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[Rezension] Der Junge im gestreiften Pyjama – John Boyne

von Franzi S.
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Infos zum Buch
Verlag: Fischer; Erscheinungsjahr: 2009; Seiten: 269; Autor: John Boyne, Format: Taschenbuch, Headerbild Der Junge gestreiften Pyjama von John Byone (c) Fischer

Das Buch hat keinen Klappentext und wenn man mit dem Buch fertig ist, versteht man auch voll und ganz warum. Zumindest war es bei mir so. Deswegen verrate ich auch nur, dass wir Bruno, einen neunjährigen Jungen, auf seiner Reise und bei seinen Erkundungen begleiten, denn er ist auch ein neugieriger Junge. Bis er zu einem Zaun kommt. Ein Zaun, der ihn nicht in Ruhe lässt.


Das Buch ist durch die Augen eins Kindes, nämlich Bruno, erzählt. Allerdings hier nicht in der Ich-Form, sondern aus der dritten Perspektive. Es ist locker und leicht geschrieben, auch wenn das Thema das absolut nicht ist, und ich habe es an einem Nachmittag verschlungen. Gleichzeitig ist es traurig und regt zum Nachdenken an.

Durch den fehlenden Klappentext, ging ich fast ohne Erwartungen an das Buch heran. Und das war gut so. Denn so wurde ich mit jeder Seite und jedem neuen, verstecktem Detail überrascht, konnte meine eigenen Ideen spinnen und mich komplett fallen lassen. Nach wenigen Seiten ahnte ich, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt und die Zeit in der das Buch spielt, erfasste ich schnell. Es war etwas ganz Neues und Besonderes, diese Zeit aus Sicht eines naiven, neugierigen kleinen Jungen zu lesen. Gleichzeitig war dies aber auch der Grund, warum einem die Geschehnisse umso mehr schockierten. Wie unwissend die Kinder damals zum Großteil waren und wie wenig sie begreifen konnten. In etwa so wenig, wie wir das heute können. Denn ich bin zwar schockiert, ergriffen und tieftraurig über all diese Dinge, wirklich begreifen, dass kann ich allerdings nicht und es mir schon gar nicht vorstellen, wie sich die Leute auf der anderen Seite des Zaunes gefühlt haben. Mir geht es also in etwas wie Bruno, wenn ich auch beim Lesen viel mehr verstehe als er. Das Buch nimmt uns mit auf die Reise von Bruno, auf seine Erkundungstour, auf der er auf einen Zaun stößt.

„Hinter dem Zaun wuchs kein Gras mehr, auch in der Ferne war nirgends Grün zu sehen.“ (S. 44)

Eine Reise auf der er seinen besten Freund trifft..eine Reise, die zu Beginn noch einen Hauch Lockerheit verspricht und dann aber, aufgrund des Themas, eine unfassbare Traurigkeit in mir verbreitetet.

„‚Du bist mein bester Freund, Schmuel‘, sage er,’Mein bester Freund für immer.’“ (S. 263)

John Boyne schaffte es, ein Buch zu schreiben, dessen Ende ich kurz vorher mit Schaudern erahnte und Angst hatte, weiter zu lesen. Ich wollte so unbedingt nicht Recht behalten und verspürte gleichzeitig den Zwang, es unbedingt zu lesen. Mit Tränen und Trauer erfüllt und meiner Ahnung bestätig verlies ich ein Buch, dass mich lange Zeit nicht mehr los lassen wird.


Der Junge im gestreiften Pyjama ist ein Buch, das einen auf eine Reise mitnimmt. Ich startete sie fröhlich, und kam mit unfassbarer Traurigkeit erfüllt am anderen Ende wieder heraus. Eine Geschichte, die einem nicht verrät, was einem erwartet und es so schafft, einen immer wieder zu überraschen und zu berühren. Ein Buch, dass so viele Leute wie möglich Lesen sollten. Ein Buch, dass mich noch sehr lange zum Nachdenken bringen wird und ich in jedem Fall erneut lesen werde.

Autor

John Boyne, 1971 in Dublin geboren, ist Autor von sechs Roman. Der Junge im gestreiften Pyjama gewann zwei irische Buchpreise, war für den ‚British Book Award‘ nominiert und wurde bereits verfilmt.

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Hallo Franzi,

bei deiner Rezension bekomme ich glatt wieder eine Gänsehaut. Du hast mich wieder in das Buch und die Geschichte zurückversetzt und es ist wirklich traurig.
Ich möchte das Buch auch wieder lesen, in ein paar Jahren, diese Geschichte darf man nicht vergessen – nie im Leben, auch wenn wir dafür gar nichts können, sollten wir uns versuchen klar zu machen, was war.

Liebe Grüße,
Henni

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Hi du 🙂

mein Freund hat das Buch auf englisch gelesen und war ganz begeistert davon. Zu Weihnachten habe ich ihm das zweite Buch auf Englisch gekauft. „Der Junge auf dem Berg.“ den er zwar noch nicht gelesen hat, aber es wohl demnächst tun wird.
Ich hadere immer mit mir, ob ich das Lese. Er meinte, das Buch sei schon traurig, aber wirklich toll und ich bin so nah am Wasser gebaut, dass ich wegen jedem kleinsten Pups weinen muss.

Aber ich finde deine Rezi wirklich sehr schön und lass dir auch gleich ganz liebe Grüße da.

Lea

Hallo Franziska,
eine schöne Rezension, die nicht zu viel verrät, aber genug, um Menschen auf das Buch aufmerksam und neugierig zu machen. Ich finde, dass die diese Mischung hier sehr gut gelungen ist.
Ich habe das Buch nicht gelesen, nur den Film gesehen. Der hat mich, ehrlich gesagt, umgehauen. So berührend, erschreckend und so tief unter die Haut gehend. Ich muss gestehen, dass ich das nicht erwartet hatte und nach Beendigung des Films diesen erstmal sacken lassen musste. Ich denke, dass man, egal ob Buch oder Film, diese Geschichte nur jedem empfehlen kann.
LG
Yvonne
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