Tintenherz von Cornelia Funke - Oetinger

Infos zum Buch
Verlag: Oetinger; Autorin: Cornelia Funke; Seiten: 566; Erscheinungsjahr: 2010, Headerbild: Tintenherz von Cornelia Funke – Oetinger

Meggie und ihr Vater Mo leben gemeinsam in einem Haus voller Bücher. Meggies Mutter ist schon vor langer Zeit fortgegangen. In einer dunklen und stürmischen Nacht steht plötzlich ein recht unheimlicher Gast vor dem Haus. Gleich am nächsten Morgen, reisen Meggie und ihr Vater überstürzt zu ihrer Tante Elinor. Hier will Mo das Buch verstecken, dass er seit vielen Jahren nicht mehr gelesen hat. Doch jetzt rutscht es in den Mittelpunkt dieses magischen und fantastischen Abenteuers. Ein Abenteuer, indem Meggie das Geheimnis um Staubfinger und Zauberzunge löst und dabei selbst in Gefahr gerät.

Das Buch ist der erste Band einer Trilogie.


Schreibstil

Cornelia Funke hat mich vom ersten Satz an tief in das Buch hineingezogen.

„Es fiel Regen in jener Nacht, ein feiner, wispernder Regen.“ (S. 9)

Der Schreibstil ist wundervoll. So verzaubernd, bildlich, locker und leicht, emotional, packend und zugleich sanft. Sie schaffte es die Welt rund um Mo und Meggie und die Welt von Tintenherz vollkommen klar und deutlich zu zeichnen. Vom kleinen Bauernhof, vollgestopft mit Büchern über das riesige Haus von Elinor mit Regalen, mit Büchern bis in den Himmel bis hin zu Capricorns Dorf, konnte ich mir jedes kleinste Detail so gut ausmalen, dass ich dachte, ich wäre direkt mit im Geschehen. Ich konnte mich sofort einfach fallen und verzaubern lassen. Ganz besonders haben mir auch die Zitate zu Beginn eines jeden Kapitels aus vielen andern tollen Büchern gefallen. Auch der Wechsel zu den einzelnen Charakteren, wenn sie gerade besonders wichtig in der Geschichte sind, hat mir sehr gut gefallen. So konnte man diese Abenteuer aus unterschiedlichen Blickwinkeln erleben.

Charaktere und Geschichte

Alle Charaktere sind so detailliert und wunderbar gezeichnet, sowohl die Guten als auch die Bösen. Sie sind vor mir real geworden, dass ich dachte, ich könnte sie jeden Moment anfassen. Cornelia Funke brachte so viele facettenreiche und unterschiedliche Charaktere unter, dass wohl nicht nur ich meinen Liebling finden konnte, sondern auch jeder andere Leser einen Liebling finden kann. Staubfinger mochte ich mal, dann wieder nicht, dann doch wieder aber schließlich bleibe ich dabei, dass ich nicht sagen kann, ob ich in sympathisch oder unsympathisch finde, aber definitiv kann ich mit ihm mitfühlen. Meggie und Mo habe ich von Beginn an in mein Herz geschlossen und auch Elinor konnte ich schnell liebgewinnen, trotz ihrer zunächst harten Schale. Vor allem die Liebe zu den Büchern von allen drei hat mich verzaubert und berührt und ich konnte mich so gut darin wieder erkennen.

„Nicht verscheuchte böse Träume schneller als das Rascheln von bedruckten Papier.“ (S. 11)

Auch die Geschichte hat mich verzaubert. Die Idee ist einfach so wundervoll und gleichzeitig auch etwas unheimlich und beängstigen und einfach magisch und fantastisch.

„Meine Stimme hatte sie aus ihrer Geschichte rutschen lassen wie ein Lesezeichen, das jemand zwischen den Seiten vergessen hat.“ (S. 154)


Genau wie das geheimnisvolle Buch, um welches Tintenherz handelt, ist auch das Buch selbst eines, dass zu einem flüstert und einem wundervolle, spannende und magische Abenteuer verspricht. Es war ein Buch, dass ich einfach nicht mehr weglegen konnte und mich tief in seine Welt gezogen hat. Es war ein märchenhaftes, verzauberndes, magisches Buch mit ebensolchen Charakteren und sollte auf jeden Fall mindestens einmal gelesen werden.

„Manche Bücher müssen gelesen werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz“ (S. 16)

Autorin

Cornelia Funke, 1958 in Dorsten geboren, ist eine deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin. Ihre fantastsichen Geschichten sind auch international, mit einer Gesamtauflage von 20 Millionen Büchern in 37 Sprachen, erfolgreich. Cornelia Funke absolvierte zunächste eine Ausbildung zur Diplompädagogin und arbeitete als Erzieherin. Parallel zu ihrer Arbeit studierte sie Buchillustration. Dadurch kam sie selber zum Schreiben und begann unter anderem mit den Drehbüchern zu Siebenstein. Mit Herr der Diebe erfolgte 2002 ihr internationaler Durchbruch. Seit dem hat Cornelia Funke zahlreiche Bücher und Werke erschaffen, die nicht nur die Kinder und Jugend sondern auch Erwachsene verzaubern.