Vorsticht – falls ihr selber noch Karten habt, lest den Beitrag lieber erst hinterher :).

Hallo ihr Lieben,

ja, ihr werdet es nicht glauben, endlich habe ich es geschafft und war mal bei einer literaturbezogenen Veranstaltung, eine der wenigen, die hier in der Nähe so stattfanden bisher. Und es war gleich die grandiose Tour von Julia Engelmann zu Eines Tages, Baby. Am 23.2 um 20 Uhr hat sie uns mit ihren Gedichten, Gesang und einer riesen Portion Humor und Sympathie im E-Werk in Erlangen verzaubert. Ich lasse den Abend für euch Revue passieren.

Julia ist wirklich mega sympathisch und es war ein wundervoller und sehr lustiger Abend. Ich wusste vorher überhaupt nicht, was mich erwarten wird – obwohl ich das Buch gelesen hatte. Ich dachte, sie sagt einfach ein paar ihrer Gedichte auf. Aber da lag ich ganz schön daneben – denn sie hat nicht nur das gemacht, sondern uns auch mit viel Witz, schlagfertigen, sympathischen Antworten, ihrer Gitarre und einer wundervollen Stimme unterhalten und verzaubert. Und uns mitgenommen auf einen Poetry/Singer/Songwriter/Festival/Kneipentour-Abend mit ganz viel Konfetti, dass sie wahlweise aus einer Dose oder ihrer Jackentasche ins Publikum geworfen hat – Wuhuuu sag ich da nur :).

Sie hat es geschafft, die perfekte Mischung zwischen Gedichten, Singen, witzigen Anekdoten und einer kleinen Fragerunde zu finden. Ihren Humor zeigte sie oft mit kleinen Scherzen zwischendurch – zum Beispiel als sie ankündigte, der erste Bühnenumbau folgt – kurz Stille – Sie nimmt den Barhocker, stellt ihn vors Mikro, nimmt die Gitarre, setzt sich und tadaaa fertig. Und dann ging es los, einer der ersten riesigen Überraschungsmomente – Julia kann auch noch Gitarre spielen, Singen und Pfeifen (das finde ich ja besonders beeindruckend, ich kann das so gar nicht :D). Ihr erstes Lied war ihr Lieblingssong von der Band “Angus & Julia Stone”  – Just A Boy und es war wundervoll. Ich habe jetzt auch einen neuen Lieblingssong und heute direkt noch nach dem Original gesucht. Hier mal das Original und ein Auftritt von Julia (allerdings von einem anderen Abend aus YouTube).

Und das Original:

Anschließend ging es weiter mit einigen ihrer Gedichten. Vorgeführt hat sie zum Beispiel

Ein ganz besonderer Gänsehautmoment war, als sie “Für meine Eltern” vorgetragen hat (die beide auch da waren an diesem Abend). Man hat wirklich gemerkt, wie viel ihr dieses Gedicht bedeutet. Allgemein merkt man bei jeder Zeile die sie vorträgt, wie viel Herzblut in ihren Texten steckt.

Und auch aus ihrem neuen Buch “Wir können alles sein, Baby” war eine schöne Auswahl dabei.

  • Abschiedsparty ohne dich
  • Kein Modelmädchen
  • Lass mal ne Nacht drüber Tanzen
  • Eichhörnchenmärchen

Und ganz besonders erheiternd war – “AKA BTW CU” – der Anglizismen-Rap. Den hat sie, wie sie erzählte, einmal ihren Großeltern vorgetragen. Daraufhin meinte Ihre Oma – Kind, das kannst du doch nicht vortragen, das versteht doch keiner – während ihr Opa im Takt mit dem Fuß wippte – Das Testpublikum ist also im Durchschnitt 83 :D. Und wahnsinn, kann Julia schnell reden und das fast ohne Luft holen – das muss man erst mal nachmachen. Darauf werf ich ne Runde Konfetti – Wuhuuuuuu! Ein kleiner Auszug:

Actually, awesome, apparently awkward and also known as soon as possible […] bored, bromance, bitch please, brunch. Challenge accepted, close enough, call me maybe […] done, dude, dukface […] fancy, freaky, flashback, friday […] hey, hot, hipster, hashtag […] offline, outfit ot the day, overacting, on my way […] Oh Internet, oh Internet, look at what you’ve done. You are the one to blame, dass ich kein Deutsch mehr sprechen kann. (Aus Wir können alles sein, Baby – Seite 47 bis 49)

Zwischen drinnen gabe es noch eine Runde Festival. So hat sie für uns Coldplay gesungen. Über das Lied Living la Vida ist sie bei einer der vielen Late Night Shows auf YouTube, die sie so liebt, gestolpert (Jimmy Kimml, Jimmy Fallon  – guter Geschmack).

Und Julia hat erzählt, wie sie selber einen Hit geschrieben hat. Sie hat gemeinsam mit einer Kollegin in Köln eine WG gegründet. Eines abends, am Ende einer billigen Flasche Rotwein, hatten beide gleichzeitig diesen Moment, in dem man denkt, man könnte alles schaffen – vor allem einfach mal mit 4 Akkorden einen Hit schreiben! Der Welt-Festival-Hit Taxistand entstand.

Natürlich durfte auch das Gedicht inklusive dem Songauftritt schlechthin nicht fehlen “One Day/Reckoning Song”, das ebenfalls eines ihrer Liebsten Songs ist.

Eines Tages, Baby, werden wir alt sein,

oh Baby, werden wir alt sein

und an all die Geschichten denken,

die wir hätten erzählen können.

(Eines Tages, Baby – Seite 24)

Und schließlich durften wir im Publikum einige Fragen stellen, die ich natürlich ebenfalls für euch festgehalten habe:

  • Eine Frage war, wie Julia ein gelungenes und glückliches Leben definieren würde. Schwere Frage, auf die sie aber super reagierte – Zitat “Eine der einfachen Fragen also” :D. Sie erzählte, dass es für sie mehrere Dinge seien und es darauf keine einfache Antwort gäbe. Ein Mix aus Dingen, die man gerne macht, dass man sein kann, wer man will, liebe Menschen um sich hat, einen schönen Alltag erlebt und gesund ist.
  • Viele hat interessiert, wie Julia sich das alles nur merken kann. Darauf meinte sie, dass sie viel Glück mit den Genen hatte – mit einem Dank an ihre Eltern . Und dass sie einfach schon immer gerne Texte auswendig gelernt hat. Zudem sind es ja ihre eigenen Texte, an denen sie teilweise Wochen schreibt und sie dabei immer wieder aufsagt – so merkt man sich die Worte irgendwann ganz automatisch.
  • Was passiert in deinem Kopf, wenn du schreibst, war ebenfalls eine der Fragen. “Gute Frage, dass frage ich mich manchmal auch, wo das alles herkommt” – genau solche Antworten mache Julia wirklich sympathisch. Aber, sie hat das natürlich noch genauer beantwortet. Sie schreibt einfach auf was sie denkt, Dinge, die ihr wichtig erscheinen, Bilder, die sie im Alltag sieht. Das sammelt sie alles eine Weile und veruscht es irgendwann zu einem stimmigen Gedicht zusammenzusetzen.
  • Die Frage, nach weiteren Hobbies fiel ebenfalls – neben dem Gedichte schreiben liebt sie Musik unter anderem das Klavier spielen, ebenso wie Yoga, Freunde treffen, ihre Großeltern besuchen und ihnen englische Gedichte vortragen :D.
  • Schließlich wollte noch jemand wissen, was sie eigentlich mal für einen Traumjob hatte. Sie antwortete, das sie mal ganz dringend Eisprinzessin werden wollte, ebenso wie Romane schreiben. Auch Psychologin wollte Julia mal werden. Dass sie irgendwann mit eigenen Gedichten durch Deutschland tourt, hätte sie nicht gedacht, aber genau das ist jetzt ihr Traumjob.

Alles in allem war der Abend wirklich rund und lustig mit einer super sympathischen Julia Engelmann viel Humor, Musik und Gedichten, die ins Herz gehen, motivieren, aufmuntern und mir zumindest bei einigen Punkten aus der Seele sprechen und mich inspirierten. Vielen Dank für einen zauberhaften Abend!


PS: Ein großes Anliegen von Julia – wir gemeinsam können es schaffen, wenn wir es machen wie die Drei Fragezeichen mit ihrer Telefonlawine und jeder fünf Freunden davon erzählt, der es wieder fünf Freunden erzählt – Handschuhe mit einem Band werden nächsten Winter wieder Trend!

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