George führt ein ziemlich eintöniges und wenig ereignisreiches Leben. Er arbeitet seit Jahren für eine Zeitung, die mehr oder weniger gut läuft, hat eine gute Freundin mit Bonus und versinkt nach und nach in seiner Einsamkeit. Bis er eines Tages seine verloren geglaubte erste Liebe Liana Decter wiedersieht. Eigentlich müsste er aufgrund der damaligen Erlebnisse einige Vorbehalte haben, doch er lässt sich erneut auf sie ein. Er verspricht ihr einen Gefallen, der ihm den Hals brechen kann und ihn in ein Verbrechen verstrickt, dessen Ausmaß ihm erst viel zu spät bewusst wird.

Schreibstil

Das Buch ist in der dritten Person geschrieben. Es ist locker und leicht mit einem recht einfachen aber doch bildhaften Schreibstil und lässt sich flüssig lesen. Es wechselt zwischen der Gegenwart und der Zukunft, wobei die Passagen der Vergangenheit immer kursiv geschrieben sind, sodass man sofort weiß, wann die Sichtweise gewechselt wird. Ich fand das Buch einfach zu lesen und die Rückblick waren sehr gut, da ich so viel über die Ereignisse, die zu den Geschehnissen in der Gegenwart führten, erfahren konnte.

Charaktere:

George Foss ist der Geschäftsführer einer Zeitung, die ihre besten Zeiten schon hinter sich hat und für die er schon seit Jahren arbeitet. Er ist fast 40 Jahre alt, ist ab und an mal mit Irene zusammen, meist aber nur freundschaftlich und unzufrieden mit dem Job und seinem Leben. So richtig warm wurde ich mit ihm nicht. Er war mir etwas zu gutgläubig und naiv, dann aber plötzlich zu misstrauisch und hat sich zu schnell gewandelt. Dennoch war er mir auch nicht unsympathisch und er war gut herausgearbeitet.

Liana Decter ist quasi eine Femme fatale. Sie weiß genau, wie sie auf Männer wirkt und wie sie das zu ihrem Vorteil und für ihre Machenschaften nutzen kann. Alles in allem war sie ganz gut dargestellt. Auch bei ihr kann ich aber weder sagen, dass ich sie sympathisch oder unsympathisch fand. Sie war einfach ein wichtiger Charakter der Geschichte, bei der man aber auch nicht richtig wusste, wie sie eigentlich sein soll, gut oder böse, lügt sie oder sagt sie auch ab und an die Wahrheit. Daraus wird man bis zum Ende des Buches nicht schlau.

Alle anderen Charaktere haben zur Geschichte und zu Handlung gepasst, waren aber insgesamt etwas farblos.

Geschichte:

Die Idee hinter dem Buch hat mir gut gefallen und war zum Großteil auch gut umgesetzt. Peter Swanson schafft es, auch nach etwas weniger spannenden Szenen, überraschende Wendungen einzubauen, die die Spannung wieder erhöhten. Die Abschnitte aus der Vergangenheit haben die Geschichte aufgelockert und wichtige Informationen geliefert, wenn auch nicht alle. Nach und nach fügen sich die Puzzelstücke aus der Vergangenheit und der Gegenwart zusammen. Dem Leser bleibt dabei viel Luft für eigene Spekulationen und das sogar bis zum Schluss. Denn der Schluss ist eigentlich keiner, er ist sehr offen, macht Lust auf mehr und lässt erahnen, dass da sogar eventuell noch ein zweiter Teil kommen wird. Was ich hoffe, denn wenn Peter Swanson keinen zweiten Teil dazu plant, dann wäre das Ende ziemlich schlecht, so ein Ende ist nur ok, wenn dann irgendwann noch was nachkommt. Die Handlung tröpfelt stellenweise vor sich hin, bleibt aber trotzdem interessant und zwischendurch steigt die Spannung wieder an. Die Wendungen gegen Ende fand ich allerdings etwas eigenartig. Ich habe zwar selber schon an sowas in die Richtung gedacht, aber es war nicht ganz schlüssig umgesetzt, wie George denn jetzt auf einmal auf diese Ideen kommt.

Ein leicht zu lesendes, zum Großteil spannendes und unterhaltendes Buch. Die Charaktere waren ok, wenn ich auch nicht wirklich mit ihnen warm werden konnte, haben sie dennoch zur Geschichte sehr gut gepasst. Mir hat die Idee gut gefallen, die Umsetzung war nur hier und da nicht ganz rund. Insgesamt hat es mir aber Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich habe definitiv Lust auf mehr. Nur als Thriller finde ich kann man das Buch nicht bezeichnen, eher ein guter Krimi. Für einen Thriller war es definitiv nicht packend genug, als Krimi macht es aber was her. Würde ich halbe Punkte vergeben, wären es 3,5. Da ich das aber nicht mache und es doch eher zu vier Herzen tendiert, gebe ich vier Herzen.

 

Infos zum Buch:

Infos zum Buch
Autor: Peter Swanson Erscheinungsjahr: 2014 Verlag: Blanvalet Seiten: 316 Format: Taschenbuch

Autor:

Peter Swanson hat bereits für einige namhafte Magazine wie The Atlantic Kurzgeschichten und Gedichte verfasst. Er machte Abschlüsse im kreativem Schreiben, Pädagogik und Literatur. Er lebt mit seiner Frau in Somerville, Massachusetts. Die Unbekannte ist sein Debüt.