Das Leben ist (k)ein Ponyhof von Britta Sabbag (c) Bastei Lübbe

Infos zum Buch
Verlag: Bastei Lübbe; Erscheinungsjahr: 2014; Autor: Britta Sabbag; Seiten: 220

„Wenn du den roten Faden verloren hast, halt nach einem anderen ausschau – Vielleicht ist deiner Bunt!“

Das Buch handelt von Antonia, von Walter liebevoll Tönchen genannt, deren Leben perfekt ist. Bis eines Tages ihre Mutter von jetzt auf gleich in einen drei Wochen langen Urlaub verschwindet und Antoina auf ihren durchgeknallten und etwas senilen Stiefvater Walter aufpassen muss. Und dass, obwohl sie zwischen Karriere und ihr so perfekten Beziehung gar keine Zeit für so etwas hat. Nur mit Widerwillen geht sie in ihr Heimatdorf um nach Walter zu sehen und sie ahnt nocht nicht, wie sehr dieser Besuch ihr Leben auf den Kopf stellen wird.

Antonia Nachtigall arbeitet nicht um zu Leben, sondern lebt nur für ihre Arbeit. Urlaub und Mittagspausen, Wochenende und Zeit mit Familie oder Freunden, alles Zeitverschwendung. Nur ihre Arbeit zählt, nur ihre fast Partnerschaft in einer renomierten Unternehmensberatung und ihr perfekter Deal mit Carl, den sie vielleicht bald heiraten wird. Mitten in diese perfekte und ausgebuchte Zeit platzt ihre Mutter und lässt sie einfach alleine mit Walter, dem durchgenkallten und verwirrten Stiefvater, der keine drei Wochen alleine bleiben kann. Nachdem jeder Versuch fehlschlägt, eine Betreuung zu finden, muss Antonia wohl oder übel versuchen ihre Arbeit und die Betreuung unter einen Hut zu bringen, was des öfteren kolosal schief geht und mich mehrfach lauthals lachen lies. Das Buch ist wirklich sehr einfach und locker, humorvoll und doch tiefgründig.

Die Charaktere sind alle wundervoll beschrieben. Ich konnte mir jeden einzelnen richtig gut vorstellen. Carl mochte ich wirklich gar nicht, so ein unsympathischer Typ. Auch die Beziehung zwischen Antonia und Carl konnt ich mir richtig gut ausmalen. Eine totale Zweckgemeinschat, einfach praktisch, Gefühle fehlanzeige und Carl hat Antonia oft herablassend und wie ein Kind behandelt.

Antonia mochte ich von Beginn an. Klar hat sie manchmal flasche Entscheidungen getroffen, aber diese auch immer wieder gut gemacht. Sie hat ihr Leben aus den Augen verloren und ist nun auf dem Weg es wieder zu finden und Britta Sabbag hat es mir einfach gemacht, Antonia das ganze Buch hindurch zu begleiten, mit zu fiebern und sie lieb zu gewinnen. Auch die anderen Charaktere, Leo, Netty und Inge konnte ich sofort in mein Herz schließen. Walter fand ich klasse. Er ist so durchgeknallt, verrückt, tolpatschig und zieht das Chaos magisch an. Gleichzeitig ist er so liebenswert und auch tiefgründig. Er weiß was wirklich zählt im Leben und was die wichtigen Dinge sind, nämlich das Hier und Jetzt, das Leben selbst sowie Familie und Freunde.

„Ach, was! Morgen, morgen! […] Das heute zählt!“ (S. 69, Walter)

Antonia lernt in diesen drei Wochen einige wichtige Lektionen des Lebens. Dank Walter lernt sie, wieder zu Leben, Familie und Freunde wieder zu schätzen. Das ganze Buch ist sehr humorvoll und brachte mich sehr oft zum Lachen, vor allem dank Walter. Immer wieder hat er die Lacher auf seiner Seite.

„Tipp-Ex! Kann ja keiner wissen, dass man die Fehler auch mit Shift exen kann.“ (S. 78, Walter)

Britta Sabbag schaffte es, mich zwischen all den Lachern auch zum Nachenken zu bringen. Irgendwann kommen bestimmt einige an einen Punkt, wo sie einfach mal halten müssen und reflektieren müssen, ob den das Leben wirklich so ist, wie man es sich immer gewünscht hat, ob wirklich noch das Wichtige im Mittelpuntk steht, nämlich Freunde, Familie und das eigene Glück. Wie es Brittag Sabbag so treffend formuliert:

„Von Zeit zu Zeit brauchen wir vielleicht alle einen Wecker, der uns wachrüttelt und zwingt unser Leben noch mal genau anzusehen.“ (S.219)

Das Buch ist eine tolle, lockere, humorvolle und gleichzeitig tiefgründige Geschichte mit charmenten und liebenswerten Charakteren. Ich kann das Buch wärmstens weiter empfehlen.

Die Autorin

Britta Sabbag wurde 1978 in Osnabrück geboren und studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik in Bonn. Danach war sie sechs Jahr lang als Personalerin in unterschiedlichen Firmen tätig. 2009 beschloss sie, nur noch das zu tun, was sie schon immer wollte: schreiben. Ihr Debüt Pinguinwetter war ein Bestseller. Weitere Bücher sind zum Beispiel Pandablues, Stolperherz und natürlich das Leben ist (k)ein Ponyhof.