Sherlock Holmes und das Ungeheuer von Ulmen von Franziska Frankge - KBV

Infos zum Buch
Verlag: KBV Verlagsgesellschaft, Erscheinungsjahr: 2013; Seiten: 284; Autorin: Franziska Franke, Headerbild: Sherlock Holmes und das Ungeheuer von Ulmen von Franziska Frankge – KBV

David Tristram begibt sich bereits zum fünften Mal gemeinsam mit Sherlock Holmes, der inkognito durch Europa reist, in einen neuen, spannenden Fall. Diesmal verschlägt es die Beiden aufgrund eines Briefes, den Doktor Peeters an Sherlock weiterleitet, in die Eifel. Laut einer alten Legende, muss immer dann jemand sterben, wenn in dem verschlafenen Eifeldorf Ulmen ein grauenhaftes Fischungeheuer auftaucht. Herbert Becher, ein Lehrer in Ulmen, schwört, das Ungeheuer gesehen zu haben. Diesem Geheimnis muss Holmes natürlich auf den Grund gehen. Doch Herbert Becher stirbt kurz vor dem Besuch durch mysteriösen Umstände.


Schreibstil

Der Einstieg in das Buch viel mir am Anfang etwas schwer. Der Schreibstil ist ziemlich sachlich und kühl, was wohl dem zu Schulden ist, dass die Geschichte von David Tristram quasi als Chronik aufgezeichnet ist. Zudem spielen die Geschichten von Holmes ja auch zu einer Zeit, in denen auch sachlicher und gehobener geredet wurde und viele Unterhaltungen dabei sind. Als ich mich daran dann gewöhnt habe, ging das Buch dann doch recht schnell von der Hand, sodass ich insgesamt nicht mal ganz einen Tag brauchte, um es komplett zu lesen.

“‘Er war exakt zweiundvierzig Jahre und zwei Monate alt’, behauptete Holmes, während er unter das Bett schaute. ‘Haben Sie das aus der Beschaffenheit der Treppenstufen und des Kopfkissen geschlossen?’, entfuhr es mir verblüfft. ‘Das habe ich seinem Totenschein entnommen.'” (S. 48)

Charaktere:

Zum einen haben wir den berühmten Meisterdetektiv Sherlock Holmes. Franziska Franke hat ihn erstaunlich gut getroffen. Er ist stur, mit nur wenig Humor, typisch britisch und nüchtern. Allerdings war er mir nicht exzentrisch genug, hier kommt er nicht ganz an Arthur Conan Doyles Original heran.

David Tristram ist nun bereits zum fünften Mal an Sherlock’s Seite. Ich habe leider mitten drinnen angefangen mit den Büchern und habe wirklich lange gebraucht, bis ich verstand, wer David eigentlich ist. Er schreibt quasi die Chronik von Sherlock auf und begleitet ihn, wie damals in England Dr. Watson, wenn er seine Nachforschungen macht. Nach kurzer Aufwärmphase hab ich mich dann aber an ihn gewöhnt und mochte ihn. Er hat Sinn für Humor und bring ab und an einen Hauch Sarkasmus ein, was die Geschichte auflockerte.

Geschichte

Sherlock Holmes versucht den Mord an Herbert Becher und die Gerüchte und Geschichten rund um das Ungeheuer von Ulmen aufzudecken. Von Beginn an ist er sich sicher, dass hier kaltblütiger Mord vorliegen muss und ganz und gar nicht irgend ein sagenumwobenes angebliches Ungeheuer in Fischform. Gemeinsam mit Sherlock und Tristram begeben wir uns nach Ulmen, wo Sherlock sogleich mit seinen kuriosen Nachforschungen, wie wir sie kennen, beginnt. Mit seinen 284 Seiten war die Geschichte fast etwas lang, sonst ist man eher schnellere Aufklärungen durch Sherlock gewöhnt. Nichts desto trotz ist die Handlung und der Plot gut durchdacht, mir fehlte es aber etwas an Spannung. Allerdings schaffte es Franziska Franke mich mit dem Ende und dem eigentlichen Mörder komplett zu überraschen. Damit hatte ich, wie Holmes treuer Begleiter, wirklich nicht gerechnet. Die Nachforschungen waren gut geschildert und verquer und verwirrend und scheinbar vollkommen aus der Luft gegriffen, wie es typisch für Sherlock Holmes ist und haben mir gut gefallen.


Franziska Franke schafft es ziemlich gut, den Original Sherlock in diesem Buch wieder zum Leben zu erwecken. Fast glaubt man, den Sherlock aus der Feder von Arthur Conan Doyle vor sich zu haben, wenn auch nicht ganz so exzentrisch. David Tristram ist ein guter und treuer Begleiter, wenn mir doch auch der gute alte Dr. Watson fehlte.

Die Geschichte ist gut umgesetzt und muss nur kleine Abstrich im Vergleich zum Original hinnehmen. Stellenweise waren mir die Nachforschungen zwar etwas zu lang, aber mit dem Ende konnte mich Franziska Franke wirklich komplett überraschen. Ich habe definitiv Lust bekommen, die alten Sherlock-Geschichten mal wieder zu lesen. Auch auf die anderen Sherlock-Geschichten von Franziska Franke bin ich nun neugierig. Ich gebe vier von fünf Herzen.

Die Autorin

Franziska Franke wurde in Leipzig geboren. Ihre Schulzeit verbrachte sie in Essen, Schwetzingen und Wiesbaden. Anschließend studierte sie an der Uni von Mainz und Frankfurt Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Kunstpädagogik. Heute wohnt sie gemeinsam mit ihrem Mann in Mainz und ist freiberuflich in der Erwachsenenbildung tätig. Mit ihrem Debüt „Sherlock Holmes und die Büste der Primavera“ erweckt sie den berühmten Meisterdetektiv zum Leben und versucht mit ihren Sherlock-Büchern die Lücke, die es in dessen Lebenslauf nach dem Sturz bei den Reichenbachfällen gibt, zu schließen.

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