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[Rezension] Make new Memory – René Grandjean

von Franzi S.
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Infos zum Buch
Text: René Grandjean, Gestaltung Cover: Rainer Wekwerth, Korrektorat: Michael Fuchs; Erscheinungsjahr: 2013; Seiten: 168; Format: Taschenbuch

Nori Greht kehrt zurück in das Jahr 1985, als er 13 Jahre alt war und bekommt die Chance, seine Kindheit noch einmal neu zu erleben. Er hat genau eine Woche Zeit um einen verheerenden Bombenanschlag, den es auf dem Live Aid Festival, dem Konzert der 80er, gab, zu verhindern. So kann er nicht nur tausende Menschen retten, sondern auch seinen eigenen Vater und großen Rock’n’Roll. Doch es wird schwieriger als gedacht, denn das Risiko, sich wieder in der eigenen Kindheit zu verlieren ist groß.


Schreibstil

Das Buch ist zum einen Teil in der Ich-Perspektive geschrieben, aus Noris Sicht. Ab und an wird dies unterbrochen durch einen Dialog zwischen Nori und Dr. Brown, einem Psychologen, dem Nori die Geschehnisse erzählt. Die waren meistens sehr unterhaltsam, zum Teil auch tiefgründig. Das Buch konnte mich ab dem Prolog von sich überzeugen und war locker und leicht zu lesen.

Charaktere und Geschichte

Nori kehrt zurück um den Bombenanschlag und somit den Tod seines Vaters zu verhindern. Er wacht eines morgens zurück im Körper seines 13jährigen-Ichs in seinem Elternhaus wieder auf. Geistig ist er aber noch sein erwachsenes Ich. In einer Woche versucht er, die Zukunft zu verändern und fängt erst einmal mit kleinen Schritten an. Wie wäre es wohl, als Erwachsener Mensch, der die Zukunft schon erlebt hat, mit all ihren Filmen, ihrer Musik, Erfahrungen und neuen Technologien, plötzlich wieder 13 zu sein und dass noch mitten in den 80er Jahren.

„Ich bin klein. Unglaublich klein. Vorsichtig lüfte ich meine Pyjamahose. Ich bin wirklich sehr klein!“ (S. 6)

Das Buch zeigt uns diese Möglichkeit auf eine wundervolle, erfrischende, lockere und humorvolle Art und Weise. Aus Sicht eines Erwachsenen ist das Verhalten von damals einfach köstlich und manchmal auch irgendwie dämlich. Das Buch ist gespickt mit Hinweisen und Anekdoten zu Rock’n’Roll und Filmen damals und heute und sehr viel Humor. Gleichzeitig ist es voll mit typsichen Jugendproblemen. Die Beschreibungen der Lehrer und der Unterrichtsstunden haben mich so zum Lachen gebracht, dass mir schon die Tränen kamen, einfach köstlich.

Gleichzeitig ist das Buch aber auch Ernsthaft, beschäftigt sich mit Freundschaft, Familie und dem Tod und Einblicken in die Psyche von Nori, während der seine Geschehnisse schildert und mit Dr. Brown redet. So lachte ich nicht nur, sondern hatte auch Stoff zum Nachdenken.

„Der Ort an dem du deine Kindheit verbracht hast, ist ein Minenfeld aus Erinnerungen.“ (S. 59)

Die letzten Kapitel wurden immer schneller, immer rasanter und haben mich total gepackt. Ach wie ich gezittert habe ob es Nori wohl noch schaffen wird oder nicht. Der Epilog dann hatte noch mal eine komplett unerwartete Wendung, mit der ich nicht gerechnet hatte, die aber einfach passt und dem Buch nachwirkend noch mal Tiefgründigkeit verleiht.

„Niemand verletzt uns mehr als die, die wir von ganzem Herzen lieben.“ (S. 78)

Auch die Charaktere waren wunderbar. Nori, total liebenswert, etwas zurückgezogen als original 13jähriger, aufgeschlossener als erwachsener 13jähriger. Seine Freunde sind die typische Teenieclique, wie man sie sich klischeehaft vorstellt, nur dass es nicht überzogen ist. Es gibt die typische Hackordnung zwischen den großen, den mittleren und den ganz jungen, die Schlägertypen, Nerds und Tussis. Seine Freunde sind alle auf ihre Art liebenswert, auf die im Ernstfall verlass ist. Besonders stechen aber Josch und Bettina hervor, die mit ihm die schlimmsten und schwersten Zeiten durchmachen und ihn bei allem unterstützen.


Das Buch war super, humorvoll, unterhaltsam mit einem packenden Ende. Der vollkommen überraschende Epilog, die Dialoge mit Dr. Brown und die Ängste und Sorgen von Nori verleihen dem Buch aber auch etwas Ernsthaftes. Spritzig und locker mit 80ies-Charme und gutem Rock’n’Roll und fünf von fünf Herzen.

Autor

René Grandjean ist ein Indie-Autor, der Literatur aus dem Off schreibt. Vollkommen unabhängig und mit Seele. Hier findet hier Informationen zu Ihm und seinen Büchern:

Website: http://rene-grandjean.de/
Facebook: https://www.facebook.com/Rene.Grandjean.Autor

*Das Buch wurde mir von René Grandjean zur Rezension zur Verfügung gestellt.

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[…] Make a new Memory oder wie ich von vorne begann […]

René Grandjean

Hi Franzi,
was macht ein Autor, wenn er sich vorm Schreiben drücken will? Er googelt den eigenen Namen:)
Dabei stieß ich auf Deine Rezension, über die ich mich sehr freue, weil sie den Kern der Geschichte wunderbar erfasst.
Schöne Grüsse
René

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