Drachenzahndolch von Elvira Zeißler (c) Cover Viktoria Petkau

Florian fällt ein eigenartiger Dolch in die Hände. Eine geheimnisvolle Unbekannte erwischt er dabei, wie sie den Dolch stehlen wollen. Die Spur des Dolches führt ihn in eine fremde Welt, voller Abenteuer und Gefahren und sein Leben wird von da an vollkommen auf den Kopf gestellt. Florian hat nur einen einzigen Wunsch – endlich wieder nach Hause kommen. Doch er wird schon bald von den Soldaten des Imperators gejagt und durchlebt eigenartige Träume. Einzig der Drachenzahndolch scheint der Schlüssel zu all diesen wirren Umständen zu sein…

Schreibstil:

Der Schreibstil ist recht einfach und jugendlich. Das passt aber in diesem Fall sehr gut, weil das Buch zum Großteil die Sicht von Florian, aber in der dritten Person, schildert. Somit ist die Sprache realistisch, da Florian erst 15 Jahre alt ist. Das einzige was mich hier etwas störte ist, dass Elvira mal Florian und mal der Junge schreibt. Das machte es mir etwas schwer, so richtig warm mit ihm zu werden, weil ich dadurch wieder distanziert wurde.

Nachteilig fand ich die sehr langen Kapitel. Die Geschichte war zwar spannend beschrieben. Manche Szenen hätten aber noch detailreicher sein können. Deshalb war es manchmal schwierig den langen Kapiteln zu folgen.

Charaktere:

Florian ist ein ganz normaler 15 jähriger Junge. Er hat Sorgen wie jeder andere von der ersten Liebe bis zu Klausuren in der Schule. Ganz besonders schwärmt er aber für Videospiele. Ein ganz normaler Teenager also. Als er in die fremde Welt katapultiert wird, muss er plötzlich über sich hinaus wachsen. Dies schafft er zum Teil ganz passabel. Er ist ein netter Charakter, dessen Handlungen und Gedanken ich gut nachvollziehen konnte. Wie oben bereits beschrieben, konnte ich aber nicht so richtig mit ihm warm werden, auch wenn ich ihn aus der Distanz gesehen gut fand.

Keyla, die Unbekannte mit der Florian gemeinsam in die fremde Welt stürzt, ist zunächst sehr kühl und unnahbar. Trotzdem konnte ich sie von Beginn an besser als Florian in mein Herz schließen. In ihrer Welt hat sie bereits vieles durchmachen müssen. Doch tief in ihr steckt auch ein weicher und sanftmütiger Kern, der sie sehr liebenswert macht.

Geschichte:

Florian verlebt einen ganz normalen Geburtstag. Er bekommt das Videospiel, dass er sich immer gewünscht hat, hat Glück in der Schule und geht abends noch mit Freunden ins Kino und Pizza essen. Doch dann begegnet er Mirco, der ihn vor Eifersucht, weil er seine Freundin schon seit Kindertagen kennt, mit einem Dolch angreift. Zum Glück ist es nur ein kleiner Kratzer, der schnell verheilt. Mirco lässt den Dolch fallen und Flo steckt ihn ein. Er bringt ihn zu einem Antiquitätenladen, der Mircos Onkel gehört. Doch der Dolch lässt ihn von jetzt an einfach nicht mehr in Ruhe und wird noch sein ganzes Leben verändern.

Eine recht einfache aber wirklich toll durchdachte Geschichte. Wir beginnen erst in unserer jetzigen Welt, wie wir sie kennen und landen dann gemeinsam mit Mirco in einer fantastischen, mittelalterlich angehauchten Welt. Auch an Magie fehlt es dieser Welt nicht, auch wenn sie hier die Lehre genannt wird. Wir erleben mit Florian und Keyla viele Abenteuer, aus denen sie manchmal nur knapp entkommen.

Diese zweite Welt ist wirklich gut gelungen. Mir gefiel auch, dass wir sie genau wie Florian nur Stück für Stück kennenlernen konnten. So wurde ich als Leser nicht direkt mit Informationen überfrachtet und konnte stets mit Spannung am Ball bleiben. Geschickt löst Elvira Zeißler die Geheimnisse rund um den Dolch mit dezenten Hinweisen immer mehr auf. Das Ende der Geschichte hat diese dann vollständig geklärt und mich gleichzeitig sehr neugierig auf den zweiten, abschließenden Band gemacht.

Eine schöner Auftakt in eine spannende Fantasy-Geschichte. Die Charaktere waren gut, die Welt schön ausgearbeitet. Die langen Kapitel haben mich allerdings etwas gestört. Daher gebe ich vier von fünf Herzen.