlossen haben. Nie hätte er sich ausmalen können, wie sich das anfühlt: die Angst, gefesselt in einem Stall zu verrecken, umschwirrt von Fliegen, getrennt von seinem Übersetzer Osama, seiner Brücke in die fremde Kultur.

Längst ist Osama, ein Einheimischer, der aus einer liberalen Familie stammt, zum Freund geworden. In der Gefangenschaft, der Willkür ihrer Entführer ausgesetzt, die sie mal getrennt, mal zusammen, von Ort zu Ort schleppen, begannen sie zu reden: über den Hass zwischen den Kulturen, der mit dem Denken beginnt, und über ihre eigenen Leben. Albert wird bewusst, wie wenig Osama, der sein Land im Krieg erlebt hatte und nun als Verräter gefangen gehalten wird, mit seinen Geschichten anfangen kann. Und doch ist das Reden das einzige, was ihnen bleibt am vielleicht letzten Ort ihres Lebens, an dem das Leben der anderen weiter geht, als wäre nichts geschehen.

Sherko Fatah erzählt die Entführung von Albert und Osama als atemberaubenden literarischen Thriller und sensibles Psychogramm beider Figuren. Beide geraten in der aussichtlosen Situation an ihre Grenzen und verlieren sich in ihrer eigenen Angst und im wachsenden Misstrauen gegen den anderen. Als ihnen die Flucht gelingt, ist zwischen ihnen nichts mehr wie zuvor.


Nesser_HDie_Lebenden_und_Toten_149667Hakan Nesser - Die Lebenden und Toten von Winsford (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim BTB Verlag)

Vorgestern beschloss ich, meinen Hund zu überleben. Das bin ich ihm schuldig …

Exmoor, eines Abends im November. Über dem kleinen Dorf Winsford in der südenglischen Moorlandschaft liegt dichter Nebel. Die mysteriöse Frau, die sich unter dem Namen Maria Anderson mit ihrem Hund im abseits gelegenen Haus auf der Heide niederlässt, bietet Stoff für Spekulationen. Was hat sie hier draußen in der Einöde zu suchen? Was hält ihr Mann von ihrem Aufenthalt an diesem Ende der Welt? Wo ist er überhaupt? Tatsächlich auf Reisen?

Irgendetwas Sonderbares umgibt die Fremde, die Tag für Tag im diesigen Nieselregen spazierengeht – auch wenn sie schon bald aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken ist. Nicht alle scheinen ihr jedenfalls wohlgesonnen. Wie anders wäre sonst zu erklären, dass plötzlich tote Vögel vor ihrer Türe liegen und ihr Hund tagelang verschwindet? Und die seltsamen Vorfälle häufen sich. Man könnte auch sagen: Je mehr sie sich auf die kleine Gemeinschaft einlässt, desto gefährlicher wird es für sie …


Henning_PEin_deutscher_Sommer_164268Peter Henning - Ein deutscher Sommer (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim BTB Verlag)

Ein kühnes Stück Literatur über die deutsche Wirklichkeit.

Am 16. August 1988 überfallen zwei Kriminelle die Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck - es folgt die wohl spektakulärste Geiselnahme der deutschen Nachkriegsgeschichte. Gejagt von einer Journalistenhorde, fliehen sie durchs Land, töten vor laufenden Kameras und werden interviewt, während die Geiseln in Lebensgefahr schweben - ein Sündenfall des Journalismus, ein Offenbarungseid der Polizei. Peter Henning erzählt von Männern und Frauen, die binnen 54 Studen an den Rand ihrer Existenz gebracht werden und sich entscheiden müssen: für ein richtiges oder ein falsches Leben.


Brijs_SPost_fuer_Mrs_Bromley_147506Stefan Brijs - Post für Mrs. Bromley (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim BTB Verlag)

Was macht Krieg mit Menschen? Wofür ist man bereit, sein Leben zu geben?

August 1914. In London melden sich Tausende junger Männer, um gegen die Deutschen zu kämpfen. Martin Bromley, Feuer und Flamme für den Krieg, versucht seinen Milchbruder John Patterson zu überreden, sich mit ihm zu melden, aber der will seinen Traum von einem Literaturstudium nicht aufgeben. John bleibt in einer Stadt zurück, in der der Druck auf die jungen Männer, die sich dem Krieg verweigern, immer größer wird. Als er von Martins Tod erfährt und schließlich selbst in Frankreich kämpft, tut er alles, um Mrs. Bromley den Tod ihres leiblichen Sohns zu verheimlichen. Auch um den Preis, dass mit ihm die Wahrheit sterben könnte.


Catton_EDie_Anatomie_des_Erwachens_162940Eleanor Catton - Die Anatomie des Erwachens (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim BTB Verlag)

Die siebzehnjährige Victoria hat eine Affäre mit ihrem Musiklehrer. Ihre Freundinnen sehen sich durch dieses unerhörte Ereignis auf einen Schlag mit der Macht ihrer Weiblichkeit konfrontiert. Plötzlich stehen die Mädchen im Rampenlicht der Öffentlichkeit, in dem die kleinste Bewegung zu einer Darbietung wird und das noch den intimsten Ort in eine Bühne verwandelt. In der Theaterklasse kommt jemand auf die Idee, ein Stück über Victoria und den Musiklehrer zu inszenieren. Die Grenzen zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen geraten unerbittlich in Auflösung. Und schließlich kommt es zwischen Realität und Spiel zur Kollision. Die Anatomie des Erwachens erzählt vom sexuellen Erwachen und von der damit einhergehenden Entfesselung von Kräften, die schwer zu verstehen und noch schwerer zu bändigen sind.


Sinclair_ALieber_Picasso_162935Anne Sinclair - Lieber Picasso, wo bleiben meine Harlekine? (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim BTB Verlag)

Der jüdische Galerist Paul Rosenberg zählte zu den bedeutendsten Kunsthändlern des 20. Jahrhunderts. Zu den Künstlern unterhielt der leidenschaftliche Kenner, der »seine Bilder liebt wie lebendige Wesen«, enge persönliche Beziehungen: Picasso malte Porträts seiner Familie; Braque und Leger gingen in der Galerie Rue de la Boétie 21 ein und aus – bis die Nazis die bedeutende Sammlung moderner Kunst plünderten und den Ort zum Zentrum ihrer Hetzpropaganda machten. Anne Sinclair hat das Familienarchiv geöffnet und zeichnet aus akribischer Recherche und eigenen Erinnerungen das erste authentische, berührende Porträt des bedeutenden Kunsthändlers und leidenschaftlichen Förderers der Moderne.


Greiner_MAuf_Freiheit_zugeschnitten_165030Margret Greiner - Auf Freiheit zugeschnitten (Taschenbuch)

(Rechte an Inhaltsangabe und Buchcover liegen beim BTB Verlag)

Emilie Flöge lernte als junges Mädchen Gustav Klimt kennen und führte mit ihm ein Leben lang eine Beziehung jenseits aller Konventionen. Vor allem aber war sie eine herausragende Modeschöpferin. Im Wien um 1900, wo Malerei, Architektur, Kunsthandwerk und Mode eine Blütezeit erlebten, schuf Emilie Flöge einen bahnbrechenden Mode-Stil, der die Frauen – fünfzehn Jahre vor Coco Chanel – von Korsett und Mieder befreite

Rund ums Lesen

Verlagsvorschau Herbst und Winter 2015 - BtB Verlag

5. Oktober 2015

verlagsvorschau

Nach der Vorschau zum Aufbau Verlag, Dumont Verlag, Rowohlt Verlag und Berlin Verlag habe ich heute ausgewählte Bücher aus dem BTB Verlag für euch.

Die Rechte an den Inhaltsangaben und Buchcovern liegen beim BTB Verlag.


Die Gestirne - Eleanor Catton

Inhaltsangabe

Die Gestirne von Eleanor Catton (c) BTB

Neuseeland zur Zeit des Goldrausches 1866: Als der Schotte Walter Moody nach schwerer Überfahrt nachts in der Hafenstadt Hokitika anlandet, trifft er im Rauchzimmer des örtlichen Hotels auf eine Versammlung von zwölf Männern, die eine Serie ungelöster Verbrechen verhandeln: Ein reicher Mann ist verschwunden, eine opiumsüchtige Hure hat versucht, sich das Leben zu nehmen, und eine ungeheure Summe Geld wurde im Haus eines stadtbekannten Säufers gefunden. Moody wird bald hineingezogen in das Geheimnis, das schicksalhafte Netz, das so mysteriös ist wie der Nachthimmel selbst.

 


Kennen Sie diesen Mann? - Carl Frode Tiller

Inhaltsangabe

Kennen Sie diesen Mann von Carl Frode Tiller (c) BTB

David hat sein Gedächtnis verloren. Er weiß nicht mehr, wer er ist. In einer Zeitungsanzeige fordert er Verwandte und Bekannte auf, ihm einen Brief zu schreiben, um ihm seine Erinnerungen zurückzugeben. Und er bekommt Antworten auf seine Fragen. Aber will er die wirklich hören? Denn sie sind ganz unterschiedlicher Art und nicht immer schön. Sein Jugendfreund Jon, ein Musiker, der gerade den Halt zu verlieren scheint, meldet sich. Sein Stiefvater Arvid, ein Pfarrer, der auf den Tod wartet. Und seine Jugendliebe Silje, eine Frau mittleren Alters, die möglicherweise gerade im Begriff ist, aus ihrer Ehe auszusteigen. Die Briefe geben ihnen allen die unerwartete Chance, von ihrem eigenen Leben zu erzählen, während sie zugleich Davids Geschichte einkreisen. Aber wer ist David wirklich?

 


 

Die Frau an der Schreibmaschine - Suzanne Rindell

Inhaltsangabe

Die Frau an der Schreibmaschine von Suzanne Rindell (c) BTB

Mit ein paar Anschlägen auf ihrer Schreibmaschine kann sie jemanden lebenslang ins Gefängnis befördern. Rose Baker arbeitet als Stenotypistin im New York City Police Department. Geständnisse zählen zu ihrem Alltag. Es ist das Jahr 1923. Und wenngleich Rose grausame Details über Messerstechereien und Morde protokolliert – sobald sie den Verhörraum verlässt, zählt sie wieder zum schwachen Geschlecht. Doch die Zeiten ändern sich. Die Frauen auf New Yorks Straßen tragen Bob, trinken Alkohol. Die prüde Rose allerdings hängt am Bild der fürsorglichen Frau. Und an dem charmanten Seargent, den sie heimlich anhimmelt. Bis eines Tages eine neue Kollegin kommt: die glamouröse Odalie. Sie entführt Rose in die Nachtclubs der Stadt. Rose ist schockiert – und ebenso fasziniert. Aus Faszination wird Obsession. Und dann gibt es einen mysteriösen Todesfall …

 


 

Elf Tage in Berlin - Hakan Nesser

Inhaltsangabe

Elf Tage in Berlin von Hakan Nesser (c) BTB

Einen Nobelpreis wird er wohl nicht bekommen. Arne Murberg ist von schlichterem Gemüt. Nach einem Badeunfall in der Kindheit hat er Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und komplexere Zusammenhänge zu erfassen. Aber Arne ist ein warmherziger, liebenswerter Mensch, der sich eine kindlich naive, offene Art bewahrt hat und voll Vertrauen auf das Leben blickt. Als sein Vater ihm auf dem Totenbett offenbart, dass seine Mutter nicht tot ist, wie Arne geglaubt hat, sondern in Berlin lebt, und ihm gleichzeitig den Auftrag gibt, sie dort aufzusuchen und ihr ein verschlossenes Kästchen zu übergeben, beginnt für ihn ein wundersames Abenteuer.

Mit äußerst rudimentären Deutschkenntnissen und einem Paar strapazierfähiger gelber Schuhe macht Arne sich auf die Reise – und gerät schon bald in Schwierigkeiten. Doch ihm zur Seite stehen zwei Menschen, die der Himmel höchstpersönlich geschickt zu haben scheint: ein etwas wirrer Professor und eine kluge junge Frau im Rollstuhl. Wird Arne seiner Mutter begegnen? Wird er sein Glück finden in Berlin?


 

Rezensionen/Reviews

[Rezension] Totenhaus - Bernhard Aichner

25. September 2015

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Totenhaus von Bernhard Aichner (c) BTB

Totenhaus von Bernhard Aichner (c) BTB

Autor: Bernhard Aichner

Verlag: BTB

Erscheinungsjahr: 2015

Seiten: 413

Format: Hardcover

Preis: [D] 19,99 € [A] 20,60 € [CH] 26,90 €

Auf dem Innsbrucker Friedhof werden bei einer Exhumierung in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Es kann sich nur um Mord handeln. Und nur die Bestatterin Blum, die die Toten damals eingebettet hat, kommt als Täterin in Frage. Jetzt ist sie auf der Flucht und sucht Schutz an einem Ort, den sie besser niemals betreten hätte….

„[…] Weil sie sterben wird. Weil sie auf diesem Teppich liegen bleiben und tot sein wird.“ (S. 7)

Meinung
Auch in diesem zweiten Teil kann mich Bernhard Aichner, wie schon bei Totenfrau, mit seinem Schreibstil überzeugen. Ich liebe es, wie knallhart, kühl und fast schon emotionslos er schreibt. So klar und brutal. Das passt einfach zu hundert Prozent auf diese ebenso harte, packende, faszinierende aber gleichzeitig schockierende Geschichte rund um die Bestatterin Blum.

Blum ist für mich auch in diesem zweiten Band wieder die wichtigste Person ohne die der Schreibstil nicht funktionieren würde und umgekehrt. In Totenfrau haben wir erlebt, wie sie den Tod von Mark rächt, seine Mörder erbarmungslos jagt und zerstückelt. Ganz im Stil von Dexter. Dieser zweite Teil ist zwar auch immer noch total abgedreht und zum Teil krank, aber dieses Mal war die Geschichte weit weniger brutal, fast schon harmlos im Vergleich. Wir erleben erst, wie sie versucht sich vor allem seelisch über Wasser zu halten. Wir erleben Blum als liebevolle, fürsorgliche Mutter, die alles für ihre Kinder tun würde. Bis ihr Leben zunächst wegen eines Bildes in der Zeitung und dann noch wegen einesErbschaftsstreits, der dafür sorgt, dass der Sarg von damals geöffnet wird, erneut komplett aus den Fugen gerät.

(c) BTB Verlag

Ihr bleibt nichts anderes übrig, als abzutauchen. Ohne ihre Kinder, bei fremden Menschen, an einem Ort der ihr zum Verhängnis wird. Einem Ort, an dem die Menschen fast noch kranker sind als Blum selbst.

Dieses Mal konnte mich Aichner mit der Handlung komplett fangen, auch wenn ich sie teilweise wieder etwas unrealistisch fand. Es gab keine langwierigen, faden Stellen sondern ging alles rasant und dennoch in angenehmer Geschwindigkeit voran. Dabei überraschte er mich mit vielen Wendungen, mit denen ich im Leben nicht gerechnet hätte. Nach wie vor ist für mich der Schreibstil und Blum, die Verbindung zwischen diesen beiden Komponenten, die wahre Kunst an Aichners Buch, was die Geschichte fast schon nebensächlich macht.

Fazit

Mit Totenhaus konnte mich Aichner wieder überzeugen. Zwar finde ich nach wie vor, dass die Handlung streckenweise wirklich unrealistisch ist. Aber dieser einzigartige, rasante, brutale, fast schon emotionslose aber doch packende Schreibstil mit dieser außergewöhnlichen Protagonistin - das sind Punkte, die das Buch ausmachen, eine Komposition, die unter die Haut geht.

4herzen

Meine Empfehlung - lest unbedingt erst Band eins, damit ihr das Hintergrund wissen zu Blum habt! Und lest vorher die Leseprobe, damit ihr einschätzen könnt, ob der Schreibstil etwas für euch ist.

(c) BTB Verlag

Autor:

Bernhard Aichner wurde 1972 geboren und lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Er schreibt Hörspiele, Theaterstücke und Romane. Er wurde bereits mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Totenfrau ist der erste Roman, der bei btb erschien. Die Rechte wurden bereits vor Erscheinen international verkauft. Für die Recherche hat Aichner auch ein halbes Jahr bei einem Bestattungsunternehmen als Aushilfe gearbeitet.

Weitere Rezensionen:

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Mem o ries

Rezensionen/Reviews

[Rezension] Wer ist Mr Satoshi - Jonatahn Lee

26. Juli 2015

Autor: Jonathan Lee

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: btb

Seiten: 314

Format: Klappenbroschur

Originaltitel: Who is Mr Satoshi?

Originalverlag: William Heinemann, London

Preis: [D] 14,99 € [A] 15,50 € [CH] 20,50 €

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Wer ist Mr Satoshi von Jonathan Lee (c) BTB

„Dieses Päckchen ist für Mr. Satoshi. Wenn wir seine Adresse herausfinden.“ (Vom Klappentext des Buches)

Das sind die letzten Worte, die Foss’ Mutter sagte, während sie liebevoll einen alten, abgenutzten Schuhkarton tätschelt. Deshalb entschließt ihr Sohn, ein von Panikattacken heimgesuchte Fotograf, den rätselhaften Mr. Satoshi zu finden. Die Reise führt ihn in die schrille Welt Japans. Dabei entdeckt Foss, das die Vergangenheit seiner Mutter ein einschneidendes Ereignis im Jahr 1946 hatte. Bei seiner Suche wir er von der pinkhaarigen Chiyoko unterstütz.

Meinung

Schreibstil

Der Schreibstil von Jonathan Lee ist mitreißend und packend. Er hat etwas ganz Besonders an sich, dass man nicht jeden Tag liest. Der Schreibstil hat selbst eine etwas langwierige Passage für mich einigermaßen wett gemacht. Die Geschichte wird uns aus der Sicht von Foss erzählt, was uns tief in seine Gefühlswelt eintauchen lässt.

„Um mich und über mir ein Getümmel von Schatten, Absätze wie zwölf Zentimeter lange Dolche, von hinten angestrahlte Hände, ein gelbes Rund an einem wässrig grauen Himmel, Neonsymbole flimmernd wie Sterne.“ (S. 110)

Charaktere und Geschichte

Wer ist Mr Satoshi, Buchinneres von Jonathan Lee (c) BTB

Rob, von allen Foss genannt, ist 41 Jahre alt und versteckt sich vor der Welt. Er ist ein erfolgreicher und berühmter Fotograf, macht aber keine aktuellen Fotos mehr. Seit einem einschneidenden Erlebnis vor einigen Jahren wird er von Panikattacken heimgesucht, ist depressiv und tablettensüchtig. Er verlässt seine Wohnung nur, um seine demente Mutter zu besuchen. Bei seinem letzten Besuch stirbt sie. Die letzten Worte, die sie an ihn richtet, beziehen sich auf ein altes Päckchen, das unbedingt an einen Mr Satoshi gehen soll, aber die Adresse wird wohl nicht mehr stimmen. Foss nimmt das Päckchen an sich und die Sache lässt ihn nicht mehr los.

„In dem Moment wusste ich es noch nicht, aber der Staub war nur der Anfang all dessen, was durch meine Einmischung in der Welt meiner Mutter aufgewirbelt würde; bald schon würde nichts mehr an seinem Platz sein, nichts mehr so, wie es gewesen war.“ (S. 25-26)

Die Suche nach Mr Satoshi führt ihn nach Japan wo er auf die lebhafte und etwas aufgedrehte Chiyoko trifft, die selber ihr eigenes Päckchen zu tragen hat. Sie hilft ihm, sich in dem Land zu orientieren und bei seiner Suche. Doch Foss ahnt noch nicht, was er entdecken wird. Beide Charaktere mochte ich sehr. Sie waren zwar vielleicht nicht unbedingt wahnsinnige Sympathieträger, aber sie waren authentisch und facettenreich, wie aus dem echten Leben. Ich konnte mit beiden mitfühlen und mitleiden.

Die Geschichte beginnt sehr vielversprechend, der Schreibstil packte mich und ich wurde direkt in die Geschichte geworfen. Wir lernen Foss kennen, der sein Einsiedlerdasein fristet, ständige von Panikattacken heimgesucht wird und tablettensüchtig ist. Die Suche fängt an, ihn aus seinem Schneckenhaus zu locken. Mit jedem Tag, fängt er ein bisschen mehr an zu Leben. Die Geheimnisse, die er aufdeckt, zeigen ihm, was im Leben wichtig ist und dass man einen Menschen nie zu 100 Prozent kennen kann. Leider hat die Suche zwischenzeitlich zu lange stagniert, es ist nichts passiert, keine neuen Entwicklungen oder Geschehnisse. Das hat die Geschichte etwas gedämpft.

Wer ist Mr Satoshi, Buchcover seitlich von Jonathan Lee (c) BTB

Fazit

Wer ist Mr Satoshi ist ein sprachlich sehr gelungener Roman. Die Schreibstil war etwas Besonderes und hat das Buch für mich zu etwas Speziellem gemacht. Die Suche nach Mr Satoshi zeigt Foss, wie es ist zu leben, aber auch, dass man nie sicher sein kann, jemanden richtig zu kennen. Eine Geschichte über das Leben, Verluste und Trauer und das es wichtig ist, diese zu bewältigen. Leider stagnierte die Geschichte zwischendurch etwas, weshalb ich nur vier von fünf Herzen geben kann.

4herzen

Autorin:

Jonathan Lee wurde 1981 in Surrey geboren. Er studierte englische Literatur und lebte eine Zeitlang in Südamerika und arbeitete in einer Anwaltskanzlei in London City. Im Jahr 2007 wurde er nach Tokio versetzt. Als er zurück in England war, ließ er sich beurlauben und schrieb „Wer ist Mr Satoshi?“. Inzwischen lebt er in New York City und arbeitet nebenbei für das Literaturmagazin A Public Space.

Weitere Rezensionen:

Der Buchleser

Karminrot Lesezimmer

Rezensionen/Reviews

[Rezension] Good Morning, Mr. Mandela - Zelda la Grange

20. Juni 2015

Autorin: Zelda la Grange

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: BtB

Seiten: 467

Format: Hardcover

Originaltitel: Good Morning, Mr. Mandeal

Originalverlag: Allen Lane / Penguin, London

Preis: [D] 22,99 € [A] 23,70 € [CH] 30,90 €

Good Morning Mr Mandela von Zelda la Grange (c) BTB

Zelda la Grange war die persönliche Assistentin von Nelson Mandela. Und das fast 20 Jahre lang. Sie ist als junge, weiße Frau geprägt durch die rassistische Politik des südafrikanischen Apartheidregimes aufgewachsen. Zunächst startet sie als Sekretärin für Mandela bis sie schließlich zu seiner engsten Vertrauten wird. Der engsten Vertrauten jenes Mannes, der ihr jahrzehntelang als Feindbild gegolten hat.

Zelda la Grange, Zeldine, wie sie von Mr. Mandela genannt wird, bereist mit ihm die Welt in politischen Angelegenheiten. Sie war dabei als er sich mit Bill Clinton, Johannes Paul II., Jassir Arafat, Morgan Freeman und vielen weiteren bekannten geschichtlichen, politischen und berühmten Persönlichkeiten trifft. Sie war bis zu seinem Tod rund um die Uhr, jeden Tag der Woche für ihn da, wusste, was seine Wünsche sind, wie er seinen Tag am liebsten hat, was er gern ist und wann es ihm nicht gut ging.

Good Morning Mr Mandela von Zelda la Grange, Fotoseite (c) BTB

Sie schafft es mit ‚Good Morning, Mr. Mandela‘ uns tiefgehende, persönliche und sehr bewegende Einblicke in das Leben von Mr. Mandela zu geben, die dennoch im Rahmen sind und keine skandalösen Dinge aufdecken, sondern unterstreichen, was für eine herausragende Persönlichkeit Nelson Mandela war und was er einen Großteil seines Lebens für Südafrika, die Welt, die Menschheit getan hat. Gleichzeitig hat sie uns Einblick in Nelson Mandelas und ihren eigenen erfrischenden, wenn auch eigenwilligen Humor gegeben, was das Buch stellenweise auch sehr unterhaltsam machte. Später wird es ergreifender und etwas bedrückender, als sie uns Einblicke in seine letzten, von Krankheit gezeichneten Jahre gibt.

Das Buch ist aber ebenso ein Offenlegung ihrer eigenen Gedanken und Gefühle und ganz besonders ihrer tiefgehenden Liebe zu Nelson Mandela, den sie liebevoll Khulu (Großvater) nannte, für den sie sich aufopferte. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für Nelson Mandela interessiert und mehr über diese erstaunlichen Jahre in seinem Leben erfahren will. Ein wundervolles Vermächtnis für einen herausragenden Mann, der einzigartiges geleistet hat.

Good Morning Mr Mandela von Zelda la Grange, Buchrücken (c) BTB

4herzen

Hier ein paar Zitate, die mich besonders beeindruckt haben oder mir besonders nahe gingen:

„Er hat nicht nur mein Leben verändert, sondern Millionen andere. Er hat viel mehr getan, als von einem einzigen Menschen erwartet werden kann, und vielleicht hat er es dafür doch verdient, als Heiliger gepriesen zu werden.“ (S. 10)

„Er war die Stimme der Unterdrückten und des Freiheitskampfes.“ (S. 15)

„Kein Mensch wird als Rassist geboren. Man wird erst durch die Einflüsse um einen herum zum Rassisten. Und ich war mit dreizen Jahren zur Rassistin geworden. Dieser Rechnung zufogle hätte ich niemals zu der Assistentin werden dürfen, die dann am längsten für Nelson Mandela tätig gewesen ist. Doch genau das geschah.“ (S. 29)

„Ich ahnte nicht, dass ich aus diesem paranoiden weißen Kokon der Angst und der Ablehnung herauskäme und das der mann, der mich herausfürhen und mir dabei sanft die Hand halten würde, Nelson Mandela selbst sein würde.“ (S. 41)

„Nelson Mandela war dabei, die Meinung eines Südafrikaners nach dem anderen zu ändern. Einschließlich meines Dads.“ (S. 66)

„Ich werde jedes Lächeln wertschätzen, die schönen, aber auch die schwierigen Zeiten, und besonders die privaten Momente. Tot weersiens Khulu (bis wir uns widersehen, Großvater)!! Ich werde sie jeden Tag lieben, für den Rest meines Lebens.“

„Wir werden ihn in jedem Sonnenuntergang und jedem Sonnenaufgang sehen. Wir müssen weiter nach ihm Ausschau halten. Wenn wir seine Lektionen im Gedächtnis behalten, wird er auf uns achten. […] Was auch immer jetzt kommen mag, ich weiß, wir haben unser Bestes gegeben.“ (S. 467)

Autorin:

Zelda la Grange wurde im Jahr 1970 geboren. Sie wuchs während der Apartheid in Südafrika auf. Seit dem Jahre 1992 war sie in unterschiedlichen Bereichen als Sekretärin der Regierung tätig. 1994 trat sie schließlich ihre Stelle im Büro Nelson Mandelas an. Dort war sie 19 Jahre in verschiedenen Funktionen für Nelson Mandela tätig, von der Schreibkraft, über die Privatsekretärin bis zur Office-Managerin und Pressesprecherin. Aber ganz besonders als seine persönliche Assistentin und enge Vertraute. Seit 2002 arbeitet sie auch festangestellt für die Nelson Mandela Stiftung.